RADar-Antwort in gut

Das ist mal eine Antwort, die mich zufrieden stellt – auch wenn ich der Gewichtung pro PKW-Verkehr freilich nicht unbedingt zustimme, aber das ist ja ein Punkt, an dem man gerne unterschiedlicher Meinung sein darf.

Konkret ging es um die Ampel an der Friedberger Straße (Queren der Friedberger Straße von der Inverness Allee aus kommend), eine Bettelampel, die ohne eigene Anforderung durch Fußgänger oder Radfahrer nicht gleichzeitig mit der entsprechenden PKW-Ampel auf grün schaltet. Da sie auch eine Anforderung kurz vor der Grünphase nicht mehr annimmt (annehmen kann), fühlt man sich u. U. besonders ausgebremst.

Die Antwort ist ausführlich und nachvollziehbar:

Nicht nur Fußgänger sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer werden erfasst und je nach Verkehrslage freigegeben. Der Druckknopf schaltet die Freigabe nur bei Bedarf. Diese Schaltweise reduziert unnötige Wartezeiten für alle anderen Verkehrsteilnehmer. Gerade an verkehrsschwachen Zeiten kann dadurch die Freigabezeit der Dr.-Grandel-Str. auf den tatsächlichen Bedarf reduziert werden. Wenn nur wenig Fahrzeuge am Haltebalken stehen, kann das Grünsignal bis auf ca. 8 Sekunden (Grün Räumzeit) reduziert werden, mit einer andauernden Fußgängerfreigabe muss, ob ein Fußgänger queren will oder nicht, die Nebenrichtung mindestens ca. 25 Sekunden (Grün Räumzeit) geschalten werden. Diese Schaltweise wird hauptsächlich an Knotenpunkten mit hohen KFZ Anteil (Hauptstraßen) eingesetzt, an anderen Stellen wird die „Gewichtung“ auf Radfahrer bzw. Fußgänger gelegt.

Bei „reduziert unnötige Wartezeiten für alle anderen Verkehrsteilnehmer“ (übersetzt: Autos) musste ich ein bisschen schwer atmen und ob es irgendwo eine Ampel gibt, welche die Gewichtung auf Fußgänger und Radfahrer legt, möchte ich auch erst sehen, bevor ich es glaube. Auch ist es einigermaßen ernüchternd, wie „dumm“ Ampelschaltungen im Jahr 2017 noch sind. Man sollte meinen, mit allgegenwärtigen Sensoren sollte eine unnütze Räumungsphase vermeidbar sein, doch dem ist offenbar nicht so.

Da es glaube ich keine Freude ist, solche Antworten – einem empörten und fachlich sehr wahrscheinlich unwissendem Gegenüber – schreiben zu müssen, ist mein Dank ernsthaft groß. Auch wenn ich die Ampel immer noch hasse.