Eine 4+ für Augsburg

Die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklimatests sind da – und siehe da: Augsburg klettert weiter. Die Durchschnittsnote 3,7 steht zu Buche und damit Platz 11 von 39 (oder gar Platz 1 von 3 unter den bayerischen Großstädten, nach 3,9 2014 und 4,2 2012).

Kleiner Vergleich mit umliegenden Gemeinden: Neusäß kommt auf 3,1, Bobingen auf 3,0, Königsbrunn auf 2,8, Stadtbergen auf 3,9 und Aichach auf 3,7. Der oft zitierte Bayern-Primus Erlangen kommt auf die Note 3,3. Aber auch zur Einordnung wichtig: Augsburg ist einer der wenigen Teilnehmer, die sich überhaupt verbessert haben. Und außerdem liegen wir vor unserem Vorort an der Isar Die detaillierten Augsburg-Ergebnisse lassen sich hier nachlesen.

Wie schon beim letzten Mal sollte man die Durchschnittswerte mit einer angemessenen Prise Salz genießen – ganz davon abgesehen, dass hier subjektives Empfinden abgefragt wird. Die Bewertungen bei den einzelnen Fragen verteilen sich Gauß-artig über das gesamte Spektrum, was eine Deutung (für mich) schwer macht. Wenn von 100 Radfahrern 31 das Fahrradfahren in Augsburg Spaß macht (Note 1 und 2), aber 24 es als Stress empfinden (Note 5 und 6), dann klingt das nicht wirklich hilfreich. Gleichzeitig fühlen sich nur 19% „als Verkehrsteilnehmer akzeptiert“, während 34% das gegenteilig empfinden – haben Augsburger also Spaß an Unterdrückung oder fahren die spaßigen Radler nur im Wald? Man weiß es nicht.

In den meisten Fällen vereinen sich erwartungsgemäß die meisten Antworten auf die mittleren Noten, mit ein paar Ausnahmen: So sehen mehr Radfahrer häufige Konflikte zwischen Rad und Auto (44% Note 5/6) als es sich die Waage hält (Note 3/4: 41%). Auch Hindernisse auf Radwegen werden häufiger mit extrem schlechten Noten versehen als mit mittelprächtigen. Eindeutiger verteilen sich nur die Meinungen bei der Güte der Falschparkerkontrolle: Note 5 und 6 schlagen hier die Noten 1-4 deutlich – das darf man dann schon als Handlungsauftrag verstehen. Dass in den Vergleichsstädten alle drei Fragen noch schlechter bewertet wurden, sollte nur wenig beruhigen.

Sprechen würde ich gerne mit den 32% Menschen, die die Note 1 und 2 für die „Werbung für das Radfahren“ vergaben. Nimmt man noch die Note 3 und 4 hinzu – befriedigend und ausreichend – so finden offenbar 71% der Befragten die Öffentlichkeitsarbeit gut genug. Dafür, dass außer der 1. Radlnacht 2016 eigentlich exakt überhaupt gar kein Marketing betrieben wird (zählen die beiden öffentlichen Radpumpen als Marketing?), ein erstaunliches Ergebnis.