Situation Normal All Fucked Up

Die Straße ist zu eng, um auf beiden Seiten zu parken. Aber der Fußweg ist einladend breit. Und so kommt es, wie es kommen muss. Alltag im Wohngebiet.

Wer will wie lange diesen Preis noch bezahlen?

1 Jahr rad[irr]wege

Heute vor einem Jahr habe ich das erste Bild gepostet und eine erste Stelle auf einem meiner Arbeitswege seziert. Wohin mich das führen würde, war mir noch nicht klar – ist es auch heute noch nicht. Wie so viele Ideen schwelte diese hier vermutlich unterbewusst schon eine ganze Weile in mir, um dann doch spontan und ohne Masterplan in die Welt geworfen zu werden. Fünf Jahre alltägliches Radfahren hatten zu diesem Zeitpunkt schon vieles verändert und nur ein Jahr rad[irr]wege oben drauf hat mir eine unzählige Menge neuer Sichtweisen auf das Radfahren und dessen Kontext beschert. Es hat mich auch zur Bürgerinitiative Fahrradstadt2020 gebracht – noch so eine Sache, von der ich nicht weiß, wohin sie führt, die aber alleine schon ob der Menschen, die ich dadurch kennenlernen durfte, lohnend ist.

Der Spagat zwischen der Darstellung des Radfahrens als subjektiv wunderbare Sache und des Verkehrssystems, das objektiv zu befolgen oftmals in die Irre führt – da es das Radfahren nur peripher berücksichtigt und nicht (mehr?) seinem Wesen und auch nicht seiner Bedeutung entspricht – ist nach wie vor ein gewaltiger. Manchmal denke ich, er gelingt. Manchmal eher nicht. Manchmal soll er das auch gar nicht, weil einfach nur der Frust heraus muss. Manchmal möchte ich Danke sagen, weil am anderen Ende auch Menschen am Werk sind, deren Arbeit Würdigung erfahren soll. Manchmal trübt es mir ein wenig den Spaß am Radfahren. Aber dann sieht es auch wieder so aus und mir sind all die Straßenmalereien und bescheuerten Wegführungen völlig egal.