Mehr Platz am Jakobertor

So spät die Stadt letztes Jahr auch anfing, geplante Maßnahmen umzusetzen, manches klappte dann doch recht zügig. Die neue Fußgängerbrücke am Jakobertor ist so gut wie fertig und schafft endlich den benötigten Platz, um die Radspur bis an die Kreuzung zu ziehen.

Statt mit Farbe oder Schildern etwas in den Bestand zu zwingen (oder die Kreuzung so zu belassen, wie sie eben war), hat man den aufwändigen Weg gewählt und neuen Platz geschaffen. Hervorragend! Das Ganze sieht sehr offen und geräumig aus, vor allem scheinen die Wege einleuchtend – sprich, es mutet für Fußgänger nicht wie ein Umweg an, obwohl sie jetzt ein ganzes Stück weiter abseits der Straße geleitet werden. Dass nun also scharenweise Fußgänger auf dem Radweg laufen steht nicht zu befürchten.

Weshalb man das Kopfsteinpflaster in der Radfurt belassen hat, erschließt sich mir hingegen nicht. Im Gegensatz zum Oberen Graben muss man es wenigstens nicht leicht schräg zu den Fugen überqueren, aber nachdem man die Oberfläche eh schon bearbeitet hat, wäre es nicht naheliegend gewesen, das Pflaster im Bereich der Radfurt herauszunehmen? Vielleicht kommt das ja noch …

Beim rechts Abbiegen in die Jakoberwallstraße steht einem nun endlich nichts mehr im Weg – und der ebenfalls noch 2017 sanierte Fuß-/Radweg entlang der Jakoberwallstraße sei an dieser Stelle nicht unterschlagen. Die – schon lange bestehende – Radfurt geradeaus über die Jakoberwallstraße ist nun überhaupt erst sinnvoll erreichbar. Auf der Gegenseite landet man hingegen immer noch auf einem undefinierten Gehweg entlang der Unteren Jakobermauer, auf dem einem potenziell auch wartende Radfahrer Richtung Lechhauser Straße im Weg stehen.

Interessanterweise ist das neue Stückchen Radweg zur Kreuzung hin nicht mit einem Blauschild versehen. Vielleicht kommt das noch, vielleicht ist es aber auch ein dezenter Hinweis, dass das Linksabbiegen in die Lechhauser Straße weiterhin am besten gelingt, wenn man mit dem PKW-Verkehr auf der Fahrbahn mitschwimmt statt sich in mehreren Zügen über den Radweg um die Kreuzung herumzuwinden. Und noch ein kleines Detail: Man darf an der Ampel (linksseitig sozusagen) die Jakoberstraße überqueren, wahrscheinlich um die Oblatterwallstraße erreichen zu können. Das ist nicht neu, das war auch zuvor schon so markiert – aber wie man das früher ohne auf dem Fußweg zu fahren hätte nutzen sollen, muss mir auch erst wer erklären. Wie auch immer: ausgeschildert ist dieser potenzielle Gegenverkehr auf der anderen Seite der Kreuzung natürlich nicht. Man muss sich ja noch Aufgaben lassen.