Herbst!

  1. Get on your bike.
  2. Enjoy.
  3. There’s no step three.

*Hach*

Es ist ruhig, es riecht nach Herbst, man trifft mehr Eichhörnchen als Verkehr, die Reifen summen über das Laub. Ich liebe meinen Arbeitsweg.

Mein Viertel ist so toll, hier kann man überall parken.

Sollte es tatsächlich jemanden geben, der sich noch nie bei einer Parkplatzsuche geärgert hat, der/die kennt zumindest jemanden, der/die über die Parkplatzsituation schimpft. Fehlende Parkplätze sind wahrscheinlich ein fast so universelles Smalltalk-Thema wie es das Wetter ist. Will man nun irgendwo, aus welchen Gründen auch immer, Parkplätze streichen, so ist der Aufruhr vorhersehbar.

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Neues Viertel, alte Leier.

Hat im Retortenviertel auf dem ehemaligen Hasenbräugelände nicht jedes Haus eine Tiefgarage? Wieso kann und muss es dann konzeptionell zu solchen Straßenzügen kommen? Den Zetteln in den Autos nach zu urteilen sind das alles Anwohner mit Parkausweis?

Quo vadis, Fahrradstadt 2020?

Quo vadis, Fahrradstadt 2020? Vor knapp einem Jahr habe ich das schon einmal gefragt. Und wenn ich es mir heute nochmals durchlese, bin ich versucht, einfach nur das Veröffentlichungsdatum zu aktualisieren. Was ist im letzten Jahr passiert? Wenn ich nun „Nichts“ sage, wäre das eine tiefgreifende Beleidigung der Arbeit vieler Personen in der Stadtverwaltung, was ganz und gar nicht meine Absicht ist. Aber wenn ich aus dem Stegreif antworten müsste, mir fiele nichts Bemerkenswertes ein. Auch hier spielt die Erinnerung sicher einen Streich und blendet einfach aus, was man doch schon lange als überfällige Maßnahme angesehen hat.

Aber es bleibt eben doch der überwältigende Eindruck: Nichts. Es ist nichts passiert. Nichts von einschneidender Bedeutung. Nichts, was am Status Quo rütteln könnte. Nichts, was in der Lage scheint, dem ausgegebenen Ziel der Fahrradstadt 2020 näher zu kommen. Nicht in der öffentlichen Wahrnehmung zumindest. Ich schrieb vor einem Jahr:

Eine Aussage wie „wir bauen wenn möglich 2m breite Radwege“ ergibt in meinen Augen nur Sinn, wenn das „wenn möglich“ ehrlich definiert wird. Denn 2m breite Radwege sind immer *möglich*, nur nicht immer *gewollt* (manchmal auch völlig zurecht). Mal ist man nicht bereit, bestehende bauliche Umstände zu ändern. Mal will man den PKW-Verkehr nicht einschränken. Beides kann aus verschiedenen Gründen völlig sinnvoll sein. Aber wo ist der Schwellenwert? Wann überwiegt der Wille zu einer idealen Radlösung die Bedürfnisse des MIV und/oder anderer Verkehrsarten – und wann nicht? Letzteres dürfte der Knackpunkt sein und die Ernsthaftigkeit der Bemühungen definieren.

Und gestern konnte man dieses in der DAZ lesen:

Auf der zurückliegenden Bauausschusssitzung am vergangen Donnerstag standen zwei Radweg-Projekte auf der Tagesordnung. Das erste Projekt betrifft die Verlängerung der Äußeren Neuburgerstraße in der Firnhaberau. Das zweite Projekt behandelt die Deutschenbauerstraße. Bei beiden Projekten sollten beidseitig Fahrradschutzstreifen eingezogen werden. Nach zäher Diskussion stimmte der Bauausschuss dem ersten Projekt zu. In Sachen Deutschenbauerstraße wurde der Verwaltungsvorschlag von der CSU und der SPD vertagt, indem er in den Umweltausschuss verwiesen wurde. […] Das Projekt wurde mit dem Hinweis vertagt, im Umweltausschuss eine Durchquerungsmöglichkeit des Westfriedhofs für Radler zu prüfen, um eine sichere Verbindung Pfersee/Sheridan/Reese/Kriegshaber schaffen zu können.

Wo liegt er also, der Schwellenwert? Wir reden hier vom Anlegen von Schutzstreifen, der jämmerlichsten aller radspezifischen Markierungen. Wir reden von zwei Straßenzügen, die im Gesamtbild irgendwo im unteren Wichtigkeitsdrittel angesiedelt sind. In der Neuburger Straße geht es, wenn ich nicht irre, um einen Abschnitt jenseits der Hans-Böckler/Mühlhauser Straße (in der Hammerschmiede, nicht wie im Artikel vermerkt der Firnhaberau). Dort ist die Neuburger noch nicht die große Einfallstraße. Ein Schutzstreifen kann dort den fließenden Verkehr kaum beeinträchtigen. Eher sind potenzielle Auswirkungen auf Parkplätze vorstellbar. „Zähe Diskussionen“ waren von Nöten. Aha. In der Deutschenbaurstr. ist die Verkehrsbelastung sicher ähnlich gering. Auch hier kann es höchstens um Parkplätze gehen. Da möchte man also Radler lieber durch einen Friedhof leiten – was man aus guten Gründen ablehnen kann und was just dieser Umweltausschuss sowieso schon ad acta gelegt hat – statt ihnen etwa 100 Meter weit einen Schutzstreifen zu gönnen? Denn wenn es um die Verbindung der Sheridan- und Reese-Kaserne geht, dann ist die Deutschenbaurstr nur bis zum Abzweig Ulrich-Schwarz-Str relevant. Dass man über ein solch kurzes Stück mit einem albernen Schutzstreifen überhaupt streiten muss, ist an Armutszeugnis nicht zu überbieten.

Ich bin es leid, der Stadt Kredit geben zu müssen für all die Arbeit, die intern verrichtet wird, um irgendwann bestimmt vielleicht einmal etwas zu Wege zu bringen. Um dann auf Nebenschauplätzen bereits „zähe Diskussionen“ und „Vertagungen zu xy“ ertragen zu müssen.

Es.

passiert.

nichts.

2011 wurde die Idee für das Projekt gefasst. 2020 wurde als Ziel gesetzt. Die Ziele sind vergleichsweise konkret (auch wenn es der Weg dorthin nicht ist). Wir schreiben das Jahr 2016. Mehr als die Hälfte der Zeit ist um.

ES.

PASSIERT.

NICHTS.

Ein paar Schutzstreifen hier, ein paar … Schutzstreifen dort. Absichtserklärungen en masse. Und dann doch wieder der alte Denk-Beton in den entscheidenden Gremien. Auf einem Niveau, auf dem wir noch gar nicht über einschneidende Veränderungen des Verkehrsgefüges reden. Sondern über größtenteils kosmetische Veränderungen als potenzielle Vorboten einer sich potenziell ändernden Auffassung von städtischem Verkehr.

Aber wo ist der Schwellenwert? Wann überwiegt der Wille zu einer idealen Radlösung die Bedürfnisse des MIV und/oder anderer Verkehrsarten – und wann nicht?

Ich sehe nicht, dass sich dieser Schwellenwert im letzten Jahr bewegt hätte.

Entrumpelung

Zurück in Augsburg, was dürfen meine Äuglein sehen? Die Heilig-Grab-Gasse ist mittlerweile auch wieder freigegeben und mit dem unrumpeligen Pflaster versehen. Wann, oh bitte wann, kommen entsprechende Spuren in der Maxstraße?

Auf der Suche nach einer Tour?

 

Die hier kann ich wärmstens empfehlen.

Von Bad Tölz zum Sylvensteinspeicher, rüber zum Walchensee und durch das Jachenau-Tal zurück. Besonders der Abschnitt auf der Mautstraße Vorderriß-Wallgau an der Isar entlang ist atemberaubend. Man könnte auch in Lenggries starten/enden, dann bleiben noch rund 75km übrig. Die Höhenmeter verteilen sich unauffällig, das stellt denke ich niemanden vor Probleme. Wer mehr hm sucht, kann ja den Walchensee umrunden, zum Kochelsee runter und wieder hochfahren 😉

Radverkehrspolitik versus Realität

Neben einem Blick auf das, was möglicherweise in Augsburg zum Masterplan der Fahrradstadt-Maßnahmen wird, schlugen dieser Tage zwei weitere Links auf, die meine derzeitige Radpolitikverdrossenheit verstärken.

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Augsburg vs. München

Am Wochenende war ich (mit Zug und ÖPNV, by the way, tiefenentspannt) in Radlhauptstadt München Stadtzentrum unterwegs. Nach den ersten Schritten raus aus der U-Bahn habe ich gefühlt schon mehr RadfahrerInnen gesehen als in Augsburg in einem ganzen Monat.

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Video-Link: https://youtu.be/46L6lxK7hyI

Fahrradalltag

Wer ein wenig Fahrradthemen verfolgt, wird in den letzten Tagen über #Fahrradalltag gestolpert sein (wer nicht, das war der Auslöser). Dem Auslöser entsprechend finden sich unter diesem Hashtag seither praktisch alle kleinen und großen Ärgernisse des Radalltags (wie ich sie ja auch sammle und schildere). Das ist gut und wichtig.

So wichtig, wie es mir daher auch ist, zu zeigen, was Fahrradalltag eben auch ist. Sogar vor allem ist – für mich. Dürfte ich meinem Radalltag nur eine Charakteristik zuweisen, es wäre dieses Video. In diesem Video passiert absolut nichts. Danke, Stadtwald, dass du es mir so einfach machen kannst.

1. Augsburger Radlnacht

Diesen Sommer wird es die 1. Augsburger Radlnacht geben. Wie das mit Werbung eben so ist: Alle denken, es beeinflusst sie nicht, tut es nachweislich jedoch in der Masse trotzdem. Der Gegenwert solcher Aktionen bleibt schwer bezifferbar, aber mit 90.000 Euro kann man definitiv sinnloseres veranstalten.

Freilich hilft alle Werbung nichts, wenn nichts Substanzielles dahinter steckt bzw. folgt. Selbst wenn viel grundsätzliche Arbeit in Richtung Fahrradstadt geleistet wird, so mangelt es bislang an sichtbaren Fortschritten, die auch jenen deutlich werden, die sich nicht gerade intensiv mit dem Thema beschäftigen. Ein solcher Aktionstag kann das Thema ins Bewusstsein bringen und dafür sensibilisieren (der bekannte Effekt: man erfährt etwas über XY, das man vorher überhaupt nicht wahrgenommen hat, und danach sieht man XY plötzlich überall). Hier liegt natürlich auch ein Druck verborgen: Folgt dieser Aktion (wieder) nichts, verpufft der Effekt oder kehrt sich sogar ins Gegenteil um („aha, alles nur heiße Luft, Hauptsache einen Tag den Radfahrer raushängen lassen und dann wieder Autostadt bauen“).

Events mit dem Rad im Mittelpunkt – oder generell: mit Mobilität abseits des Autos – sind absolut überfällig und da wäre noch viel viel mehr denkbar. Doch all dem muss endlich Sichtbares folgen. Nicht nur hier ein Schutzstreifen und da eine Fahrradampel. Vor allem ein Konzept, ein nachvollziehbarer Plan, eine Vision, die konkreter wird als „soundsoviel Radanteil im Jahr x“.

Lieber Stadtmarkt …

… das, was du „Rad’l Parkplatz“ nennst, raubt mir regelmäßig einen Teil der Lust, dich zu besuchen. Es sind zu wenig Plätze. Es ist zu eng, mit Hänger passe ich überhaupt nicht hin. Die Radständer waren anno 1735 schon Mist. Dass ich beim Absperren einem LKW und fünf Transportern Platz machen muss, steigert das Willkommensgefühl auch nicht recht.

Dass ich sogar einen REWE-Markt als Gegenbeispiel heranziehen muss: Schau mal, was die auf dem Raum von zwei PKW-Stellplätzen (direkt am Eingang) hinbekommen. OK, gut, immer noch zu wenig, was die Auslastung zu einer untypischen Einkaufszeit belegt. Aber hey – hier fühle ich mich willkommener als bei dir.

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Video-Link: https://youtu.be/-kYJCE1W7co

Bei „Bompeln für Smombies“ reagiert nicht nur der Germanist leicht irritiert und bei Kosten von 10.000 Euro hebt sich verständlicherweise so manche Augenbraue.

Und dennoch: Leit- oder Warnsysteme nicht weiterzudenken – möglicherweise auch einmal in Sackgassen – wäre fahrlässig. Während unser Kühlschrank versucht, schlauer zu sein als wir, und Telefone, Uhren und was nicht alles voller Sensoren steckt, nur um uns zu sagen, dass wir noch drei Schritte machen sollten um das Achievement „Profi Treppensteiger“ zu erreichen, sollen ausgerechnet Ampeln so bleiben, wie sie immer waren?

Der Verkehr wird dichter, vielleicht auch ungeduldiger, Radverkehr nimmt zu und diversifiziert sich, kurzum: es ist kompliziert. Statt Wahnwesten und Styropormützen könnte ein möglicher Weg eben auch sein, die Aufmerksamkeit des motorisierten Verkehrs zu unterstützen, wie durch das im Video vorgestellte Bike Scout System. Das ist mit 40.000 Euro nochmal wesentlich teurer als unsere Bompeln. Aber das ist ja auch alles erst der Anfang.

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Video-Link: https://youtu.be/gcQuWAavRpU

Zur Nicht-Beachtung von Radspuren

Gefühlt missachtet jeder zweite abbiegende PKW eine Radfurt vollständig, wenn bei Beginn des Abbiegens zwar absehbar ist, dass auf Fußgänger gewartet werden muss, aber noch kein Radfahrer direkt auf Höhe Seitenspiegel steht. Die Beachtung der querenden FußgängerInnen scheint viele AutofahrerInnen dann so auszulasten, dass für die davor liegende Radfurt nichts mehr übrig bleibt. Vielleicht wiegt auch einfach das Räumen des Fahrstreifens (wie hier in der Grottenau) so viel mehr als der Vorrang eines eventuell auftauchenden Radfahrers, ich weiß es nicht. Ich frage mich jedoch schon, ob diese Art der Radführung ganz grundlegend überhaupt funktioniert.

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Fahrradfrühstück #2

Wow. In 30 Minuten haben wir alle unsere Fahrradfrühstück-Tüten an den Mann und die Frau gebracht. Ihr seid der Hammer! HAPPY COMMUTING EVERYONE! Unser besonderer Dank gilt heute auch der Schubert Bio&Vollwert Bäckerei, die uns den Tüteninhalt gespendet hat. Danke!

Ampeln.

In einen Raum voller Alltags-RadfahrerInnen muss man eigentlich nur dieses eine Wort werfen und schon wird aufgestöhnt. Ampeln. Zum einen stöhnen wir aus denselben Gründen wie Autofahrer auch: Ampeln sind bekanntlich immer rot. Wer als RadfahrerIn jedoch beginnt, Ampeln auch jenseits des eigenen Weiterkommens bezüglich den geltenden Regeln zu beurteilen, der kommt aus dem Stöhnen gar nicht mehr heraus. Wir RadfahrerInnen stehen nicht nur häufiger und länger an Ampeln, wir stehen an sehr verschiedenen Ampeln:

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Baustellenschilderlotterie

Ich bekräftige hiermit meine Theorie, dass jeder Baustelle wahllos Schilder zugelost werden, die dann auf welche Weise auch immer verwendet werden müssen.

Winter mal so, mal so.

Der Winter war hier in Augsburg eher ein dreimaliger Tagesausflügler, aber hatte im Kleinen doch wieder alles zu bieten, was dem/der Radfahrer/in so begegnen kann. Da sind die stillen Wege an der verschneiten Wertach entlang, die unberührten Waldwege und das einsame Spurenfahren in kleinen Nebenstraßen. Und in der Stadtmitte? Bei meinen eher späten Radfahrten ins Büro waren praktisch alle Wege schon geräumt, das recht warme Wetter ließ den Schnee sowieso kaum liegen. Doch es waren wieder einmal die Übergänge von Hochbord-Radwegen zuRadstreifen auf der Farbahn (oder anders herum), die schlecht geräumt bzw. komplett zugeschoben waren. Kein Zweifel, für den Räumdienst sind dies die kniffligsten Stellen. Aber es sind eben auch für RadfahrerInnen die kritischsten Stellen (Wechsel vom separierten Radweg auf eine mit dem schnelleren PKW-Verkehr integrierten Radspur) und was hilft es, wenn der Radweg und die Radspur frei sind, aber der Weg von einem zum anderen nicht? Wie heißt es so schön? Das schwächste Kettenglied entscheidet über die Stärke der gesamten Kette. Ich für meinen Teil habe meine Wege in der Stadt kurz gehalten und die Wege am Fluss und im Wald gesucht. Anstrengender, und doch erholsamer.