Zahlen lĂĽgen nicht. AuĂźer, wenn doch.

Die AZ berichtet ĂĽber eine „stichprobenartige Zählaktion an zwei Augsburger Kreuzungen“ des ACE im Rahmen dessen „Fahr mit Herz“-Jahresaktion und ĂĽberschreibt das Ganze mit „Autofahrer und Radler im Verkehr: RĂĽcksichtnahme? Fehlanzeige“. Da könnte man schon einwerfen, dass das eine gewagte pauschale Schlussfolgerung sein könnte angesichts der geringen Fallzahl der Zählaktion, aber das Thema ist ja prinzipiell interessant, also schauen wir doch mal, was bei dieser Zählaktion so zusammengetragen wurde.

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Absurditäten auf dem Weg zur Arbeit

Dass die Stadt Augsburg die AckermannbrĂĽcke als „fĂĽr den Verkehr freigegeben“ gefeiert hat, ist nun auch schon wieder 10 Tage her. Leider gilt das nur, solange man tatsächlich ĂĽber die BrĂĽcke fährt. All der Verkehr, der unten durch möchte, oder von unten auf die BrĂĽcke auffahren möchte … tja, das zieht sich noch ein wenig.

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Vier lose Gedanken zur Fahrradstadt

Am Montag machte das KLAK Radlkino im Rahmen der Radlwoche in Augsburg halt und vor der FilmvorfĂĽhrung äuĂźerten sich fĂĽnf Experten (oder eher: 4 Experten und ich) zum Stand der Dinge in Sachen Fahrradstadt, die ihr 2020-Anhängsel mittlerweile offiziell abgelegt hat. „Wo ist die Luft raus? Wir flicken das und pumpen auf“ lieĂź das Feld offen, wodurch sich fĂĽnf Menschen mit größtenteils gleichartiger Meinung ohne groĂźe Wiederholungen zu vier Stichpunkten äuĂźern konnten. Hat SpaĂź gemacht, aber weil mir das geschriebene Wort eben doch näher liegt, will ich im Folgenden meine Punkte nochmals darlegen.

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Ride of Silence Augsburg

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Video-Link: https://twitter.com/radirrwege/status/997001706390028288

Es mag nur ein kurzes, kleines, stilles Zeichen der Solidarität und Anteilnahme gewesen sein, und Solidarität alleine (vor allem im Nachhinein) bringt uns nicht viel weiter. Aber ohne Solidarität, ohne Anteilnahme, ohne Anstand im Verkehr kommen wir überhaupt nirgendwo hin.

Eltern-Taxis versus Rettungswege

Dieser Fall sorgt nicht nur im sächsischen Neukirchen für Fassungslosigkeit: In der dortigen Kita war ein Kind von einer Rutsche gefallen und kurzzeitig bewusstlos. Die Erzieherinnen riefen sofort den Rettungsdienst. Doch als die Einsatzkräfte anrückten, kamen diese zunächst nicht zu dem Kind durch. Zahlreiche Autos hatten die Zufahrt blockiert. (Artikel der SHZ)

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Die Fahrradstadt 2020 ist tot, lang lebe die Fahrradstadt

Die Stadt gesteht ein, dass das Projekt Fahrradstadt bis 2020 nicht umgesetzt werden kann. Nun soll das Thema Radverkehr zur Daueraufgabe erklärt werden. […] Die Stadt hatte sich [2012] das Ziel gesetzt, den Radverkehrsanteil von 17 Prozent (2014) auf 25 Prozent im Jahr 2020 zu erhöhen. Wo die Stadt momentan steht, ist unklar. (Quelle)

Dass die städtische Radverkehrsförderung auch über 2020 hinaus einen Rahmen benötigt, war von Beginn an klar. Insofern ist es durchaus zu begrüßen, dass bereits vor Ablauf der Deadline die Weichen dafür gestellt werden und voraussichtlich eine zusätzliche Stelle mit dem langjährigen Vorstand des ADFC Augsburg als Radverkehrsbeauftragter besetzt wird. Es bleiben jedoch ein ganzer Berg Fragen.

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‚Fahrradstadt‘ wäre manchmal ganz einfach

Denn in einigen Punkten unterscheiden sich die BedĂĽrfnisse von RadfahrerInnen in keiner Weise von denen der Autofahrer. Gefährt bringt uns irgendwo hin, Gefährt muss abgestellt werden. Und man könnte meinen, dass es die Stadt beim eigenen BĂĽrgerbĂĽro ganz alleine in der Hand hat, mit vergleichsweise einfachen Mitteln mit gutem Beispiel voran zu gehen, indem man mit guten und ausreichenden Abstellmöglichkeiten aufwartet. Doch während der Radständer gar nicht mal aus der untersten Schublade stammt, bietet er halt nur genau fĂĽnf Rädern Platz. Was fĂĽr ein BĂĽrgerbĂĽro „Stadtmitte“ vielleicht möglicherweise ein kleines bisserl knapp bemessen ist, ist es nicht?

Wie wäre es mit einem simplen Handlauf entlang der Fassade, mh?

ParkgebĂĽhren versus Ă–PNV-Preise

Ausgehend hiervon und hiervon hat mich ja schon lange interessiert, wie die Entwicklung der Parkgebühren im Vergleich zu Steigerung der ÖPNV-Preise in Augsburg aussieht – und was wohl los wäre, wenn man die Parkgebühren an die Preisentwicklung des ÖPNV koppelt. Praktischerweise haben die Grünen Augsburg just Anfang des Jahres eine passende Anfrage gestellt. Die Antwort liegt seit Mitte März vor. 

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Das Problem der Anderen

Eigentlich wollte ich Ihnen etwas Schönes erzählen. Ich wollte Ihnen erzählen von Schokolade, die auf ihrem Weg von der Kakao-Bohnen-Plantage bis zum Laden ganz ohne CO2-Emission auskommt – dank Segelfrachter und Lastenrädern. Aber das muss leider warten. Denn grade eben stand mir wieder ein Bierlaster im Weg.

Dem ist nichts hinzuzufĂĽgen.

„Mal auf die eigene Vorfahrt verzichten“

Ich bin die Mutter von Paul. Mein Kind war am 4. September 2017 mit seinem Fahrrad auf dem Weg zur Schule. An der Kreuzung Schützenkuhle/Husumer Straße wurde er von einem LKW überrollt. Paul hat alles richtig gemacht, er benutzt den Radweg und die grüne Ampel. Ihm wird von dem rechtsabbiegenden (zehn Tonnen schweren) Lastwagen die Vorfahrt genommen. – (Quelle)

Vielleicht (wahrscheinlich?) liegt es daran, dass ich Berichte zu Unfällen mit Radfahrern aufmerksamer (oder ĂĽberhaupt) lese als solche ĂĽber PKW-Unfälle. Auf jeden Fall habe ich den Eindruck – und bin damit nicht alleine – dass es offenbar sehr schwer fällt, Radunfälle wiederzugeben, ohne ein Fehlverhalten des Radfahrers/der Radfahrerin zu erwähnen oder zumindest anzudeuten. Und wann immer Radunfälle kommentiert werden, kommt beinahe unvermeidlich ein „Argument“ zur Sprache: „Als Radfahrer muss man im Zweifel eben auch mal auf die Vorfahrt verzichten“.

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Leihräder in Augsburg

Die GrĂĽnen stellen einen Antrag:

Die Stadtwerke prüfen im Rahmen eines Ausbaus des swa Rads die zusätzliche Bereitstellung von Lastenfahrrädern und überarbeiten die bisherige Preisstruktur des Verleihsystems.

Günstigere Preise helfen bekanntlich immer, und tatsächlich gibt es (international) günstigere Verleihangebote.

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Einbauten?

Keine Markierung und kein Plastikinselchen kann mir all das nehmen, was mir das Radfahren jeden Tag gibt.

Luftreinhaltung, Gegenvorschlag

Hey, liebe Innenstadt-Händler in der Fußgängerzone: wieviele deiner täglichen Lieferungen könnte man wohl von etwas außerhalb mit einem Rad zu euren Läden transportieren, statt einen PKW/Sprinter/LKW in die Fußgängerzone zu lotsen? Mh?

Böse Fahrräder!

Montag Morgen, 9:30 Uhr, die AnnastraĂźe einmal hoch und runter gefahren mit dem Rad, Geld und FrĂĽhstĂĽck holen. Irre, ich habe gar niemanden dabei umgefahren.

Ich zählte:

  • 4 Radfahrer (inkl. mir), eine davon schob ihr Fahrrad
  • 1 LKW
  • 25 PKW/Sprinter. FĂĽnfundzwanzig. Ohne die, die in den abgezäunten Baustellenbereichen standen.

Wer war gleich nochmal der Eindringling in der Fußgängerzone?

Der Untergang ist nahe

Großes Ungemach droht offenbar, wenn RadfahrerInnen nun genauso lange durch die Fußgängerzone fahren dürfen wie 10-Tonner. Der Bewertung des Artikels (auf Facebook) nach spaltet sich Zustimmung und Ablehnung in etwas gleichmäßig auf. Die Kommentare sind dagegen beinahe einhellig aus der Ablehnungs-Ecke. Und die Stärke der Ablehnung ist, selbst die offenbare allgemeine Unfähigkeit in Betracht ziehend, sich auf Facebook/im Internet gemäßigt zu äußern, recht erschreckend.

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Perspektivenwechsel

Schulweg zu Fuß mit der Erstklässlerin. Ein Perspektivenwechsel, der überaus empfehlenswert ist. Ich halte ihn für ein hervorragendes Beispiel für einen der eher abstrakten Auswüchse motorisierter Gewalt (oder auch hier): die nicht mehr hinterfragte, als gegeben hingenommene, kompromisslose Ausrichtung auf den PKW-Verkehr und die tief verankerte Selbstverständlichkeit des Parkens jenseits aller Verbote. Aber der Reihe nach.

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2017, the lost year?

Jetzt mal ernsthaft, ganz ohne Häme: Ist dieses Jahr bisher eigentlich IRGENDETWAS im Rahmen der #Fahrradstadt2200 umgesetzt worden? Wieviel Budget stand für dieses Jahr gleich nochmal zur Verfügung? Ist der Haushalt überhaupt schon genehmigt?

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Stadtradeln in Augsburg

So sieht es aus, wenn man ein Plateau erreicht. Sowohl Kilometer (blau/linke Skala) sowie Teilnehmer (grĂĽn, rechte Skala) pendeln sich seit Jahren ein. Nun sagen Zahlen vom Stadtradeln natĂĽrlich erst einmal etwas ĂĽber das beschränkte Ereignis „Stadtradeln“ aus, und selbst dabei gibt es noch Einschränkungen (z. B. Wetter).

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