Regelkonform Radfahren im Wohngebiet

Radfahren ist großartig. Das ist kein Widerspruch zu all dem Gemeckere hier, es ist der Grund dafür. Die Lust am Radfahren auch meinem Nachwuchs mitzugeben, ist mir wichtig. Es sollte daher nicht verwundern, dass ich beim Radfahren mit Kind aus der Haut fahren könnte.

Und zwar, weil ich nach jeder Fahrt auf absurdesten Gehwegen und um unzählige Deppenparker herum befürchte, das Kind könnte die Lust am Radfahren verlieren. Weil es Radfahren mit ständigem Absteigen, Schieben und Rad Anheben verbindet, weil abgesenkte Randsteine eine Rarität darstellen oder derart schlecht ausgeführt sind, dass eine Absenkung höchstens messbar ist. Weil die Wege des Kindes ständig von Deppenparkern verstellt sind, die ihre eigene Bequemlichkeit über einen freien Weg, eine freie Sicht stellen. Weil es wahnsinnig komplizierte Wege nehmen muss, die ihm die begleitenden Eltern (vorbildlich den Regeln folgend) vorschreiben – aus ihnen komplett nicht nachvollziehbaren Gründen.

Als Elter sehe ich mich im Spannungsfeld zwischen Regelwerk – welches mir vorschreiben würde, mit meinem Kind an jedem Randstein abzusteigen und über die Straße zu schieben – und meiner Vorstellung davon, meinem Kind Spaß am Radfahren und das selbstbewusste, rücksichtsvolle Bewegen im Verkehr beizubringen – und dabei den eigenen starken Schutzinstinkt natürlich trotzdem auszuüben. Ich sehe bejubelte Änderungen der StVO (Begleitung auf dem Gehweg), die an der Realität bzw. meiner Ansicht davon zerschellen, aber als „familienfreundlich und sicher“ verkauft werden. Ich sehe die baulichen Missstände und die Deppenparker und sehe nichts als Respekt- und Gedankenlosigkeit.

Noch klappt das mit dem Spaß am Radfahren trotz all meiner Bedenken zum Glück ziemlich gut. Das Schimpfen auf üble Wege und – besonders! – Deppenparker auch.Wie ist das bei euch?