Ist das die Innenstadt, die wir anstreben?

Fußgänger laufen einen Bogen oder quetschen sich durch. Radfahrer murren und fahren gar nicht erst auf den Radweg. Autofahrer … keine Ahnung, sehen einen stehen und stellen sich dazu? Aber wie laufen an solchen Stellen – die Post am Hauptbahnhof in der Halderstraße ist beileibe nicht alleine – eigentlich Politiker, Stadtplaner, Lobbyisten von Gewerbetreibenden vorbei?

Dass der „Seitenraum“, der Raum, der in der Regel für Radfahrende und Fußgänger vorgesehen ist, schon längst wie selbstverständlich vom motorisierten Verkehr eingenommen wird, scheint mindestens zu bestimmten Uhrzeiten und an bestimmten Stellen unumstößlich. Jene, die direkt betroffen sind, denen das Problem von anderen aufgehalst wird, bleiben in der überwiegenden Mehrheit stumm. Aber sind es denn wirklich nur die Radfahrer und Fußgänger, die hier direkt betroffen sind? Was ist denn mit der (Innen-)Stadt selbst?

Aufenthaltsqualität, Freude beim Bummeln, entspanntes Spazierengehen, das Flair des Stadtgewusels genießen? Also: was denken Politiker, Stadtplaner und jene, denen das Wohl der Gewerbetreibenden ein Anliegen sein sollte, bei solchen Bildern? Ist das die Innenstadt, in der wir leben und uns bewegen wollen? Ist das die Innenstadt, die Politik und Handel sehen wollen? Oder sollte uns da nicht vielleicht doch besseres einfallen? Und dieses uns muss schon lange eben nicht nur die vermeintlich direkt Betroffenen meinen, sondern Stadtpolitik und Handel gleichermaßen.