Es ist vollbracht

Geschafft. Die Jakoberstraße stadteinwärts erreicht nach über einem Jahr (Nicht-)Arbeit einen Zustand, der wohl den Mindeststandards gerecht wird.

Mehr Euphorie oder gar Dankbarkeit wird es von meiner Seite dafür nicht geben. Das Verlagern der Radspur auf die Fahrbahn halte ich nach wie vor für die richtige Entscheidung. Man hatte aber rund 1,3 Meter Spielraum – die Breite der vormaligen Radspur auf dem Gehweg –, den man hätte nutzen können. Dieser kommt nun, abzüglich des Abstands der Parkmarkierung vom Randstein, vollumfänglich den Fußgängern zugute. Das ist zwar schön für die Fußgänger und entlang einer Ladenstraße sicher nicht die dümmste aller Ideen. Jedoch reihen sich dadurch nun Verkehrsräume in Mindestbreiten aneinander – was wiederum meistens schon eine dumme Idee ist. Ein Schutzstreifen in Mindestbreite (samt Ablaufrinne) auf einer sehr engen Fahrbahn entlang einer Längsparkreihe.

Stattdessen hätte man auch den Randstein versetzen und/oder „befahrbarer“ gestalten können und die nutzbare Fahrbahn damit breiter machen können. Selbst wenn man von den 1,3 Metern 65cm dem Gehweg zuschlägt, blieben 65cm übrig. Und selbst wenn man davon nochmal 50 cm Abstand zur Parkreihe reserviert, blieben 15 cm übrig, evtl. zzgl. des befahrbaren Ablaufs. Ja, um 15 cm kann man schon froh sein, das sind die Dimensionen, um die man betteln muss. 15 cm könnten aber auch einfach der Außenspiegel sein, der einen nicht trifft. 15 cm sind von einem Mindestbreitenschutzstreifen immerhin schon 12%. 12% mehr Platz auf der Fahrbahn. Die Breite der Pflastersteinreihe, die dann befahrbar wäre.

Natürlich wäre das mal richtig teuer geworden. Ob es je ernsthaft abgewogen wurde? Keine Ahnung. Ich habe auch keine Ahnung, ob ein bisschen mehr Platz auf der Fahrbahn ausschließlich positive Auswirkungen hat – oder nicht vielmehr dazu führt, dass das Überholen irgendwie doch möglich scheint und dann – mit zu geringem Abstand – gemacht wird. Ich bin kein Stadtplaner, dafür sitzen Fachkräfte an den jeweiligen Positionen. Aber wenn man sich ansieht, wie offenbar überhastet ein Schutzstreifen markiert wurde, ohne dass in irgendeiner akzeptablen Zeitnähe auch die Parkreihe versetzt wurde, um zumindest den Anschein eines sicheren (oder nicht rechtswidrigen) Radangebots zu erwecken, drängt sich jedenfalls nicht unbedingt der Gedanke auf, hier sei ein großer Masterplan verfolgt worden.

Nein, ich bin nicht versöhnt. Vielleicht bin ich (zu) nachtragend. Aber hier wurde zu viel Porzellan zerschlagen. Da braucht es eine ganze Reihe an zukünftigen, hervorragend durchgeführten Maßnahmen, um das zu kitten.