Alltagsfahrten schön und gut, aber die Überlandfahrten sind schon das Salz in der Suppe. Sportlich gesehen mal die Ränder der Komfortzone erkunden, sinnlich gesehen die Ausblicke genießen und den Kopf völlig frei bekommen.

Wenn ich nur auf eines (abgesehen von Gegenwind) verzichten könnte, dann jenes: das ewige Herumgeeiere zwischen völlig unkoordinierten Radwegsimitationen. Mal links, mal rechts, mal beides, mal gar nicht. Jede Ortsdurchfahrt gestaltet sich anders, wenn man den wirren Vorstellungen der örtlichen Verkehrsplaner folgen würde. Und so braucht man sich auch nicht zu wundern, dass man immer wieder (Renn-)Radler auf der Straße antrifft, selbst wenn ein 1a-Radweg neben der Straße verläuft. Denn für wie lange verläuft der da wohl? Wann wechselt er unvermittelt die Straßenseite, weil Villarriba und Villabajo von zwei Seiten angefangen haben zu bauen, ohne sich abzusprechen? Wann biegt er unvermittelt ins Feld ab? Wann wird er plötzlich zur unasphaltierten Schlaglochhölle? Wann ist aus arglistiger Boshaftigkeit ein Hügel aufgeschüttet, während die Landstraße weiter steigungsfrei dahinmeandert? Wann endet er rechtwinklig an einer Gartenhecke im nächsten Dorf und schickt einen über die Straße, nur um am Dorfende wieder zurück zu leiten? Wann täuscht am Dorfende ein Radweg nur an, um 25 Meter später zu enden?

Wer da nicht allein, sondern mit kleinen Kindern unterwegs ist, weiß besser sehr genau über den Weg Bescheid. Und die anderen lernen irgendwann, das Gestümpere zu ignorieren und bleiben auf der Straße. Lieber etwas mehr Zeit in die Trackgestaltung vorher am Rechner stecken, alte Dorfverbindungen suchen und: genießen.