Gehwegparken?

Eva Weber, OB-Kandidatin der CSU — und wie das in Bayern eben so ist, damit wohl designierte nächste Oberbürgermeisterin Augsburgs — spricht sich also für das Gehwegparken aus. Das ist an sich ein alter Hut. Natürlich gibt es schon diverse Ort, an denen Gehwegparken erlaubt ist, außerdem ist die Ausweitung auf weitere Straßen, in denen Bedarf gesehen wird, schon seit mindestens über zwei Jahren Thema. Wenn es nun eine Oberbürgermeisterkandidatin im Wahlkampf in ihren 30-Punkten-Plan aufnimmt — nicht nur das, sie erwähnt es als ersten (!) Punkt —, ist das dennoch ein gewaltiger Wink mit dem Zaunpfahl (oder ein recht plumper Streichposten in eventuellen Koalitionsverhandlungen).

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Vielsagende Themenwahl?

Die Abschlussveranstaltung zum Stadtradeln ist eine gemeinhin spannungsarme Veranstaltung. Es ist eine freundliche Geste Richtung Radfahrende, die der Stadt mit ihrem Einsatz eine recht einfache (wenngleich kleine) Marketingbotschaft ermöglichen. Ich meine das nicht zynisch oder undankbar. Es ist eben Gepflogenheit, die Stadt könnte sich das Stadtradeln-Brimborium auch sparen, was sie glücklicherweise nicht tut, aber sie zieht natürlich auch ihren Nutzen daraus. Es ist eine schöne, größtenteils harmlose Symbiose.

In früheren Jahren konnte man vom Baureferenten oder Fahrradbeauftragten der Stadt noch ein paar konkrete abgeschlossene oder geplante Fahrradmaßnahmen erfahren. Bei den letzten Ausgaben fiel das jedoch komplett weg. Was bleibt, sind neben der Verleihung der immer gleichen Preise der immer gleichen Sponsoren die (imho) immer etwas fehl am Platze wirkende Kritikrede des ADFC (inhaltlich tadellos, aber es ist halt ein happy-happy-feelgood-Abend) und die Wortbeiträge der jeweils anwesenden Politikervertretung. Und letzteres war das Interessante dieses Jahr.

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Verschneiter Weg durch den Stadtwald

It’s beautiful.

Ja, es ist auch anstrengend(er), es ist stellenweise auch rutschig und in entsprechendem Maße gefährlicher, und ja, es dauert länger ans Ziel zu kommen.

Aber es ist halt in erster Linie schön. Den ganzen Stress und Zeitdruck drumherum, den lassen wir uns (Ausnahmen bestätigen die Regel) von außen aufdrücken. Wenn man das loslassen kann, ist es schön. Einen Gruß und gute Fahrt an alle, die das heute geschafft haben.

Zahlen lügen nicht. Außer, wenn doch.

Die AZ berichtet über eine „stichprobenartige Zählaktion an zwei Augsburger Kreuzungen“ des ACE im Rahmen dessen „Fahr mit Herz“-Jahresaktion und überschreibt das Ganze mit „Autofahrer und Radler im Verkehr: Rücksichtnahme? Fehlanzeige“. Da könnte man schon einwerfen, dass das eine gewagte pauschale Schlussfolgerung sein könnte angesichts der geringen Fallzahl der Zählaktion, aber das Thema ist ja prinzipiell interessant, also schauen wir doch mal, was bei dieser Zählaktion so zusammengetragen wurde.

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Absurditäten auf dem Weg zur Arbeit

Dass die Stadt Augsburg die Ackermannbrücke als „für den Verkehr freigegeben“ gefeiert hat, ist nun auch schon wieder 10 Tage her. Leider gilt das nur, solange man tatsächlich über die Brücke fährt. All der Verkehr, der unten durch möchte, oder von unten auf die Brücke auffahren möchte … tja, das zieht sich noch ein wenig.

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Habe ich gerade Augsburgs Flüsse erwähnt?

Ok, ich habe leicht reden, denn die Wertach liegt mir nicht im Weg, sondern sie liegt am Weg. Oder suche ich nur den Weg so aus, dass er daran entlang führt? Gut möglich. Meine Zeit, meine Wahl, mein Weg.

Vier lose Gedanken zur Fahrradstadt

Am Montag machte das KLAK Radlkino im Rahmen der Radlwoche in Augsburg halt und vor der Filmvorführung äußerten sich fünf Experten (oder eher: 4 Experten und ich) zum Stand der Dinge in Sachen Fahrradstadt, die ihr 2020-Anhängsel mittlerweile offiziell abgelegt hat. „Wo ist die Luft raus? Wir flicken das und pumpen auf“ ließ das Feld offen, wodurch sich fünf Menschen mit größtenteils gleichartiger Meinung ohne große Wiederholungen zu vier Stichpunkten äußern konnten. Hat Spaß gemacht, aber weil mir das geschriebene Wort eben doch näher liegt, will ich im Folgenden meine Punkte nochmals darlegen.

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Ride of Silence Augsburg

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Video-Link: https://twitter.com/radirrwege/status/997001706390028288

Es mag nur ein kurzes, kleines, stilles Zeichen der Solidarität und Anteilnahme gewesen sein, und Solidarität alleine (vor allem im Nachhinein) bringt uns nicht viel weiter. Aber ohne Solidarität, ohne Anteilnahme, ohne Anstand im Verkehr kommen wir überhaupt nirgendwo hin.

Eltern-Taxis versus Rettungswege

Dieser Fall sorgt nicht nur im sächsischen Neukirchen für Fassungslosigkeit: In der dortigen Kita war ein Kind von einer Rutsche gefallen und kurzzeitig bewusstlos. Die Erzieherinnen riefen sofort den Rettungsdienst. Doch als die Einsatzkräfte anrückten, kamen diese zunächst nicht zu dem Kind durch. Zahlreiche Autos hatten die Zufahrt blockiert. (Artikel der SHZ)

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Die Fahrradstadt 2020 ist tot, lang lebe die Fahrradstadt

Die Stadt gesteht ein, dass das Projekt Fahrradstadt bis 2020 nicht umgesetzt werden kann. Nun soll das Thema Radverkehr zur Daueraufgabe erklärt werden. […] Die Stadt hatte sich [2012] das Ziel gesetzt, den Radverkehrsanteil von 17 Prozent (2014) auf 25 Prozent im Jahr 2020 zu erhöhen. Wo die Stadt momentan steht, ist unklar. (Quelle)

Dass die städtische Radverkehrsförderung auch über 2020 hinaus einen Rahmen benötigt, war von Beginn an klar. Insofern ist es durchaus zu begrüßen, dass bereits vor Ablauf der Deadline die Weichen dafür gestellt werden und voraussichtlich eine zusätzliche Stelle mit dem langjährigen Vorstand des ADFC Augsburg als Radverkehrsbeauftragter besetzt wird. Es bleiben jedoch ein ganzer Berg Fragen.

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‚Fahrradstadt‘ wäre manchmal ganz einfach

Denn in einigen Punkten unterscheiden sich die Bedürfnisse von RadfahrerInnen in keiner Weise von denen der Autofahrer. Gefährt bringt uns irgendwo hin, Gefährt muss abgestellt werden. Und man könnte meinen, dass es die Stadt beim eigenen Bürgerbüro ganz alleine in der Hand hat, mit vergleichsweise einfachen Mitteln mit gutem Beispiel voran zu gehen, indem man mit guten und ausreichenden Abstellmöglichkeiten aufwartet. Doch während der Radständer gar nicht mal aus der untersten Schublade stammt, bietet er halt nur genau fünf Rädern Platz. Was für ein Bürgerbüro „Stadtmitte“ vielleicht möglicherweise ein kleines bisserl knapp bemessen ist, ist es nicht?

Wie wäre es mit einem simplen Handlauf entlang der Fassade, mh?

Parkgebühren versus ÖPNV-Preise

Ausgehend hiervon und hiervon hat mich ja schon lange interessiert, wie die Entwicklung der Parkgebühren im Vergleich zu Steigerung der ÖPNV-Preise in Augsburg aussieht – und was wohl los wäre, wenn man die Parkgebühren an die Preisentwicklung des ÖPNV koppelt. Praktischerweise haben die Grünen Augsburg just Anfang des Jahres eine passende Anfrage gestellt. Die Antwort liegt seit Mitte März vor. 

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Das Problem der Anderen

Eigentlich wollte ich Ihnen etwas Schönes erzählen. Ich wollte Ihnen erzählen von Schokolade, die auf ihrem Weg von der Kakao-Bohnen-Plantage bis zum Laden ganz ohne CO2-Emission auskommt – dank Segelfrachter und Lastenrädern. Aber das muss leider warten. Denn grade eben stand mir wieder ein Bierlaster im Weg.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

„Mal auf die eigene Vorfahrt verzichten“

Ich bin die Mutter von Paul. Mein Kind war am 4. September 2017 mit seinem Fahrrad auf dem Weg zur Schule. An der Kreuzung Schützenkuhle/Husumer Straße wurde er von einem LKW überrollt. Paul hat alles richtig gemacht, er benutzt den Radweg und die grüne Ampel. Ihm wird von dem rechtsabbiegenden (zehn Tonnen schweren) Lastwagen die Vorfahrt genommen. – (Quelle)

Vielleicht (wahrscheinlich?) liegt es daran, dass ich Berichte zu Unfällen mit Radfahrern aufmerksamer (oder überhaupt) lese als solche über PKW-Unfälle. Auf jeden Fall habe ich den Eindruck – und bin damit nicht alleine – dass es offenbar sehr schwer fällt, Radunfälle wiederzugeben, ohne ein Fehlverhalten des Radfahrers/der Radfahrerin zu erwähnen oder zumindest anzudeuten. Und wann immer Radunfälle kommentiert werden, kommt beinahe unvermeidlich ein „Argument“ zur Sprache: „Als Radfahrer muss man im Zweifel eben auch mal auf die Vorfahrt verzichten“.

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Leihräder in Augsburg

Die Grünen stellen einen Antrag:

Die Stadtwerke prüfen im Rahmen eines Ausbaus des swa Rads die zusätzliche Bereitstellung von Lastenfahrrädern und überarbeiten die bisherige Preisstruktur des Verleihsystems.

Günstigere Preise helfen bekanntlich immer, und tatsächlich gibt es (international) günstigere Verleihangebote.

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Einbauten?

Keine Markierung und kein Plastikinselchen kann mir all das nehmen, was mir das Radfahren jeden Tag gibt.

Luftreinhaltung, Gegenvorschlag

Hey, liebe Innenstadt-Händler in der Fußgängerzone: wieviele deiner täglichen Lieferungen könnte man wohl von etwas außerhalb mit einem Rad zu euren Läden transportieren, statt einen PKW/Sprinter/LKW in die Fußgängerzone zu lotsen? Mh?

Böse Fahrräder!

Montag Morgen, 9:30 Uhr, die Annastraße einmal hoch und runter gefahren mit dem Rad, Geld und Frühstück holen. Irre, ich habe gar niemanden dabei umgefahren.

Ich zählte:

  • 4 Radfahrer (inkl. mir), eine davon schob ihr Fahrrad
  • 1 LKW
  • 25 PKW/Sprinter. Fünfundzwanzig. Ohne die, die in den abgezäunten Baustellenbereichen standen.

Wer war gleich nochmal der Eindringling in der Fußgängerzone?