’Ne Schippe Schnee

Was hilft ein freier Radweg, wenn die Auf- oder Ableitung nicht frei ist? Ein PKW rollt über eine solche kleine Menge Schnee einfach hinweg und es ist dabei egal, ob es weicher Matsch oder doch festgefrorenes Eis ist. Einem/r Radfahrer/in hingegen nicht. Dennoch ist Meinungskanon, dass Radwege weniger oft geräumt werden müssen als die Fahrbahn und Jahr für Jahr wiederholt sich das Bild, dass es vor allem die Auf- und Ableitungen sind, die schlampig geräumt werden bzw. durch das öfter wiederholte Fahrbahnräumen zugeschaufelt werden.

Tine-Klink-Gedächtnisrampe

Gestatten: Die Tine Klink-Gedächtnisrampe 😉 Ich bezweifele, dass es diese Auffahrtshilfe ohne ihre Nachfrage je gegeben hätte. Dazu, ob dieser Eimer Asphalt etwas besser macht (außer für „Nur-schnell-zur-Post“-Autoparker), möchte ich mich gar nicht erst äußern. Das Desinteresse, mit dem der Radverkehr um eine voraussichtlich ein Jahrzehnt bestehende Baustelle (nicht) geleitet wird, gebe ich gerne zurück und nutze die Fahrbahn oder meide die Strecke gleich ganz (die Bahnhofstraße ist sehr viel hübscher und auf/über den Kö kommt man von dort auch besser).

Aber aus Neugierde: Nutzt irgendwer den Halderstraßenradweg tatsächlich in der freigegebenen Gegenrichtung? Wenn ja, warum? Und wie sieht der Fluchtweg am Ende aus, wenn der Weg sich in der Baustelle verliert?

Ja da schau her

Vor langer, langer Zeit – vermutlich waren es die alten Römer – wurde stadteinwärts am Ende der Langenmantelstraße ein Radweg-Stummel auf das als reiner Fußweg beschilderte Hochbord markiert, auf den man zudem über den Randstein hätte hüpfen müssen, um ihn zu erreichen.

Seit einigen Wochen ist dieser Radweg nun tatsächlich bis zur letzten Randsteinabsenkung verlängert – und, oh Gott oh Gott, nach einigen Monaten sogar mit einem abgesenkten Randstein an der Aufleitung gesegnet. Bleiben die parkenden Autos, die, wie man im Bild sieht, den Platz regelmäßig so verengen, dass die markierte Radspur von Fußgängern benutzt werden muss. Und bis zur Ampel, wo man bequem auf die Radfurt wechseln kann, sind es kaum 50 Meter, die Fahrspur zur Ampel hin wird noch ein Stück breiter. Immerhin kann man nun in einer Situation wie auf dem Bild ganz legal auf dem Hochbord an der wartenden Autoschlange vorbei bis zur Ampel rollen.

In der Langenmantelstraße darf man dennoch vielmehr gespannt sein, ob die Stadt den großen Wurf wagt und je Fahrtrichtung eine PKW-Spur streicht und so eine Menge (ungestörten) Platz für FußgängerInnen (auf dem Hochbord) und RadfahrerInnen (auf einem Radstreifen) schafft. Das würde dann wohl (hoffentlich) auch das Problem der vielen FußwegradlerInnen durch die Plärrer-Haltestelle beseitigen.

Winter mal so, mal so.

Der Winter war hier in Augsburg eher ein dreimaliger Tagesausflügler, aber hatte im Kleinen doch wieder alles zu bieten, was dem/der Radfahrer/in so begegnen kann. Da sind die stillen Wege an der verschneiten Wertach entlang, die unberührten Waldwege und das einsame Spurenfahren in kleinen Nebenstraßen. Und in der Stadtmitte? Bei meinen eher späten Radfahrten ins Büro waren praktisch alle Wege schon geräumt, das recht warme Wetter ließ den Schnee sowieso kaum liegen. Doch es waren wieder einmal die Übergänge von Hochbord-Radwegen zuRadstreifen auf der Farbahn (oder anders herum), die schlecht geräumt bzw. komplett zugeschoben waren. Kein Zweifel, für den Räumdienst sind dies die kniffligsten Stellen. Aber es sind eben auch für RadfahrerInnen die kritischsten Stellen (Wechsel vom separierten Radweg auf eine mit dem schnelleren PKW-Verkehr integrierten Radspur) und was hilft es, wenn der Radweg und die Radspur frei sind, aber der Weg von einem zum anderen nicht? Wie heißt es so schön? Das schwächste Kettenglied entscheidet über die Stärke der gesamten Kette. Ich für meinen Teil habe meine Wege in der Stadt kurz gehalten und die Wege am Fluss und im Wald gesucht. Anstrengender, und doch erholsamer.