Ausbesserung der Buckelpiste

Und weiter geht die Ausbesserungs-Saison. Ob sie wohl nach diesem Artikel kurzfristig verlängert wurde? Nein, wahrscheinlich nicht. Etwas umfangreicher als sonst fallen die Arbeiten derzeit aber schon aus – genug zu reparieren gibt es ja.

Tatsächlich bin ich zwiegespalten, was die derzeitigen Ausbesserungsarbeiten im Siebentischwald angeht. Einerseits bin ich schon froh um das Ergebnis. Ob nun bedingt durch den AZ-Artikel zum schlechten Zustand der Stadtwald-Wege und die Meldungen im Rahmen des RADar, oder ob es von vornherein der Plan war – so umfassend wurde auf den Strecken im Wald schon lange nichts mehr repariert. Gerade nahe des Hochablasses sind nun einige üble Löcher Geschichte und alles in allem sind – für den Moment – die allermeisten Stellen eingeebnet. Das Ergebnis zählt. Doch hier beginnt dann das andererseits …

Bei allem Umfang – und die dunklen Asphaltflecken zeigen recht eindrucksvoll, welch großer Teil der Fahrbahn geflickt wurde – verwandelt dies die Strecke durch den Wald nicht plötzlich in eine Fahrradstrecke, die keine Wünsche offenlässt. Es bleibt eine Holperstrecke vor dem Herrn. Das Bessere ist des Guten Feind, wie man sagt. Wann ist gut gut genug? Ist es zuviel verlangt, wenn man nicht auf einem Flickwerk fahren möchte, dessen Halbwertzeit nachweislich gering ist, sondern auf einer ordentlich asphaltierten Strecke, die auf voller Breite uneingeschränkt benutzbar ist?

Vielleicht ist es das, angesichts eines (wann und wo nicht?) angespannten Haushalts und einer ellenlangen Liste an Straßen mit größerer verkehrlicher Bedeutung, die auch lange überfällig sind? Hierüber darf man gerne geteilter Meinung sein. Ich bin jedoch der Überzeugung, dass das Stadtwaldnetz ein unterbeachtetes Juwel ist, das mehr Zuwendung verdient hätte. Insgesamt kranken Maßnahmen der Fahrradstadt – nach meiner Auffassung natürlich – daran, dass sie Stückwerk sind. Hier eine Änderung, da ein Streifen, da eine Verbesserung. Willkommen, keine Frage, aber auch ein bisschen nach dem Gießkannenprinzip. Überall ein bisschen was, lieber viel kleines als wenig großes. Ich glaube aber, es braucht auch etwas großes. Etwas Ganzes. Eine Trasse, eine Achse, eine Maßnahme, womit wirklich komplette Wege – echte von Menschen zurückgelegte Wege! – besser werden. Die Wege durch den Wald bilden den Kern eines Netzes, das konkrete Ziele verbindet. Das Klinikum Süd, Aerotech (und das gesamte östliche Haunstetten), die Sportanlage Süd (in Verlängerung samt Studentenviertel, FOS/BOS, Berufsschule etc.), Hochzoll (über den Hochablass), das Stadtzentrum (Rotes Tor) und über die Fortführung am Lech Lechhausen.

Kurzum: Im Stadtwald liegt das Grundgerüst für eine Nord-Südachse. Das ist nicht einfach ein hübscher Weg für den Ausflug am Sonntag. Das ist grundlegende Alltags-Pendler-Infrastruktur. Über die Vorteile gegenüber der Haunstetter Straße müssen wir im Lichte der kürzlichen Ereignisse nicht wirklich reden, oder? Nachteile birgt sie natürlich auch, keine Frage. Aber unbedeutend, das ist das Wegenetz dort auf keinen Fall.

Und für dieses kein Flickwerk zu fordern, sondern einen Fahrbahnzustand, wie er im Großen und Ganzen für PKW-Strecken völlig selbstverständlich ist, halte ich nicht für vermessen.

For what it’s worth: Mich hat die Strecke durch den Wald zu dem Fahrradpendler gemacht, der ich heute bin. Die Strecke war und ist großartig. Aber sie ist es TROTZ ihres Zustandes. Was könnte diese Strecke alles sein, alles leisten, wenn sie auch noch in richtig gutem Zustand wäre?