Neue Beschilderung, altes Spiel

Manchmal komme ich nicht umhin, mich zu fragen, ob die Verantwortlichen, die am Helio-Center die Beschilderung planen, aufstellen und/oder kontrollieren, morgens zum Anziehen zweier gleicher Socken auch Hilfe benötigen. Oder schon jemals auf einem Rad gesessen sind.

In der gefühlt drölfzigsten Beschilderungsvariante ist nun stadteinwärts aus der Pferseer Unterführung das Stück bis zur Kreuzung weiterhin als gemeinsamer Fuß- und Radweg beschildert. Just vor der Kreuzung aber wird der schmale Weg auf einmal zum reinen Fußweg. Offenbar soll der/die Radfahrer/in genau in der Kurve auf die Fahrbahn. Ums Eck herum wiederholt sich die Fußwegbeschilderung, erst hier ist dann, wie gehabt, ein temporärer Schutzstreifen auf der Fahrbahn — als Ableitung vom Fußweg — markiert.

Das fragwürdige hier ist beileibe nicht die Ausschilderung als Fußweg. Der Weg um die Helio-Kurve herum taugt nicht als gemeinsamer Weg. Anscheinend hat man das an den verantwortlichen Stellen inzwischen auch bemerkt. Vielleicht gab es auch genügend Fußgänger und Radfahrer, die sich über das an dieser Stelle zum Scheitern verurteilte Miteinander beschwert haben? Doch wie kommt man denn dann auf den „Lösungsansatz“, den gemeinsamen Weg ausgerechnet in der Kurve aufzuheben? Und nicht schon — endlich, ENDLICH — DIREKT NACH DER Unterführung?

In den wenigen Minuten an der Stelle beobachtete ich genau zwei Typen von Radfahrern: diejenigen mit verwirrtem Gesichtsausdruck auf der Fahrbahn, ungläubig auf die Beschilderung und Markierung blickend, und diejenigen, die stoisch auf dem Gehweg blieben (klassische Rowdieradler jenseits der 70). Auch ein Fußgängerpärchen kam kopfschüttelnd ums Eck, die wirre Radfahrerführung kommentierend.

Das Schlimme ist: Das Helio-Eck ist ohne Baustelle auch nicht entscheidend geräumiger als derzeit. Das absehbare Ende der Baustelle wird nicht das Ende sein. Wir werden noch viele Versuche über uns ergehen lassen müssen, fürchte ich.