Wie weit kommt ein/e RadfahrerIn in 30 Sekunden?

Kombiampeln haben sicher ihre Vorteile, ihr Nachteil aber ist: Sie können verdammt kurz grün sein. Und je schneller der Alltagsradverkehr wird, desto absurder werden die auferlegten Rotphasen, die im schlimmsten Fall auf das Tempo einer einbeinigen Schildkröte mit Hungerast abgestimmt zu sein scheinen. Die abgebildete Ampel an der Kreuzung Amagasaki-Allee/Hanreiweg etwa wird jede/n RadfahrerIn beleidigende 30 Sekunden vor dem Straßenverkehr rot (und null Sekunden früher grün, nur mal nebenbei bemerkt). Und es handelt sich keineswegs um einen außerordentlichen Verkehrsknotenpunkt, auch wenn man stadteinwärts wenigstens noch mit einem abbiegenden Linienbus argumentieren könnte. Stadtauswärts hingegen steht man den südlichen Teil des Hanreiwegs überquerend die gleichen 30 Sekunden – der Hanreiweg führt hier aber lediglich an eine Schranke zum martini Park.

Was für den Autoverkehr eine Ein- und Ausfallstraße ist, ist auch für RadfahrerInnen eine solche. Und auf einer solchen fährt man nicht, weil die Aussicht so schön ist, sondern weil man schnell voran kommt (und vielleicht sogar der Winterdienst schon da war). Ob eigene Radampeln der Weisheit letzter Schluss sind, vermag ich nicht zu sagen. Aber Kombiampeln, die RadfahrerInnen über Gebühr ausbremsen, sind es ganz bestimmt nicht.