Kleines Ampelrätsel

Mit der Regeländerung (oder besser gesagt: dem Wegfall der Übergangsregel) zum 1.1.2017 hat es nichts zu tun, es ist eher einer dieser Fälle, an die beim Verfassen der StVO wohl keiner gedacht hat.

Abgebildet ist die Kreuzung der Stadtberger Straße stadtauswärts (führt links ums Eck) mit der Deutschenbaurstr (geradeaus) und der Leonhard-Hausmann-Straße (rechts ab). Das Hochbord rechts ist ein Fußweg, der mit „Fahrrad frei“ beschildert ist. Auf der anderen Seite der Kreuzung sieht man die gleichermaßen beschilderte Fortsetzung, die direkt in eine Ableitung auf die Fahrbahn übergeht (und den testhalber angebrachten Schutzstreifen).

Untypischerweise für einen Fahrrad-frei-Fußweg ist eine Radfurt markiert und eine Kombiampel angebracht. Möglicherweise war das Hochbord einstmals ein benutzungspflichtiger Fuß-/Radweg. Ebenso untypischerweise kann die Kombiampel grün zeigen, während die Allgemeinampel eine Rotphase zeigt – das dürfte der Fall sein, wenn der Verkehr aus der Deutschenbaurstr grün hat. Der Verkehr von dort hat meines Wissens keine Abbiegebeschränkung, darf also in alle Richtungen fahren.

Nach dem 1.1. geisterten viele Artikel durch die Landschaft, welche auf die „neue“ Regelung für Radfahrer an Ampeln hinwiesen. Fußgängerampeln gelten nicht mehr, in der Regel dafür die Allgemeinampeln, außer es gibt eigene Radampeln. Nun, das ist nicht verkehrt, aber ein Konstrukt wie hier hatte dabei eher keiner im Sinn. Darf (oder sollte) man als Radfahrer von der Fahrbahn kommend nun bei Allgemein-Rot aber Kombiampel-Grün losfahren und geradeaus in die Deutschenbaur fahren? Oder darf (sollte) man das nur vom Hochbord aus?

Der zweite Satz in der StVO die Regeln für Radfahrer an Ampeln betreffend besagt: „Davon abweichend sind auf Radverkehrsführungen die besonderen Lichtzeichen für den Radverkehr zu beachten“. Man muss sich als Radfahrer also auf dieser Radführung befinden, damit ein etwaiges Extrasignal gilt? Oder gilt es auch, wenn man sich gar nicht auf dieser Radführung befindet? Was ist die Radführung an dieser Kreuzung überhaupt? Ist eine Radfurt eine Radführung, wenn sie zwei nicht benutzungspflichtige Fußwege verbindet?

Eine rechtlich einwandfreie Beurteilung traue ich mir hier nicht zu, auch wenn intuitiv ein Halten auf der Fahrbahn und Fahren vom Hochbord nicht nur richtig, sondern einzig sinnvoll erscheint. Von der Fahrbahn aus würde ich nur fahren, wenn kein Verkehr herrscht. Oder eben vorher auf das Hochbord wechseln und von dort fahren – denn nur von dort kommend scheint es mir plausibel, dass der Abbiegeverkehr auf mich achtet. Paradoxerweise ist es hier also von Vorteil, auf dem Weg zu fahren, der für Radfahrer nur bedingt empfehlenswert ist (um nicht zu sagen: auf dem man eigentlich nie fahren sollte).

Möglicherweise sehen in solchen Kreuzungen auch nur Menschen einen möglichen Konflikt, die zu lange auf die StVO geschaut haben. Doch nachdem im Zweifelsfall (lies: Unfall) Versicherungen ins Spiel kommen, kommt der Wortklauberei durchaus Bedeutung zu. Meist kommt an dieser Stelle die irrsinnig hilfreiche Belehrung, man müsse als Radfahrer im Zweifel halt eher auf sein Recht verzichten. Aber das springt zu kurz: es sollte den Zweifel nicht geben. Nicht so oft. Nicht so unnötig. Die Unnötigkeit an dieser Stelle ist der Fahrrad-frei-Fußweg. Dieses Konstrukt schießt allzu oft quer und bringt eine Uneindeutigkeit in die Radführung, die mehr verwirrt als löst. An dieser speziellen Stelle wiegt der Umstand, dass der offensichtliche Vorteil der Benutzung des Fußwegs Radverkehr auf das Hochbord zieht. Doch warum macht man dann keinen anständigen Radweg daraus? Weil der Platz fehlt? Weil man nicht willens ist, den nötigen Platz zu schaffen? Also schafft man lieber eine uneindeutige Radführung? Na danke.

Good news everyone!

Heute hat’s schon 7 Grad mehr als gestern! Ok, dafür sieht man nix mehr, aber das mit der Aussicht ist sowieso überbewertet.

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Video-Link: https://youtu.be/netIrGBmaLA

Halb geräumt zählt nicht, lieber Winterdienst

Auf gemeinsamen Fuß-/Radwegen, ob sie nun durch eine Linie getrennt sind oder nicht, nur die Hälfte der Fläche zu räumen, ist und bleibt Murks. Insbesondere im Aufstellbereich um Ampeln herum, wo man wohl schlecht von wartenden Fußgängern oder Radfahrern verlangen kann, sich doch in den Schnee zu stellen.

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Winterdienst nach etwas niederschlagsfreier Zeit

Mittlerweile, zwei/drei Tage mit Dauerfrost nach dem letzten Schneefall, herrschen eigentlich recht gute Bedingungen auf den Radwegen – immer bezogen auf die Wege, die ich zufällig befahre. Den Zustand von heute wenn wir schon ab Tag 0 erreichen würden, das wäre schon nahe am Gral. Wenn es bis Tag 1 dauern würde – also den ersten Morgen nach einem Schneefall –, dann wäre das immer noch sehr gut. Bislang liegt das Problem meines Erachtens vor allem darin, dass einzelne sehr schlechte Abschnitte die Befahrbarkeit ganzer Strecken stark beeinträchtigen. Wenn etwa eine Aufleitung nicht frei ist, nutzt der ganze geräumte Radweg dahinter nichts. Wenn Abschnitte mit vielen Parkbuchten und Einmündungen nicht von Beginn an häufig nachgeräumt werden, bleiben Matsch und Eis womöglich tagelang erhalten. Denn auffällig ist schon: Stellen, die an Tag 1 noch schlecht waren, sind auch heute noch schlecht.

Augsburger Winterdienst Task Force

Presse Augsburg über die Bemühungen der Stadt Augsburg hinsichtlich eines besseren Winterdienstes:

Um sich vor Ort ein Bild über den Zustand der Radwege zu machen, sind Umweltreferent Reiner Erben und der städtische Fahrradbeauftragte mit einem Team des städtischen Winterdienstes nach dem ersten größeren Schneefall dieses Winters die Hauptverkehrswege abgefahren. […] Wie sich gezeigt hat, waren die Radwege grundsätzlich gut geräumt und befahrbar. Weil es zwar massiv aber nicht dauerhaft geschneit hat, herrschten gute Bedingungen für den Räumeinsatz.

Wann diese Kontrolle stattgefunden hat, ist mir nicht ganz klar. „Nach dem ersten größeren Schneefall“ sollte letzte Woche gewesen sein, nicht nach dem jetzigen Wochenende – ich fand den Zustand letzte Woche allerdings schlechter, und das obwohl es diesmal eben kontinuierlicher geschneit hat. Aber so ist das mit subjektven Eindrücken auf einem nur winzigen Ausschnitt des gesamten (Rad-)Verkehrsnetzes.

Schneehaufen in Kreuzungsbereichen sind mir tatsächlich kaum aufgefallen, die „gut befahrbaren“ Radwege auf dem Hochbord kann ich schwerlich beurteilen (wenngleich ich an den Zustand entlang der Lechhauser Straße erinnern darf): auf meinen Wegen überwiegt tatsächlich die Führung auf der Fahrbahn. Die Radwege entlang von Orts(teil)verbindungen waren tatsächlich alle stets einwandfrei.

Lediglich die von den Straßen abmarkierten Radwege waren schwerer zu befahren. Grund dafür ist, dass vor allem neben Parkbuchten ein- und ausfahrende Fahrzeuge immer wieder Schnee und Matsch auf die Radwege befördern. Zur Verbesserung dieser Situation werden im Rahmen der Möglichkeiten die Radwege wiederholt nachgeräumt.

Leider wiegen die negativen Ausreißer in der subjektiven Wahrnehmung stets schwerer. Desweiteren sind die Führungen auf der Fahrbahn weit verbreitet, einen Weg durch die Innenstadt ohne Radspur dürfte es kaum geben. Sieht man sich die neueren Maßnahmen im Rahmen der Fahrradstadt 2020 an, finden sich darunter auch überwiegend Schutzstreifen (z. B. Zugspitzstr, Jakoberstraße, Deutschenbaurstr, Gabelsberger Str). Während der Schneeeintrag von außen sicher ein Faktor ist, leiden viele der Rad- und Schutzstreifen aber auch an einer unvollständigen Räumung. Auch das mag vielerlei Gründe haben: im Stadtkern, etwa in der Grottenau und der Prinzregentenstraße, verhindern möglicherweise parkende Autos/Lieferwägen eine ordentliche Räumung. Andernorts scheint das Räumgerät nicht in ausreichender Zahl vorhanden – so schiebt das große Fahrzeug den Schnee in die Radspur, doch das kleine Gerät kommt nicht hinterher, um die Radspur freizuschaufeln (Friedberger Straße Höhe Peterhof zum Beispiel, oder in der Hagenmähderstr).

Die Nachräumung wäre die Lösung, die ja auch versprochen wird – „im Rahmen der Möglichkeiten“. Diesen Rahmen zu erweitern liegt aber letztlich voll und ganz in den Händen der Stadtregierung. Dass das in Zeiten klammer Kassen weh tut ist unbestritten. Dass Investitionen für eine unbeständig auftretende Saison doppelt weh tun, kann ich auch nachvollziehen. Ich für meinen Teil komme ja auch schon mit dem Status Quo zurecht – wie Hunderte andere auch. Wie die Stadt ihr Ziel qualifiziert und quantifiziert, ist mir nicht bekannt. „Besser machen“ kann man es schließlich immer. Interessant ist damnach das „gut genug“: Bei welchem Kostenverhältnis ist das erreicht und wie sieht das dann aus?

Nächste Chance

Wenn ich wieder nur von dem Weg ausgehe, den ich heute eben gefahren bin, würde ich vorsichtig behaupten, dass der Winterdienst sich dieses Mal besser geschlagen hat als beim letzten Schneefall. Manche Stellen, die ich letztes Mal bemängelte, sind viel besser freigeräumt (Ulmer Straße, Oberhauser Bahnhof, Grottenau). Wie im Negativen gilt aber auch im Postiven, dass eine Fahrt nur einen winzigen Ausschnitt zeigt.

Zudem überwiegt auf meiner Strecke die Führung auf Schutz- und Radstreifen auf der Fahrbahn. Vor- und Nachteile treten im Winter gut hervor: Zwar ist es ärgerlich, wie der Raum für Radfahrer abschnittsweise aufs Gröbste zweitrangig behandelt wird und von der Benutzung nur abgeraten werden kann, wenn die Streifen nicht sowieso komplett verschüttet sind. Doch liegt der Ausweg (für mich!) auch besonders nah: man fährt einfach weiter links auf der Fahrbahn. Und da der Schnee ganz offensichtlich die neue Fahrbahnbegrenzung bildet, ist die Vorhersehbarkeit und Akzeptanz entsprechend hoch. Im idealen Fall senkt die verengte Fahrbahn die Geschwindigkeit des Verkehrs, was vielleicht sogar angenehmer ist als der Normalfall mit schnellem Verkehr und relativ engem Schutzstreifen.

Allzu positiv möchte ich aber vernachlässigte Schutz- und Radstreifen wirklich nicht zeichnen. Zum einen entsteht ja eben keine konsequente Verkehrsführung. Mal ist ein Radstreifen befahrbar, mal nicht. Besonders in Kurven treffe ich immer wieder auf unpassierbare Streifen, die offensichtlich entstehen, weil der Räumdienst die Kurven schlicht nicht sauber ausfährt. Dies wiederum nötigt Radfahrer zu punktuellen Ausflügen auf die Fahrbahn, einem ständigen Hin und Her – das kann nie eine gute Lösung sein. Zum anderen ist das Fahren auf der Fahrbahn für einen nicht zu vernachlässigenden Teil der Radfahrer einfach keine Option. Sie brauchen Abstand zum PKW-Verkehr, umso mehr, je schlechter – selbst wenn nur potenziell – die Straßenbedingungen sind. Diese Gruppe weicht dann eher auf die Fußwege aus, was zwar weder sicherer noch sinnvoller ist, aber unbestreitbar passiert. Die überwiegende Masse steigt jedoch gar nicht erst aufs Rad. Das mag gut für deren eigene Sicherheit sein, aber ist halt auch nicht das Ziel einer Fahrradstadt.

Im Dunkeln

Eigentlich kann ich Fahrten im Dunkeln nicht so viel abgewinnen, aber das war schon sehr lustig heute abend. Wertach eben.

Ups.

Wenn man vom Arbeitsweg abkommt. Ihr kennt das.

Winterdienst, einen Tag später

Sensibilisierte Mitarbeiter, eine Task Force – und ein weiterer Tag ohne Schneefall. Zwar wieder kälter, aber mit Sonne, die Straßen trocknen streckenweise sogar schon ab. Sicher ist heute auf den Radwegen also alles besser als gestern?

Hmmmm.

Dazu bin ich heute nochmals (fast) dieselbe Strecke gefahren wie gestern. Abgesehen von der Aufleitung in der Langenmantelstraße (die durch PKW-Verkehr über den Bordstein freier geschaufelt schien) und einem aus dem Weg geräumten Schneehaufen am Vogeltor konnte ich leider keinen Unterschied ausmachen. Wohlgemerkt gilt das nur für diese eine Strecke. Vielleicht ist andernorts sehr viel passiert. Aber auf dieser Strecke, welche immerhin die zentrale Ost-West-Verkehrsachse beinhaltet, ist es erschreckend, dass de facto nichts nachgebessert wurde. Denn das verleitet mich zu der Annahme, dass niemand unterwegs ist, der das Räumungsergebnis kontrollieren und ggf. Nachbesserungen anordnen würde. Falls das der Fall sein sollte (oder eine Kontrolle der Meinung ist, dass das alles so passt), dann ist die „Task Force“ leider nicht das Papier wert, auf dem sie steht.

Winter

Beginnen wir heute mal mit dem rundweg Positiven.

In diesem Winter will es die Stadt besser machen

Es geht natürlich um den Winterdienst in Augsburg und es ist natürlich – Spoiler – wie mit allen guten Vorsätzen.

Die Bilder sind allesamt von Montag Vormittag (siehe Bildunterschriften für Details). Den ersten (weniger groß als angekündigt ausgefallenen) Schneefall von letzter Woche habe ich ausgelassen, was nun liegt, ist das Ergebnis des kontinuierlich mäßigen Schneefalls von Samstag Nacht bis Sonntag Nachmittag, was irgendwo zwischen 5 und 10 cm gewesen sein dürften. Seither wäre eine Menge Zeit gewesen, auch die Radwege in einen guten Zustand zu versetzen.

Was man bei der Bewertung des Winterdienst stets berücksichtigen muss, ist das Koordinatensystem, in dem man sich bewegt, sprich: was erwartet man denn überhaupt? Was ist schlecht, was ist gut und was ist zumindest gut genug? Seltsam, dass man darüber überhaupt sprechen muss, denn stellt sich diese beim PKW-Verkehr überhaupt? Klar, auch hier gibt es Einschränkungen. In vielen Wohngebieten etwa ist der Winterdienst schlicht überhaupt nie unterwegs. Vielleicht kommen die Maschinen dort in den zugeparkten engen Straßen gar nicht erst durch. Vor allem aber liegt der Fokus (natürlich) auf den Hauptstraßen. Das ganze Straßennetz ist schlicht nicht freizuschaufeln. Kleinere Straßen sind dann eben erst später dran.

So ähnlich stellt sich das der unbedarfte Mensch mit der Priorisierung vielleicht auch mit Radwegen vor. Ja, die soll man auch räumen, aber halt vielleicht ein bisschen später. Und natürlich auch nicht alle. Naja, und vielleicht auch nicht so oft. Snd ja so wenige Radfahrer unterwegs.

Diese Vorstellung geht jedoch in vielen Fällen nicht auf. Warum etwa sollen Radwege eigentlich weniger oft geräumt werden als Straßen? Weil Räder mit teilverschneiten Wegen besser zurecht kommen als Autos? Das ist doch ganz offensichtlich grober Unfug. Wie auch beim generellen Zustand der Straßen (Schlaglöcher) bräuchten Radfahrer sogar stets die besseren Bedingungen. Jedwede Schlechterbehandlung von Radwegen reduziert sich somit immer nur auf das Argument: Weil es weniger Radfahrer gibt, sind sie weniger wichtig, und weil man die Ressourcen sehr gezielt setzen muss, fallen die Unwichtigen hinten runter. Und wenn man dieses Argument noch mit sehr sehr viel Wohlwollen als pragmatisch notwendigen Kompromiss ansehen könnte, so ist er doch im Grundsatz diskriminierend.

Und die Argumentation steht sich selbst im Weg. Denn ohne bessere Zustände auf den Radwegen wird sich auch die Anzahl der Radfahrer nicht signifikant erhöhen. Sie ist Ausdruck der Kapitulation vor dem vermeintlich Unabänderlichen: im Winter kann man nicht Radfahren. Also muss man auch keine Wege räumen. Henne, Ei, immer hübsch im Kreis herum.

Aber wie gesagt: Eine Priorisierung ist nicht per se verkehrt, man kann die herrschenden Sachzwänge ja auch nicht vollständig ignorieren. Umso mehr muss man jedoch die Bedürfnisse des schlechter behandelten Radverkehrs kennen und verstehen, um die Nachteile in Grenzen zu halten. Und möglicherweise mangelt es genau daran.

Denn sollte es nicht offensichtlich sein, dass für den Radverkehr freie Auf- und Ableitungen essenziell sind? Radverkehrsführungen sind eben, wie sie sind: mal auf der Fahrbahn, mal auf dem Hochbord. Und große Räumfahrzeuge schieben diese zwangsläufig zu. Ein kleineres Fahrzeug müsste diese wieder freischaufeln. Doch die kleineren sind seltener unterwegs (und/oder nicht in ausreichender Zahl vorhanden), weshalb hier schon prinzipbedingt keine zufriedenstellende Lösung erreicht werden kann – zumindest wenn man blind nach Schema F vorgeht und wenigstens auf Hauptverkehrsachsen solche Stellen nicht ganz gezielt behandelt.

Auch kommt Schnee nicht nur von oben. Er wird auch, wenn er erst einmal liegt, von Parkbuchten und Einmündungen auf die Hauptstraßen getragen. Uns Radfahrer trifft das, weil unsere Wege eben am Fahrbahnrand verlaufen. Und so sind viele ansonsten freie Radwegen um Kreuzungen und Einmündungen herum mit Schnee(matsch) versaut. Ziehen die Temperaturen an – wie etwa für die kommende Nacht mit zweistelligen Minusgraden prognostiziert – dann wird aus dem Matsch knallhartes Eis. Einmal mehr ein Grund, Radwege und -spuren eher öfter zu räumen als weniger. Dass Autos in Straßen einbiegen und aus Parkbuchten heraus fahren lässt sich nunmal schwer verhindern, diesen Schneeeintrag wird es also immer geben. Doch stattdessen wird er komplett ignoriert.

Und es ist diese Achtlosigkeit, die so nervt. Dass Wege und Straßen im Wohngebiet kaum geräumt werden – Schwamm drüber. Dafür ist der Winter der Winter und Einschränkungen muss man hinnehmen. Aber was einem auf Hauptverkehrswegen heute so begegnet scheint nicht nur Ausdruck fehlender finanzieller Mittel zu sein. Es wirkt vielmehr an den Bedürfnissen des (schwächeren) Radverkehrs vorbei. Entweder unbewusst, weil man es nicht besser weiß, oder in Kauf genommen, weil man den Mehraufwand einfach nicht bezahlen möchte.

In einer „Fahrradstadt“ muss man schon fragen: Wann ist denn der Zeitpunkt gekommen, den Winterradverkehr ernst genug zu nehmen, dass man den notwendigen Aufwand für anständige Fahrbahnverhältnisse treibt? Wann wird ein ordentlich geräumtes Radwegenetz zu einer nicht zu diskutierenden Leistung? Oder ist Fahrradstadt ein jahreszeitlicher Begriff?