16. November – 16 Grad. Da kann auch ein Leihrad den Umweg auf dem Weg ins Büro nicht verhindern.
Auch ein Leihrad sollte mal die Wertach besuchen dürfen.
Ausgeliehen an der Tram-Endhaltestelle, zurückgegeben hier am Kö. Passt für diesen Fall, aber die festen Stationen halte ich nicht für ideal.

Leihräder – gar nicht so schlecht.

Leihräder sind bisher nicht meine Sache gewesen. Zu 99,9% bin ich ja immer in der eigenen Stadt unterwegs und habe selbst ein Rad. Erst kürzlich habe ich dennoch mal eines ausprobiert, um innerhalb der Stadt einen Einkaufsausflug zu unternehmen. Zwar hatte ich auch dieses Mal mein eigenes Rad zur Verfügung, jedoch kein Schloss dabei, um es am Ziel abzusperren. Das Leihrad löste dieses Problem. Heute nutzte ich ein Leihrad, um ins Büro zu fahren, da ich mein Rad über das Wochenende im Büro lassen musste. Und wer will bei 16 Grad Mitte November schon die Tram nehmen …

In Augsburg stellen die hiesigen Stadtwerke Räder über nextbike zur Verfügung. Ausleihen und Abgeben ist dabei nur an festen Stationen möglich. In meinen zwei bisherigen Fällen stellte das kein Hindernis dar, da zufällig Stationen jeweils in der Nähe von Start und Ziel lagen – und jedes Mal genügend Räder zur Verfügung standen. Wie und wie oft der Betreiber die Räder wieder auf die vorhandenen Stationen verteilt und wie gut dieses System bei reger Nutzung skaliert ist mir nicht bekannt. Aus dem Bauch heraus wäre mir ein freies Abstell-System lieber, auch wenn das sicher ebenfalls seine Nachteile mit sich bringen mag. Das Netz an Stationen scheint mir in Augsburg ein wenig löchrig. Auch scheint mir der Preis von 1 Euro je halber angefangener Stunde etwas hoch. Aber mein erster Ausflug kostete mich so 2 Euro, was ich mit der Tram – dank albernem Rück- und Rundfahrverbot – nicht geschafft hätte. Die Fahrt heute kostete 3 Euro. Das wäre zwar einfach mit der Tram günstiger gewesen, hätte mich aber auch um einen herrlichen Weg an der Wertach bei traumhaftem Herbstwetter gebracht (ohne Umweg hätte ich es wohl mit einem Euro hinbekommen – günstiger als per Tram).

Die Räder wollte ich um der Räder Willen eher nicht gebrauchen – eine Sitzposition aus der Hölle, drei Gänge zwischen Ultraleerlauf und Kniebrecher sowie eine Halogenbeleuchtung aus dem Mittelalter –, aber endlich konnte ich Leihräder einmal sinnvoll einsetzen und nachvollziehen, warum jede Stadt so ein System – in welcher genauen Ausführung auch immer – aufbauen sollte. Ob man das rentabel betreiben kann bezweifele ich sehr. Aber öffentlicher Nahverkehr ist ja sehr offensichtlich auch stets defizitär und warum sollte man Leihräder als etwas anderes als dessen nahe liegende Erweiterung sehen?

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This article has 4 comments

  1. rollinger

    Danke für die Info, bei mir in der Stadt gibt es das auch. Wie Du sagst, kommt man selten dazu das in der eigenen Stadt zu testen.
    Aber für den kommenden Januar habe ich schon mal Ausschau gehalten in Lissabon.

    • flo

      Müsste ich mehrere Strecken ohne eigenes Rad zurücklegen, scheint mir der ÖPNV jedoch attraktiver. Kürzlich waren wir mit Kind in der eigenen Stadt unterwegs, da ist ein Familientagesticket unschlagbar. Das ÖPNV-Netz ist ja recht engmaschig, man kommt fast überall ohne allzu ausufernde Fußstrecken hin. Ich muss mich nicht mit der Verkehrsführung herumschlagen. Einzig der Takt könnte längere Wartezeiten mit sich bringen, aber das hängt von der jeweiligen Stadt und dem Tag ab.

  2. A. Mahler

    Als Stadtwerkekunde kann mit der Karocard die erste halbe Stunde pro Tag gratis ein Leihrrad mieten. Mir reicht das in der Regel um bei einfacher Strecke die 10 km zwischen dem Arbeitsplatz und dem Wohnort zurückzulegen. Auch gibt es mittlerweile Räder mit mehr als drei Gängen. Ich nutze das Leihrad als Ergänzung und finde es prima (auch in Verbindung mit dem ÖPNV). Glück ist natürlich, dass eine Station unmittelbar am Ausgang meiner Arbeitsstätte aufgebaut wurde und ich zu Hause auch nur einen einige Huntertmeter zu Fuß gehen muss.

    • flo

      Ich habe auch gehört, dass die Stadtwerke demnächst nicht nur das Erscheinungsbild der nextbike-Räder überarbeiten werden, sondern dass sie auch in die Räder selbst investieren. Ein löblicher Schritt, gerade angesichts der Tatsache, dass sie keinerlei Gewinn mit den Leihrädern erwirtschaften können.

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