Detailverbesserung(sversuche)

Stef Fel hat auf seinen Wegen durch Augsburg in der Schletterer- und Sieglindenstraße zwei willkommene Detailverbesserungen entdeckt:

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Video-Link: https://twitter.com/Radelschwabe/status/859448907402817536

Zum einen wurde in der Schlettererstraße an der Kreuzung mit der Johannes-Rösle-Straße eine Querungshilfe installiert. Während das möglicherweise Fußgänger freut, ist der weitere Nutzen, dass dadurch der elendig riesige Einmündungstrichter der Johannes-Rösle-Straße verengt wird. Theoretisch sollte das den klassischen Rechtsabbiegerkonflikt entschärfen. Eine simple Methode, die vielleicht nicht alle Probleme löst, aber wenigstens zeigt, dass hier ein Problem erkannt und verstanden wurde.

Was dennoch nicht darüber hinweg täuschen soll, weshalb hier überhaupt ein Problem besteht: Der Straßenzug quillt vor parkenden Fahrzeugen über, wodurch die Sichtbeziehung zwischen dem abgesetzten Radweg und der Fahrbahn völlig zerstört ist. Klassischer kann der große Nachteil abgesetzter Radwege gar nicht illustriert werden. Auch in der Seitenstraße wird bis an die Radwegmarkierung heran geparkt, die Sicht in die Seitenstraße (und aus ihr heraus) wird dadurch erheblich eingeschränkt. Nachdem dieses Eck so gar nicht auf meinen üblichen Wegen liegt, überlasse ich die Einordnung der tatsächlichen Probleme jenen, die hier regelmäßig fahren (müssen).

Einige Meter weiter wurde jenseits der Unterführung eine baulich geschützte Rad-Linksabbiegerspur installiert – in dieser Form habe ich das in Augsburg noch nirgends gesehen. Die Sicht in alle Richtungen von der Abbiegebucht aus ist gut, sie sollte auch groß genug für längere (Lasten-)Räder/Gespanne sein. Als Nebeneffekt hält die neue Bucht Autofahrer auch vom Schneiden des Radwegs in der Kurve ab. An dieser Stelle bin ich glaube ich noch nie links abgebogen (ich komme eher von der Dammstraße und biege in die Sieglindenstraße ein), sodass ich die Stelle nicht aus dem Alltag beurteilen kann. Aus dem Bauch heraus würde ich mich lieber in der Straßenmitte einordnen und von dort aus abbiegen – auch in der Straßenmitte hätte man eine Abbiege“bucht“ markieren können (so ist es z. B. am Autobahnsee markiert). Von dort aus müsste man nur den Gegenverkehr abwarten, nicht auch noch den Verkehr von hinten. Aber das fällt wohl schon in die Kategorie „persönliche Vorlieben“, dass nicht jeder sich mitten in die Straße stellt kann ich ebenso nachvollziehen.

Selbst wenn mir die heutige Fahrt durch die Schlettererstraße eher wieder aufzeigt, warum ich dort nicht (auf dem Radweg) fahren will, so finde ich die beiden Details ermutigend. Im Falle der Abbiegebucht wurde der im Überfluss vorhandene Platz auf der Fahrbahn umverteilt und Radfahrer werden auf einfache Weise unterstützt. Die Querungshilfe zuvor mag einen schrecklichen Straßenzug nur etwas weniger schrecklich machen, aber sie zeugt von einem Verständnis für das grundlegende Problem. Ich würde mir noch wesentlich mehr Mut wünschen, was das Freiräumen der Straßenränder rund um Einmündungen angeht, denn letztlich wurde hier kein (legaler) Parkplatz geopfert und die Sichtbarkeit des Radwegs nur minimal erhöht.