1. Augsburger Radlnacht

Diesen Sommer wird es die 1. Augsburger Radlnacht geben. Wie das mit Werbung eben so ist: Alle denken, es beeinflusst sie nicht, tut es nachweislich jedoch in der Masse trotzdem. Der Gegenwert solcher Aktionen bleibt schwer bezifferbar, aber mit 90.000 Euro kann man definitiv sinnloseres veranstalten.

Freilich hilft alle Werbung nichts, wenn nichts Substanzielles dahinter steckt bzw. folgt. Selbst wenn viel grundsätzliche Arbeit in Richtung Fahrradstadt geleistet wird, so mangelt es bislang an sichtbaren Fortschritten, die auch jenen deutlich werden, die sich nicht gerade intensiv mit dem Thema beschäftigen. Ein solcher Aktionstag kann das Thema ins Bewusstsein bringen und dafür sensibilisieren (der bekannte Effekt: man erfährt etwas über XY, das man vorher überhaupt nicht wahrgenommen hat, und danach sieht man XY plötzlich überall). Hier liegt natürlich auch ein Druck verborgen: Folgt dieser Aktion (wieder) nichts, verpufft der Effekt oder kehrt sich sogar ins Gegenteil um („aha, alles nur heiße Luft, Hauptsache einen Tag den Radfahrer raushängen lassen und dann wieder Autostadt bauen“).

Events mit dem Rad im Mittelpunkt – oder generell: mit Mobilität abseits des Autos – sind absolut überfällig und da wäre noch viel viel mehr denkbar. Doch all dem muss endlich Sichtbares folgen. Nicht nur hier ein Schutzstreifen und da eine Fahrradampel. Vor allem ein Konzept, ein nachvollziehbarer Plan, eine Vision, die konkreter wird als „soundsoviel Radanteil im Jahr x“.