RADar Feedback

Man muss der Stadt ein Kompliment machen: Nicht nur haben sie sich endlich an das RADar! des Stadtradelns gewagt, die Meldungen werden auch bearbeitet/weitergeleitet – scheinbar manuell, nicht automatisiert. Und auf einige wird auch geantwortet, und zwar öffentlich einsehbar.

Nun denn, let’s have a look. Was hält man im Tiefbauamt von der Fahrradstraße im Dr.-Ziegenspeck-Weg? Eine Strecke, die ich beinahe täglich fahre, seit mehreren Jahren?

Der Dr-Ziegenspeck-Weg befindet sich in keinem guten, jedoch in einem verkehrssicheren Zustand

Was genau die Anforderungshöhe für „verkehrssicher“ ist, weiß ich nicht. Dass die Meldung aber als „erledigt“ markiert ist, sagt mir, was die Anforderungshöhe für den Zustand einer Fahrradstraße in der mutmaßlichen Fahrradstadt Augsburg ist.

Nehmen wir eine weitere Meldung einer Stelle, die ich über Jahre hinweg kenne (Dislaimer: keine der genannten Stellen wurde von mir gemeldet): Einmündung der Stauffenbergstraße auf die Haunstetter Straße. Der Randstein des begleitenden Fuß- und Radwegs schüttelt einen ordentlich durch – eine Stelle von tausenden im Stadtgebiet. Der Randstein ein wenig hoch, die Entwässerungsrinne ein wenig tief, der Straßenbelag wieder etwas höher, das Ganze gezeichnet von Jahrzehnten. Nicht schön, aber Status: erledigt.

Die Rad- und Gehwege befinden sich in einem verkehrssicheren Zustand. Bei Gehwegen ist aufgrund der Barrierefreiheit eine tastbare Kante mit 3cm erforderlich.

Ah, die Barrierefreiheit. Von Gehwegen. Wie schön. Lesen wir mal nach:

Die Übergänge vom Geh- und Radweg zur Fahrbahn können über zwei Möglichkeiten erfolgen:

1. Über eine gemeinsame 3 cm Bordsteinhöhe. Diese Lösung ist im Allgemeinen mit seinen Nachteilen bekannt sowohl für Personen mit Rädern als auch für sehgeschädigte Personen

2. Ausbildung der Übergänge in Form einer Doppelquerungsstelle (getrennte Querungsstelle), die mit differenzierter Bordhöhe Fußgänger über einen abgesenkten Bordstein führen und den Radfahrern eine flache Rampe anbieten. Diese Lösung ist auch in der RASt 06 und in der E DIN 32984 (2010-02) aufgeführt und gilt in Zusammenhang mit den erforderlichen Bodenindikatoren für blinde und sehbeheinderte Personen als sichere Querungsanlage.

(Hervorhebung meinerseits)

Schau an.

Ich forderte schon vor längerer Zeit eine Transparenz in den Entscheidungen. Denn für jede Entscheidung für oder wider eine Maßnahme gibt es einen Prozess und einen Schwellenwert. Könnte sein, dass einige der Antworten nun genau jene Schwellenwerte erahnen lassen.