Radfahrtraining auf der Jakobertorkreuzung

Die Kreuzung am Jakobertor ist wahrscheinlich deshalb keine Lücke in der Ost-West-Achse, weil der Radweg dort schon lange beendet ist und die Kreuzung daher aus der Wertung fällt. Zwei PKW-Spuren, nicht besonders breit – da bleibt für Radler wenig Platz. “Mindestabstand” ist hier ein theoretischer Begriff. Der lässt sich weder zum Randstein noch zu den PKW einhalten. Das Kopfsteinpflaster der Einmündung bringt bei nassen Bedingungen noch den Extra-Kick ins Spiel. Dass zahlreiche Radler den Ausweg über den Fußweg rechts der Absperrung nehmen, ist zwar verständlich, aber trotzdem falsch – auch wenn der Radübergang der Jakoberwallstr. direkt an diesen Fußweg anschließt (wie auch immer man diesen regulär erreichen soll). Dass man als Radler ganz rechts nach links (auf die Lechhauser Str. bzw. den Radweg daran) abbiegt, neben PKW, die auf der rechten Spur auch rechts und geradeaus fahren, entspannt ebenfalls nicht. Oder anders formuliert: Eine ideale Kreuzung, um als RadfahrerIn selbstbewusst nicht am rechten Rand, sondern sehr viel mittiger zu fahren, so dass kein PKW nebenher fahren kann. Das ist kein Behindern, das ist benötigte und berechtigte (!) Sicherheit.

Dennoch sollte die Verkehrsführung hier auch schwächere/schlechtere (oder ortsunkundige) RadfahrerInnen unterstützen. Dass eine Lösung hier nicht einfach wird sei unbestritten. Ohne entweder die Tram oder den PKW-Verkehr zu beschneiden (oder baulich eine Möglichkeit für mehr Platz zu sorgen) wird es nicht gehen. Sollte das, etwa wie am Kö, nicht möglich/gewollt sein, dann muss man Radfahrern – NICHT wie am Kö – eine Ersatzroute bieten können – immerhin ist die Lechhauser Str. nicht nur für PKW Ein- und Ausfallstraße.

Tropfen. Heißer Stein. Und so.

Nachdem ich darauf hingewiesen wurde, dass sich auf der Ost-West-Achse im Jakobertor etwas getan hat, möchte ich das hiermit auch entsprechend würdigen: Das ehemalige Pflaster wurde auf dem Weg durch das Jakobertor durch eine frische Asphaltdecke ersetzt – ein erheblicher Gewinn bei feuchten Bedingungen. Auch direkt hinter dem Jakobertor wurde der einstige “Zacken” im Radweg begradigt. Wieviel man sich da für den weggefallenen Parkplatz hat anhören müssen, will ich lieber nicht wissen.

Gut, ein wenig mutet das freilich immer noch an, als würde man in einer maroden Hängebrücke die wenigen verbliebenen Holzdielen gegen neue ersetzen – aber nicht die vielen schon fehlenden. Und die Wahl des Radfahrers im letzten Bild mag ein kleiner Fingerzeig sein, was die Akzeptanz des (weiterhin benutzungspflichtigen) Radwegs angeht. Aber trotzdem ganz ironiefrei: Danke.