Herbst!

  1. Get on your bike.
  2. Enjoy.
  3. There’s no step three.

*Hach*

Es ist ruhig, es riecht nach Herbst, man trifft mehr Eichhörnchen als Verkehr, die Reifen summen über das Laub. Ich liebe meinen Arbeitsweg.

Danke, liebes Tiefbauamt

Dafür, dass, wenn ich an der Neuburger Straße Höhe Steinerne Furt, beschilderungskonform fahre, von Fußgängern belehrt werde, wie ich eigentlich zu fahren hätte. Und dieser mir natürlich nicht glaubt, wenn ich ihm erkläre, wie mein Fahrtweg vorgesehen ist. Sollte es etwa gar nicht intuitiv sein, dass ich bei etwas, das aussieht wie ein separierter Radweg, NICHT auf diesem fahren darf, weil er auf einem kurzen Teilstück dem – natürlich nicht ausgeschilderten – GEGENVERKEHR vorbehalten ist? Schockschwerenot!

Jakoberschrott

Falls die Verantwortlichen der Stadt meine Fähigkeit zu Zählen auf die Probe stellen wollen – bitte gerne. Neuer Kandidat: Die Jakoberstraße. Eine Woche ist vergangen, Stand Dienstag Vormittag ist die Verlegung der Parkplätze (oder wenigstens die Vorbereitung dazu) noch nicht erkennbar, der Randstein am Ende des Schutzstreifchens – der wohl schon einen Sturz provozierte – ist noch nicht abgeflacht.

Wenn man mal an die 17% Radfahranteil glaubt, wievielen tausend Fahrten auf diesem unfertigen Schrott entspricht dann diese eine Woche?

Mein Viertel ist so toll, hier kann man überall parken.

Sollte es tatsächlich jemanden geben, der sich noch nie bei einer Parkplatzsuche geärgert hat, der/die kennt zumindest jemanden, der/die über die Parkplatzsituation schimpft. Fehlende Parkplätze sind wahrscheinlich ein fast so universelles Smalltalk-Thema wie es das Wetter ist. Will man nun irgendwo, aus welchen Gründen auch immer, Parkplätze streichen, so ist der Aufruhr vorhersehbar.

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Langenmantel surprise, Deutschenbaur reloaded

Color me surprised. Die Reduzierung auf zwei Fahrstreifen in der Langenmaneltstraße ging (fast) geräuschlos über die Bühne. Natürlich nicht ohne den einen üblichen Betonkopf:

Widerspruch kam von CSU-Stadtrat Günter Göttling: Er stehe hinter dem Projekt „Fahrradstadt 2020“, doch dürfe nicht alles zulasten des Autoverkehrs gehen. Die Prognose, dass die Langenmantelstraße leistungsfähig genug bleibt, hinterfrage er. „Das hat man bei der Donauwörther Straße auch gesagt, als es um die Tram ging, und jetzt haben wir täglich Stau.

  1. Doch. Zu wessen Lasten denn sonst?
  2. War der gute Mann jemals in der Donauwörther Straße unterwegs, als sie noch vierspurig war?

Dass dies aber ein einzelner Einwand blieb, spricht Bände über die offenbare Überflüssigkeit der vier Spuren in der Langenmantelstraße. Und wer fragt sich jetzt nicht, für wieviele andere Straßen das wohl auch gälte?

Interessant auch, dass die Deutschenbaurstraße – die, mit Verlaub, am Ende der Welt liegt – so viel mehr Reibung erzeugt. Oder anders: dass der Wegfall von Parkplätzen (im Wohngebiet) mehr Widerstand erzeugt als der Wegfall einer Spur für den fließenden Verkehr.

Mir persönlich könnte die Deutschenbaur ja egaler nicht sein. Ich glaube nicht an die Bedeutung der Straße als Nord-Süd-Verbindung – da sehe ich die Verbindung durch die Sheridan- und Reese-Kaserne als wichtiger an. Und für diese Verbindung der Kasernenareale spielt, wie schon erwähnt, die Deutschenbaurstraße nur etwa 100 Meter weit eine Rolle. 100 Meter, auf denen derzeit schon ein Parkverbot gilt und ein Schutzstreifen überhaupt niemanden tangieren würde. Ich bezweifele, dass der Stadt konkrete Nutzerzahlen aus Verkehrszählungen vorliegen, welche die Wichtigkeit der Deutschenbaur als Radverbindung unterstreichen. Mir jedoch auch nicht Ich nutze sie einfach nicht, das mag für viele andere ganz anders aussehen.

Umso erfrischender empfinde ich den Kompromissvorschlag, einen Schutzstreifen temporär anzulegen. Probieren geht über Studieren! Interessant ist dann aber, wie das Feedback eingesammelt wird. Haters gonna hate, insofern halte ich einen Großteil der Beschwerden für vorhersehbar: „Da wird auf dem Streifen geparkt“, „Ich muss xxx Meter zum Auto laufen, wie soll das gehen mit Kind/Einkauf etc.“, „Da sind ja gar keine Radler unterwegs“. Letzteres dürfte gerade in den Wintermonaten ein prima Totschlagargument werden. Nichtsdestotrotz: Kudos fürs Probieren.

Godot hat viel zu tun

Während es anfangs bei den Asphaltierungs- und Markierungsarbeiten zwischen Leitershofen und Stadtbergen zügig voranging, hakt es seit einiger Zeit. Nicht alle Anschlüsse zu den Seitenstraßen sind asphaltiert und es fehlen noch einige Markierungen (Fugängerüberweg Höhe Panzerstraße, komplette Markierung Isegrimstraße). Insofern bleibt die Hoffnung, dass auch bei den Schutzstreifen in der Leitershofer Straße noch etwas passiert.

Denn bislang ist nur in Richtung Stadtbergen ein Schutzstreifen markiert. Dieser endet aus nicht ersichtlichen Gründen auf halber Strecke. In Gegenrichtung ist überhaupt nichts markiert. Im Prinzip entspricht das genau dem Status vor den Asphaltierungsarbeiten – wobei zuvor Mittelstreifen markiert waren, die (bislang) nicht wieder aufgetragen wurden.

Die Leitershofer Straße ist nachgemessen zwischen 8 und 8,5 Meter breit. Für beidseitige Radstreifen in ansprechender Breite verbleibt eine zu geringe Restfahrbahn, jedoch fällt sie genau in den Anwendungsfall von beidseitigen Schutzstreifen. Laut Verwaltungsvorschriften muss die Restfahrbahn zwischen den Streifen „so breit sein, dass sich zwei Personenkraftwagen gefahrlos begegnen können“. Zwischen 4,5 und 5,5 Meter findet man im weiten Internet dafür als konkreten Wert – was in der Leitershofer Straße ziemlich genau getroffen werden kann. Warum also wird das nicht markiert? Einfach noch nicht fertig oder ist man bei den Verantwortlichen zu einfallslos? In der Gögginger Straße (Verlängerung der Isegrimstraße) hat man, durchaus der Mode der Zeit folgend, beidseitig Schutzstreifen markiert und dafür sogar Parkplätze geopfert.

Warum sollte die Leitershofer Straße nicht genauso behandelt werden – insbesondere, wenn hier nicht einmal Parkplätze geopfert werden müssen? Radverkehr gibt es hier so oder so, die Frage ist nur, ob man ihnen einen Schonraum zugesteht oder nicht. Gleichzeitig würde die optische Verengung der Straße sehr wahrscheinlich zu einem (leicht) gesenkten Tempo des KfZ-Verkehrs führen. Und wenn doch beidseitige Streifen vorgesehen sein sollten – warum verzögert sich die Markierung?

Warten auf Godot

Der hat nämlich das Steuergerät für die Ampel dabei, hängt aber wahrscheinlich an einer Linksabbiegerfurt ohne Ampel fest und kommt nicht weiter. 8 Wochen and counting.

Neues in der Jakoberstraße

Da lässt man die Ost-West-Achse mal eine zeitlang links liegen, „schon“ waren die Maler da. Die Umsiedlung des Radverkehrs in der Jakoberstraße auf die Fahrbahn hat begonnen. 

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Marketing allein wird nicht reichen

Aus der AZ:

Oberbürgermeister Kurt Gribl bewertete die Situation positiver. Es gehe voran […] Es gelte deswegen, Tempo und Richtung zu halten, dann sei der Wert erreichbar

und:

Merkle kündigte an, dass es 2017 wieder eine Radlnacht geben soll.

Zugegeben, diese herausgerissenen und so zusammengepappten Aussagen hätten eine Rüge des Presserates verdient  Und ich will keinesfalls die Wichtigkeit des Marketing herunterspielen (im erweiterten Sinne mein Beruf – Marketing, nicht das Herunterspielen). Aber die Verantwortlichen in der Stadt sollten sich des schmalen Grats bewusst sein, auf dem sie wandeln. Wenn die sichtbaren Fortschritte weiterhin so mager bleiben und die Mühen, selbst kleinere Maßnahmen durch die Ausschüsse zu bekommen, so groß, dann steht das Marketing auf einmal sehr verloren da. Und die Kritik, die ich auch in diesem Jar schon vernahm – das ganze Jahr nichts auf die Reihe bringen, aber dann in der Nacht auf abgesperrten Straßen Rad zu fahren als große Errungenschaft feiern – wird lauter und legitimer.

Der Verweis auf aufwändige (und wichtige und richtige!) Arbeiten im Hintergrund reicht irgendwann nicht mehr aus. Vor allem, weil zu dieser vorbereitenden Arbeit meines Erachtens auch und vor allem gehört, eine Stimmung, ein Bewusstsein, eine Akzeptanz in der gesamten Stadtregierung (und einflussreichen Verbänden, I’m looking at you, IHK) zu schaffen, damit auch die Verabschiedung der im Hintergrund erarbeiteten Maßnahmen nicht jedesmal in „zähen Diskussionen“ ausartet, die nach außen den Eindruck machen, als hätten Teile der Entscheidungsgremien noch nie etwas von einem Projekt namens „Fahrradstadt“ gehört.

Merkle sagte, sein Referat arbeite aktiv an Verbesserungen. So will er sich im nächsten Bauausschuss grünes Licht für einen Radweg an der Langenmantel- und Donauwörtherstraße holen.

NOW we’re talking. In der äußeren Neuburger ging es darum, die Benutzungspflicht aufzuheben – an einer Stelle, an der an Geschäften vorbei kaum 2 Meter für RadfahrerInnen und FußgängerInnen übrig bleiben („zähe Diskussionen“). In der Deutschenbaurstraße geht es um einen lumpigen Schutzstreifen, der einzig und allein Parkplätze kostet (fadenscheinig abgelehnt bzw. in eine Ehrenrunde geschickt). Aber in der Langenmantelstraße? Hier führt, meint man es auch nur halbwegs ernst, an der Reduzierung von 4 auf 2 Fahrstreifen kein Weg vorbei. DAS wird ein Lackmustest.

Neues Viertel, alte Leier.

Hat im Retortenviertel auf dem ehemaligen Hasenbräugelände nicht jedes Haus eine Tiefgarage? Wieso kann und muss es dann konzeptionell zu solchen Straßenzügen kommen? Den Zetteln in den Autos nach zu urteilen sind das alles Anwohner mit Parkausweis?

Dult is’, hereinspaziert!

Benutzungspflichtige Idiotie, alle (Halb-)Jahre wieder. Als ob der Radweg am Vogeltor vorbei nicht ohne Dult schon bescheiden genug wäre. Und an was man sonst alles denkt: Das 30-Zonen-Schild wird abgeklebt, aber bis zum Radwegschild reicht die Aufmerksamkeit nicht. Warum dieses nicht ehrlicherweise abhängen und zur Dult einen reinen Fußweg ausschildern? Andernorts wird aus weit weniger guten Gründen der Radler vom Rad diktiert. Warum nicht den Radverkehr auf die Fahrbahn leiten? Tempo 30, welches hier sowieso hingehört, wäre derzeit aufgrund der Baustelle zufällig schon ausgeschildert. Tempo 20 (und, wenn wir schon dabei sind, ENDLICH ein Zebrastreifen hinter dem Tor) wäre auch keine absonderliche Forderung an einer Stelle, an der sich der gesamte Fußverkehr von der City Galerie in die Innenstadt ballt.

Aber ja nur nicht den KfZ-Verkehr beschneiden.

Über was reden wir überhaupt?

Ich kann mir gut vorstellen, wie in der Stadtverwaltung manche(r) mindestens innerlich die Augen verdreht, wenn von uns Radaktiven mal wieder eine(r) alles besser weiß und die beschwerliche Arbeit von mehreren Tagen/Wochen/Monaten nonchalant in Grund und Boden verwünscht. Ich möchte aber auch gerne wissen, welche Nachricht der Umweltausschuss dem Bauausschuss gerne mitgeben würde, nachdem die Causa „Deutschenbaurstraße“ sinnbefreit hin- und hergeschubbst wurde.

Mehr Desinteresse an der fachlichen Arbeit von Kollegen kann man imho kaum zur Schau stellen. Oder sind dies die üblichen, von profaner Alltagslogik (oder gar konstruktiver Lösungsfindung) längt abgekoppelten Politikmechanismen? „Das wird mir zu anstrengend jetzt, lass uns das mal irgendwohin verweisen“. Oder jemand wollte Zeit gewinnen, was auch immer das für einen Sinn ergeben könnte. Nun verhandelt man eben denselben Sachverhalt erneut.

Nämlich? Schutzstreifen in der Deutschenbaurstraße. Ob in der gesamten Straße oder nur einem (sehr kleinen) Teil, ist mir nicht bekannt. Da es zumindest im Kontext um die Verbindung der ehemaligen Sheridan- und Reese-Kaserne geht, ist in erster Linie der kurze Abschnitt zwischen Stadtberger Straße und Ulrich-Schwarz-Straße interessant. Und was sehen wir hier?

Keine parkenden Autos.

Keines.

Nicht, weil gerade alle unterwegs wären, sondern weil hier ein absolutes Parkverbot besteht.

ÜBER WAS REDEN WIR DANN EIGENTLICH, VERFLUCHT NOCH MAL?

Natürlich stellt sich das Thema Parkplätze im weiteren Verlauf sehr wohl, dann aber hat das Ganze auch nichts mehr mit einer Friedhofsdurchquerung zu tun – die würde nur notwendig für eine Verbindung der angelegten Radwege in den ehemaligen Kasernengebieten. Völlig unsinnig wäre sie hingegen, wenn mein Ziel im weiteren Verlauf der Deutschenbaur liegt.

Aber wenn die Herren wirklich etwas zum Abstimmen haben wollen, wie wäre es hiermit: Installation einer Abbiegehilfe an der Ulrich-Schwarz-Str nach Vorbild eines entsprechenden Streifens am Autobahnsee (der, nebenbei bemerkt, dort einigermaßen bescheuert ist). Ein Schutzbereich für links abbiegende RadfahrerInnen. Mehr als halbseidene Schutzstreifchen am Fahrbahnrand, die man zum Abbiegen sowieso verlassen muss.