Hindernisrochade in Inningen

Letztes Jahr wurde in der Bergheimer Straße in Inningen Tempo 30 verordnet. Weil das hierzulande nicht einfach so geht, wurden obligatorisch Hindernisse auf der Fahrbahn platziert. So richtig glücklich scheint irgendwer mit dem Ergebnis wohl nicht gewesen zu sein – die Hindernisse wurden jüngst verändert.

Die Modifikationen sind, könnte man meinen, nicht weltbewegend. Vor allem wurden die Hindernisse, die zuvor etwas in die Fahrbahn versetzt waren, nun ganz an den Randstein verschoben. Wie man sehen kann, ist der Raum“gewinn“ nicht überwältigend. Ob das einen Bus- oder Autofahrer nun glücklicher macht?

Es macht auf alle Fälle Radfahrer unglücklicher: wo man vorher bei Gegenverkehr noch zwischen Randstein und Hindernis unbehelligt weiterfahren konnte, bleibt nun kein Platz mehr. Der war zwar bislang zugegebenerweise beschränkt – vergleichbar in etwa mit dem Platz zwischen Randstein und Tramgleisen an einer Tramhaltestelle –, aber immerhin vorhanden. Nun muss man wieder von Fall zu Fall entscheiden, ob man dem Gegenverkehr am Hindernis vorbei begegnen möchte oder nicht. Das kann je nach Gegenverkehr und dessen Tempo völlig problemlos sein, oder – bei Bussen und ähnlichem – unmöglich. Wenn ich mit dem Rad durch eine Maßnahme, die den Verkehr beruhigen soll – und in diesem Fall ist tatsächlich in allererster Linie der motorisierte Verkehr gemeint – ausgebremst werde, muss ich stets den Kopf schütteln.

Ich frage mich, worin bei diesen Veränderungen der Gewinn liegt. Wer profitiert? Am ehesten scheinen – wie angeblich in der Martinistraße in Haunstetten – Busse durch die Hindernisse beeinträchtigt. Ob für diese jedoch die vielleicht 30 cm Raumgewinn etwas bringen? Selbst dann bleiben ja weiterhin die parkenden PKW erhalten, freie Fahrt für Busse bliebe lediglich, wenn die Straße von allem frei gehalten würde. Wenn also der störungsfreie(re) Busverkehr nicht der Grund ist, was dann? Oder hat nur wer gemerkt, dass man sich mit dem Wunsch nach Tempo 30 keinen langsameren Verkehr, sondern – aufgrund der nervigen Einbauten – lediglich einen stockenderen Verkehr eingebrockt hat? Versucht man deshalb nun, die Einbauten so weit an den Rand zu verschieben, um möglichst viel Fahrbahn zu erhalten, auf der man wieder ungebremst fahren kann (auch wenn es dazu nicht reicht)?