Mit dem Rad durch Kreisverkehre

Heute schreibt Christine Lehmann in ihrem (stets lesenswerten) Blog Radfahren in Stuttgart über das Befahren von Kreisverkehren und ich hätte beim Lesen am liebsten viele viele Sätze markieren und für sich genommen liken wollen. Von Kreiseln hatte ich es ja auch schon dann und wann und immer wieder – es sollte kein Geheimnis sein, dass ich lieber auf der Fahrbahn mittendurch als auf einem extra Weg drumherum fahre. Wie Lehmanns Erfahrung zeigt, darf man sich dort nur nicht an den Rand drängen lassen. Es gibt aber auch gar keinen Grund für so (zu) viel Defensivverhalten – wir RadfahrerInnen sind im durchschnittlichen Kreisel nicht oder nur unwesentlich langsamer als der MIV, wer uns hier als Hindernis empfindet, lässt sich vom Vorurteil leiten, dass ein Rad doch sicher immer langsamer ist als das eigene Gefährt. Also selbstbewusst mittig fahren und durch.

Dass das (innerorts) auch Verkehrsplanungsexperten wie der erwähnte Dr. Michael Meschik so sehen ist natürlich nett, auch wenn ich seinem Vorschlag zur Führung um größere Kreisverkehre (außerorts) spontan nicht zustimmen wollte – aber nur einer von uns ist der Experte 😉 Und die Markierung, die in den Skizzen im verlinkten Post zu sehen sind, sind schon sehr viel mehr als einige Kreisel hierzulande (gerade dem hier angesprochenen).

Und wenn wir schon mal über einen Verkehrsplanungsexperten stolpern, hier ein lesenswertes Stück von Meschik über Mehrzweckstreifen (Schutzstreifen), die ich persönlich eigentlich sehr gerne mag. Z. B.auf die Frage, für wen Schutzstreifen geeignet sind:

Es ist anzunehmen, dass geübte Radfahrende (Alltagsradler) besser mit MZS klar kommen (sie fahren ja meist auch bewusst im normalen Straßenverkehr mit). Ungeübte und ängstliche Radfahrende wünschen sich möglichst getrennte Anlagen, auf denen sie sich subjektiv sicherer fühlen. Das muss nicht mit der objektiven Sicherheit übereinstimmen, kann aber für die Verkehrsteilnahme als Radfahrende bestimmend sein.

Oder (unter anderem) zu den Nachteilen:

Die vieldiskutierten Nachteile liegen vielfach in der Anwendung (zu) schmaler Breiten. Es ist zu beobachten, dass Kfz-LenkerInnen knapp an die Markierung (Warnlinie) und damit bei schmalen MZS knapper seitlich an Radfahrende heranfahren als auf einer Straße ohne MZS