Ampelschaltung an der Gögginger Brücke

Die Gögginger Brücke befahre ich nicht allzu regelmäßig, daher bin ich mir nicht sicher, wann diese Änderung umgesetzt wurde. Auf alle Fälle ist die Radampel stadteinwärts an der Kreuzung mit der Stettenstraße irgendwann letztes Jahr verlegt worden: vom Ampelmasten vor der Kreuzung auf die gegenüberliegende Straßenseite (also dort, wo auch die herkömmliche Fußgängerampel hängt). Das ist in meinen Augen eine positive Änderung: Dort ist die Radampel für AutofahrerInnen während des gesamten Abbiegevorgangs einsehbar. Eine Radampel am vorgelagerten Ampelmasten hingegen sieht jemand, der bereits in die Kreuzung eingefahren ist, dort aber warten muss (kreuzende Fußgänger), nicht mehr. Zudem scheint mir der Blick in Richtung Fußgängerampel eintrainiert, während eine Radampel vor der Kreuzung relativ neu ist und einen zusätzlichen Blick erfordert.

Wie dem auch sei, die Ampelschaltung an dieser Kreuzung führt die vermeintlichen Vorteile der Ampelpositionierung völlig ad absurdum. Denn Fuß- und Radverkehr werden synchron geschaltet – das hätte man also mit einer simplen Kombi-Streuscheibe auch viel einfacher haben können. Fuß- und Radverkehr von der Gögginger Brücke aus über die Stettenstraße hinweg wird nur 30 Sekunden Grünphase eingeräumt – im Vergleich mit rund einer vollen Minute für den PKW-Verkehr. In der folgenden halben Minute, in der die Stettenstraße Grün hat, bekommen Rechtsabbieger von der Gögginger Brücke nochmals dezidiert grün*.

Der motorisierte Verkehr hat also nicht nur doppelt so lange Grün wie der Radverkehr, was entweder ein Zeichen für eine immense Bevorteilung des abbiegenden motorisierten Verkehrs gesehen werden kann, oder für eine immens beschränkte Ampelsteuerung, die Fuß- und Radverkehr nicht unabhängig voneinander schalten kann. Der Radverkehr teilt sich obendrein seine Grünphase auch noch mit dem Rechtsabbiegeverkehr, der praktisch Dauergrün hat. Nun mag das durchaus ein wichtiger Knotenpunkt sein, aber dass man den Rechtsabbiegern hier nicht einmal eine minimale Wartezeit abringt, um deren Dauergrün zugunsten eines Grünvorsprungs für den Radverkehr zu unterbrechen, ist schon ein Statement für sich.

*ob sich die Ampelschaltung je nach Uhrzeit unterscheidet, habe ich nicht geprüft – weiß das jemand, der hier regelmäßig/zu den typischen Pendleruhrzeiten fährt?