Wetter?

Hat er einfach das Geheimnis aller allseason-commuter ausgeplappert. Ts.

10.000

490 Tage und 10.000 Kilometer später macht das Trondheim immer noch genau das, was es tun sollte: nicht auffallen. Es fährt, schaltet*, lenkt und bremst**, steht im Regen und meckert trotzdem nicht. Eine gebrochene Speiche, ein Platten, zweimal die Alfine fetten lassen, das war es im Großen und Ganzen.

Vielen lieben Dank auch an den Dynamo Fahrradladen für die Abstimmung des Rahmens vor dem Kauf und für den erstklassigen Service.

* der eingefrorenen Schaltung an einigen Wintertagen wird im nächsten Winter versucht entgegenzuwirken, mal sehen. Wäre ein Minuspunkt, wenn sich das wiederholt.
** im Gegensatz zu den Magura-Bremsbelägen halten die Kool Stop Beläge nun schon viel länger, allerdings sind sie bei Nässe (lies: etwas stärkerer Regen) besorgniserregend schlecht. Beste Freunde sind die Magura und ich noch nicht geworden, scheint aber alles lösbar.

Good news everyone!

Heute hat’s schon 7 Grad mehr als gestern! Ok, dafür sieht man nix mehr, aber das mit der Aussicht ist sowieso überbewertet.

Im Dunkeln

Eigentlich kann ich Fahrten im Dunkeln nicht so viel abgewinnen, aber das war schon sehr lustig heute abend. Wertach eben.

Ups.

Wenn man vom Arbeitsweg abkommt. Ihr kennt das.

Winter

Beginnen wir heute mal mit dem rundweg Positiven.

Back to normal

Augsburg hüllt sich wieder in Nebel, aber das hat doch auch was. Happy commuting everybody!

bike2work

Kalt? Und wie. Aber halt auch wahnsinnig schön.

1 Jahr rad[irr]wege

Heute vor einem Jahr habe ich das erste Bild gepostet und eine erste Stelle auf einem meiner Arbeitswege seziert. Wohin mich das führen würde, war mir noch nicht klar – ist es auch heute noch nicht. Wie so viele Ideen schwelte diese hier vermutlich unterbewusst schon eine ganze Weile in mir, um dann doch spontan und ohne Masterplan in die Welt geworfen zu werden. Fünf Jahre alltägliches Radfahren hatten zu diesem Zeitpunkt schon vieles verändert und nur ein Jahr rad[irr]wege oben drauf hat mir eine unzählige Menge neuer Sichtweisen auf das Radfahren und dessen Kontext beschert. Es hat mich auch zur Bürgerinitiative Fahrradstadt2020 gebracht – noch so eine Sache, von der ich nicht weiß, wohin sie führt, die aber alleine schon ob der Menschen, die ich dadurch kennenlernen durfte, lohnend ist.

Der Spagat zwischen der Darstellung des Radfahrens als subjektiv wunderbare Sache und des Verkehrssystems, das objektiv zu befolgen oftmals in die Irre führt – da es das Radfahren nur peripher berücksichtigt und nicht (mehr?) seinem Wesen und auch nicht seiner Bedeutung entspricht – ist nach wie vor ein gewaltiger. Manchmal denke ich, er gelingt. Manchmal eher nicht. Manchmal soll er das auch gar nicht, weil einfach nur der Frust heraus muss. Manchmal möchte ich Danke sagen, weil am anderen Ende auch Menschen am Werk sind, deren Arbeit Würdigung erfahren soll. Manchmal trübt es mir ein wenig den Spaß am Radfahren. Aber dann sieht es auch wieder so aus und mir sind all die Straßenmalereien und bescheuerten Wegführungen völlig egal.

Spontan vervollständigen: Mein Arbeitsweg ist …

Der Arbeitsweg ist, was man daraus macht. Und wenn man sich erst von der (PKW-)Pendeldenkweise löst und vom direkten, immer gleichen Weg abweicht, sich alternative Routen sucht, entschleunigt, die Zeit nicht als notwendiges Übel, sondern als Zeit für sich betrachtet, macht es einem Augsburg in vielen Teilen eigentlich verdammt leicht.

Warum und womit sollte ich tauschen wollen?

Ja, ich muss mir schon ein paar Schichten anziehen. Ja, ich brauche ein bisschen länger, bis ich aus dem Haus komme. Ja, ich bin weniger schnell im Büro. Ja, das kann schon anstrengend sein.

Aber ja, ich will gar nicht schneller im Büro sein. Und ja, ich will auch, dass es ein bisschen anstrengend ist. Ja, ich habe das Glück, dass ich sehr frei damit umgehen kann, wann (und wie) ich im Büro erscheine. Nein, es ist natürlich nicht immer so schön.

Aber nur ein solcher Tag macht viele trübe Tage wett. Nur eine halbe Stunde länger draußen macht die Stunden im Büro heller und freundlicher. Nur ein solcher Ausblick rückt einige Prioritäten zurecht. Nein, ich will nicht tauschen. Warum auch, und womit?

Ein Arbeitsweg, viele Gesichter

Ich fürchte, den unbandigen Spaß, den solch ein Ritt zur Arbeit bereitet, den versteht nur, wer selbst auch per Rad unterwegs ist, egal welche Laune das Wetter gerade an den Tag legt. Das sieht von hinterm Lenkrad, aus dem Bürofenster oder aus der Tram heraus immer kälter, nasser und grässlicher aus als es ist. Aber – wenn man erst durch den Schauer durch ist – nicht halb so intensiv großartig.

 

2015

Allen allseasoncommuters, SchönwetterfahrerInnen, TriathletInnen, gelegentlich-zum-Bäcker-FahrerInnen, Fixie-/Trike-/Trekking-/Mountainbike-/Cyclocross-/Rennrad-/Fatbike-/TallbikefahrerInnen, 10.000-km- und 1000-Meter-RadlerInnen und insbesondere all jenen, die nächstes Jahr mehr Radfahren wollen als letztes Jahr:

Ein gutes neues Jahr. Be awesome.

Eine Ode an das Radfahren

Jahresende, Zeit zu bilanzieren! Aber heute erzähle ich nichts über Zahlen, über ärgerliche, fehlende oder gefährliche Verkehrsführungen. Ich erzähle davon, worum es wirklich geht: ums Radfahren.

Denn Radfahren ist großartig. Nicht nur samstags bei Kaiserwetter auf dem Weg zum See. Nicht nur auf einer Tour nach Kloster Andechs mit Blick auf die Alpen. Sondern auch Montag morgens auf dem Weg zur Arbeit, im Nebel, im Regen, im Schnee, bei Wind (naja, bei Wind vielleicht nicht ganz so sehr). Durch den Wald, über Felder, auf Radwegen und durch die Stadtmitte. Mit Hänger und Kind, auf dem Alltagsrad oder dem Rennrad. Zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Arzt, zum Kindergarten, Freunde besuchen oder zum Kundentermin. Radfahren ist so viel mehr als eine Wahl des Verkehrsmittels.

Ich für meinen Teil sitze bei meiner Arbeit den ganzen Tag am Schreibtisch. Und nicht falsch verstehen: Ich liebe meine Arbeit. Aber das gesündeste kann das nicht sein. Und bevor ich in ein Fitness-Studio gehe, wo ich mich auf ein Rad setze, mit dem ich nicht voran komme – warum nicht den Arbeitsweg zur Bewegung nutzen? Und warum nicht den Arbeitsweg von einem eher stressigen Anhängsel der Arbeitszeit zu einer Erweiterung der eigenen Freizeit machen? Radfahren macht genau das. Es macht morgens wach und lässt einem abends die Zeit, die Arbeit dort zu lassen, wo sie hingehört: im Büro. Selbst nur eine halbe Stunde Bewegung ist bestes Kreislauftraining. Früh dran? Warum nicht einen Umweg fahren? Warum nicht einmal eine andere Route nehmen? Warum nicht anhalten, in den Sonnenuntergang schauen und sich denken: Oh Gott, wie geil ist das denn?

Die Freiheit auf dem Rad ist nicht, dass man an der Ampel am Stau vorbeirollen kann. Nicht, dass manche glauben, dass Verkehrsregeln nicht ganz so streng zu befolgen sind, weil man sie auf dem Rad leichter brechen kann, vermeintlich folgenlos. Es ist die Freiheit, den Weg zu erfahren statt ihn als Strecke zu sehen, die man eben zwischen A und B überbrücken muss. Es ist die Freiheit, viel mehr Auswahl an Routen nehmen zu können, viel mehr das eigene Tempo bestimmen zu können, viel mehr die Zeit nutzen zu können.

Ist Radfahren in der Stadt stets ein Rausch der Glückseligkeit? Nein, natürlich nicht. Allerdings scheinen mir auch andere Verkehrsteilnehmer nicht direkt von purer Freude getrieben. Es mag viele gute Gründe für die Wahl des einen oder anderen Verkehrsmittels geben. Aber vielleicht ist auch nur ein Teil davon ein guter Grund, ein anderer Teil eher Ausrede, ein weiterer Teil Mythos. „Du fährst bei dem Wetter noch Rad?“ Das ist so ein Mythos. Von den rund 500 Radfahrten dieses Jahr waren über den Daumen gepeilt 25 im Regen. Und kalt war mir noch viel seltener. Kalt wird einem beim Warten auf den Zug, die Tram, den Bus. Beim Kratzen der Windschutzscheibe. Beim Weg vom sitzbeheizten Auto ins Büro. Aber sicher nicht auf dem Rad.

Wissen Sie, wen ich noch auf dem Rad antreffe, sobald die Witterung schlechter wird? Irre Extremsportler? Nein (naja, auch). Ältere Mitmenschen. Und einer von denen will ich auch mal werden. Ich will auch noch später das Rad als Verkehrsmittel nutzen können. Es jetzt schon zu tun ist neben all den Faktoren, die ich nicht beeinflussen kann, einer, der in meinen Händen liegt. Oder Füßen. Und ich will, dass ich das dann auf Verkehrswegen tun kann, die einem wachsenden Radverkehr angepasst sind. Und ich wünsche mir, dass es bis dahin ein gutes Stück „normaler“ ist, das Rad nicht als eines, sondern als DAS Verkehrsmittel der Wahl zu betrachten.

Now go out riding.