Wie gestalte ich einen Parkstreifen?

In der Halderstraße sollte einen eigentlich kein Deppenparker mehr wundern, aber der hier ist schon was Besonderes.

Doch bitte, liebe Stadt Augsburg: wie unscheinbar kann man denn eigentlich einen Parkstreifen gestalten? Das rötlich Gepflasterte ganz links, das ist ein Gehweg. Das Asphaltierte in der Mitte ist der (bidirektionale) Radweg. Und das leere, markierte Dings neben dem Radweg, das ist die Kurzparkzone. Oder doch eine Abbiegespur? Offensichtlich kann das nicht jeder korrekt beantworten. Warum endet die Markierung im Nichts? Weshalb ist eigentlich auf der kompletten Länge der Randstein abgesenkt und nicht nur im Bereich der Einfahrten (Ganz hinten und ganz vorne im Bild, wobei das hinten auch noch eine Feuerwehreinfahrt ist)? Warum signalisiert und ermöglicht die Gesamtkonstruktion, erschütterungsfrei auf Rad- und Fußweg zu fahren?

Und warum besteht das Ganze jahrelang unverändert, wenn es doch so offensichtlich missbraucht und missverstanden wird?

Tine-Klink-Gedächtnisrampe

Gestatten: Die Tine Klink-Gedächtnisrampe 😉 Ich bezweifele, dass es diese Auffahrtshilfe ohne ihre Nachfrage je gegeben hätte. Dazu, ob dieser Eimer Asphalt etwas besser macht (außer für „Nur-schnell-zur-Post“-Autoparker), möchte ich mich gar nicht erst äußern. Das Desinteresse, mit dem der Radverkehr um eine voraussichtlich ein Jahrzehnt bestehende Baustelle (nicht) geleitet wird, gebe ich gerne zurück und nutze die Fahrbahn oder meide die Strecke gleich ganz (die Bahnhofstraße ist sehr viel hübscher und auf/über den Kö kommt man von dort auch besser).

Aber aus Neugierde: Nutzt irgendwer den Halderstraßenradweg tatsächlich in der freigegebenen Gegenrichtung? Wenn ja, warum? Und wie sieht der Fluchtweg am Ende aus, wenn der Weg sich in der Baustelle verliert?

Ab heute wird zurückgezahlt!

Ich gebe zu, das erfreute mich heute Vormittag sehr viel mehr als es wahrscheinlich sollte: Die Polizei lässt der Ankündigung, Radwegparker verstärkt zu kontrollieren, offensichtlich Taten folgen. Zweimal sei der Lieferant hier schon belehrt worden. Heute kostet die Uneinsichtigkeit wohl.

Grün markiert habe ich übrigens die völlig legale Haltemöglichkeit ein paar Schritte weiter (Platz für ca. 3 PKW). Da ist ein eingeschränktes Halteverbot. Wenn die Plätze also belegt sein sollten, wenn der Lieferant ankommt, sollte er ja theoretisch nicht mehr als drei Minuten warten müssen und könnte sich dann dort hinstellen. Solange er seine Ladetätigkeit ohne Raucherpause vollbringt, darf er dazu dann so lange brauchen, wie er eben braucht. Und ob er die Getränkekisten nun 5 oder 25 Meter schiebt sollte doch auch egal sein? Aber anscheinend sind 15 (?) Euro zu bezahlen bequemer. Oder er glaubte bis heute nicht, dass er tatsächlich mal zur Kasse gebeten würde?

Danke, liebe Polizei.

Theorie und Praxis

Die Halderstraße gibt RadfahrerInnen schon seit Monaten das ein oder andere Rätsel auf. Offensichtlich, ausgehend von schon vorhandenen Straßenmalereien, wurde hier ein Zweirichtungsradweg angelegt. Beschildert ist er bis heute nicht, wodurch er einfach nur nach Radweg aussieht, aber keiner ist (zumindest kein benutzungspflichtiger). De facto ist der Möchtegern-Radweg sowieso seit seiner Fertigstellung als Lieferzone in Gebrauch, kann man doch auf dem zusätzlichen Raum, der durch den Radweg geschaffen wurde, so viel besser und ungestörter vom Fahrbahnverkehr halten und parken. Gut, dass man auf Radwegen, ob beschildert oder nicht, grundsätzlich nicht parken/halten darf, das ist anscheinend nur für die unverbesserlichen Gutmenschen unter uns ein Grund. Vom Parken auf Fußwegen ganz zu schweigen.

Zarte Beschilderungsversuche gab es trotzdem seit Anfang des Jahres, nun steht zu Beginn des am meisten durch Zulieferer benutzten Abschnitt das abgebildete eingeschränkte Halteverbot. Dieses sagt uns:

Wer ein Fahrzeug führt, darf nicht länger als drei Minuten auf der Fahrbahn halten, ausgenommen zum Ein- oder Aussteigen oder zum Be- oder Entladen. Ladegeschäfte müssen ohne Verzögerung durchgeführt werden.

Auf der Fahrbahn. Das ist der Ort, an dem in der Halderstraße nun wirklich gar niemand parkt – das trauen sich aufgrund der Straßenbahntrasse nicht einmal UPS und Co. Warum man überhaupt auf der Fahrbahn halten und damit zwangsweise die Straßenbahn blockieren dürfen sollte, sei einmal dahingestellt. Das Schild steht aber meterweit von der Fahrbahn entfernt und zeigt dadurch vielmehr auf den Radweg. Da kann ein Zusatzschild, welches das Halteverbot auf den Seitenstreifen ausweitet (wobei man dann noch darüber streiten könnte, ob ein Hochboard ein Seitenstreifen ist; wahrscheinlich eher nicht, aber ach …) noch so sehr fehlen – sehr wahrscheinlich wird das Schild genau so interpretiert: Auf diesem Radweg darf man eingeschränkt halten. Ob die Stadt das vielleicht auch ganz genau so verstanden wissen wollte oder nicht, spielt da kaum noch eine Rolle. Mit diesem Schild wird der Radweg auf alle Fälle noch mehr zur legitimierten Lieferzone als ohne dieses Schild. Denn genau danach sieht es aus: nach einer Erlaubnis zum Be- und Entladen. Ob das Schild rechtlich etwas anderes sagt oder die Rechtslage generell dem Parken/Halten widerspricht, interessiert, mit Verlaub, keine Sau.

Dieser Radweg ist tot. Dass er nie hätte gebaut werden sollen, hilft dem Radverkehr leider nichts. Der fährt jetzt entweder Slalom, oder auf der Fahrbahn, die durch den versaubeutelten Radwegsversuch enger ist als vor dem Umbau. Well played.

Halderstraße, go home, you’re drunk.

Ob beim ein oder anderen Verantwortlichen – fehlendes Gesamtbild dank Bahnhofsbaustelle hin oder her – wohl auch der Zweifel keimt, ob ein Hochboard-Radweg in der Halderstraße wirklich eine gute Idee war/ist? Allein dass er beidseitig befahrbar ausgelegt ist, hätte bei dessen Vorstellung ja schon alle geheimen Falltüren auslösen und die jeweiligen Planer im Höllenschlund verschwinden lassen sollen. Dabei ist das in der Praxis – soweit ich es bislang erlebt habe – noch der irrelevanteste Aspekt, da in die „falsche“ Richtung schlicht kein Radverkehr stattfindet. Dass der Weg hingegen seit seiner baulichen Fertigstellung im September/Oktober höchstens provisorisch, wöchentlich unterschiedlich, jedoch seither nie (!) als Radweg beschildert wurde, spielt schon eher eine Rolle. Es machte die Etablierung als Kurzpark- und Lieferzone umso einfacher. Ob sich das nun noch durch eine Beschilderung, wie sie provisorisch schon angedeutet wurde, ändern lässt – oder ob sie es überhaupt je hätte verhindern können – sei bezweifelt.

Denn mit Verlaub, was hat man denn erwartet? Man stückelt an einen breiten Gehweg einen PKW-breiten Radweg an, entlang einer Reihe von Hotels/Banken, die offensichtlich seit Jahren Kurzzeitparker anziehen und selbst keine Parkplätze oder Lieferzonen bieten. Was erwartete man? Dass sich die diversen Lieferdienste auf die Straße stellen? Wo sie, nachdem die Fahrbahn nun schmaler und die Trassenführung geändert wurde, die Straßenbahn blockieren würden? Oder dass keine Lieferungen mehr kommen würden? Keine Bankkunden? Aber nein, für die hat man ja noch einen kleinen Streifen gelassen. Denn wie man weiß, parken nur immer so viele auf einem Streifen, wie auch darauf passen, und niemals noch einer vorne und zwei hinten darüber hinaus. Nein, nie.

Dieser unselige Radweg ist dazu verdammt, auf immer und ewig ein Parkstreifen für Hotelgäste und Bankkunden, für DHL und Konsorten, für Handwerker aller Art zu sein. Keine verdammte Sau kümmert es, dass das ein Radweg ist (oder mal einer werden soll, wenn sich die Stadt einmal dazu bequemt, ein paar lausige Schilder aufzustellen – dass das Parken auf einem Fußweg genauso illegal ist, ist wahrscheinlich erst recht jedem egal). Weil es zu praktisch ist, dort zu parken. Weil da ja schon ein, zwei parken, also kann ja auch noch ein Dritter dort parken. Weil es ja nicht anders geht, *buhuuu*, wie sollte man denn auch sonst zur Bank kommen.

Wenn also ein Hochboard-Radweg absehbar nur als Parkstreifen dient, wozu dann einen anlegen? Warum nicht, wenn es denn so notwendig scheint, den Platz für einen Kurzparkstreifen bzw. eine Lieferzone nutzen, den Radverkehr auf die Fahrbahn verfrachten und das Tempo auf 30 reduzieren? Bei Tempo 30 und ausreichender Fahrbahnbreite müsste man wahrscheinlich noch nicht einmal Schutzstreifen auf die Fahrbahn pinseln. Der Verkehr aus den Ausfahrten heraus müsste nicht quer über den Radweg stehen, um Sicht auf die Fahrbahn zu erlangen. Ja, möglicherweise erfüllt eine Führung auf der Fahrbahn noch (!) nicht das gefühlte Sicherheitsbedürfnis vieler RadfahrerInnen. Aber tut dies ein vollgeparkter, in beide Richtungen befahrener Radweg?

Halteverbot in der Halderstraße – finally.

Haben alle ihren dicken roten Stift zur Hand? Dann kreisen wir jetzt alle zusammen den Tag im Kalender ein und machen ein paar freudige Purzelbäume: Die Halderstraße hat, wenn auch noch provisorisch, eine Halteverbotsbeschilderung spendiert bekommen! Zwar ist sie mir erst ab dem ibis Hotel aufgefallen, vielleicht habe ich sie davor aber auch nur übersehen. Oder man muss die offensichtlich knapp bevorrateten Halteverbotsschilder erst noch nachbestellen. Whatever.

Halderstraßenrätsel

Ja, es ist noch eine Baustelle und ja, es ist eine temporäre Beschilderung. Aber könnte die bitte auch irgendeinen Sinn ergeben?