Gräben im Graben

Wenn der Stadt einmal die Ideen ausgehen, wo man Kopfsteinpflaster durch diese schicke geschnittene Variante austauschen könnte: entlang des Oberen Grabens, wo der Radweg den Äußeren und Neuen Gang quert, wäre eine willkommene Stelle.

Es mag mit meiner speziellen Abneigung gegenüber Längsrillen zu tun haben, aber gerade am Äußeren Gang, wo der Radweg dies- und jenseits der Einmündung leicht versetzt ist, wäre ein ebener Untergrund beruhigend. In die Abgründe zwischen den Pflasterreihen passen beileibe nicht nur schmale Rennradreifen, und selbst wenn der Reifen nicht komplett versinkt, ist ein Spurrillen-Effekt nicht zu unterschätzen – insbesondere bei Nässe.

Skeptiker stellen sich einfach kurz vor, hier lägen Straßenbahnschienen – wer würde diese freiwillig in solch flachem Winkel überfahren? Nein, entweder quert man in deutlich steilerem Winkel, oder man eiert exakt einer Pflasterreihe folgend über die Einmündung. Beides erfordert einen Schlenker, der nicht sein müsste.

Und wenn wir schon dabei sind, können wir dann den kompletten Rad-/Fußweg am Oberen Graben bitte einmal neu asphaltieren? Der Zustand ist einigermaßen erbärmlich. Über eine weniger konfliktträchtige Führung am Vogeltor sprechen wir danach.

Neugestaltung der Bäckergasse

Halte ich für eine Maßnahme, die man auch gerne im Kontext der Fahrradstadt 2020 nennen darf und muss – sogar weit vor irgendwelchen Schutzstreifen in irgendwelchen Straßen. Für mich persönlich bleibt die Bäckergasse mit ihrem desaströsen Kopfsteinpflaster beispielsweise völlig außen vor, ich filtere sie als unbefahrbar aus. Was dort an Geschäften liegt, existiert für mich überhaupt nicht.

Mir würden da noch viele weitere Straßenzüge einfallen, denen eine Überarbeitung gut täte. Nicht nur, weil ich heute zufällig über Auf dem Kreuz/Frauentorstraße/Hoher Weg/Karolinenstraße ins Büro fuhr …

Schnittig

Geschnittenes Kopfsteinpflaster rund um den Herkulesbrunnen in der Maxstraße. Wenn sie das irgendwann nicht nur um einen Brunnen herum, sondern auf der gesamten Länge der Maximilianstraße hinbekommen haben werden, ist das für mich persönlich die bislang beste Einzelmaßnahme im Rahmen der Fahrradstadt 2020.

Mit Abstand.

Entrumpelung

Zurück in Augsburg, was dürfen meine Äuglein sehen? Die Heilig-Grab-Gasse ist mittlerweile auch wieder freigegeben und mit dem unrumpeligen Pflaster versehen. Wann, oh bitte wann, kommen entsprechende Spuren in der Maxstraße?

Noch mehr Kopenhagen-Feeling

Was einst in der Wintergasse begonnen hat, ist nun bis zum Predigerberg fortgeführt. Anstelle einer engen, zugeparkten, vielfach geflickten Hinterhofgasse tritt eine durch den Verzicht auf Gehsteige jederzeit ausreichend breite, offene Innenstadtgasse. Durch die unorthodoxe Auszeichnung als Spielstraße ist zudem das Parken klar auf einige markierte Flächen beschränkt (was, wie ich auch gleich sehen durfte, den Lieferverkehr freilich wenig beeindruckt). Das Beste ist ohne Frage der Pflasterbelag. Wie auch immer er genau bearbeitet ist, er ist wunderbar eben. Durch die Verfüllung der Fugen entsteht ein Belag, der manche Asphaltstraße vor Neid erblassen lässt.

Für mich ergibt sich (aus der Provinostraße kommend) nun endlich ein angenehmer Weg ins Zentrum, ohne mich entweder den Milchberg hoch über das mehr als holprige Pflaster der Maxstraße, die ebenso unbequemen Gassen der Altstadt oder die unsägliche Ecke Mittlerer Graben/Leonhardsberg/Schmiedberg quälen zu müssen. Abstellanlagen sind am Moritzplatz ebenfalls vorhanden. Ob die Anzahl ausreicht und ob es da nicht auch optisch ansprechendere Lösungen gibt sei einmal dahingestellt. Ich gebe mich nun der Hoffnung hin, dass die Dominikanergasse nicht das letzte Stückchen Innenstadt bleibt, das mit diesem Pflasterbelag gesegnet wird.

Ein (zarter) Hauch von Kopenhagen

Wenn ich mir eine einzige, beliebige Maßnahme aussuchen dürfte, die meine ganz persönlich empfundene Innenstadtattraktivität um drölftausend Prozent steigern würde, dann diese: sämtliches Kopfsteinpflaster in der Altstadt und der Maximilianstraße so bearbeiten wie schon vor etlicher Zeit in der Wintergasse geschehen.

Wenn ich es recht verstanden habe, werden dabei die “Köpfe” der bestehenden Pflastersteine ab-/flachgefräst und die Fugen verfüllt – oder was auch immer. Mir eigentlich egal, das Ergebnis ist sagenhaft, optisch wie funktional. Schön und bequem, sowohl per Rad als auch per pedes. Wahrscheinlich auch grauenhaft teuer, weshalb mehr als dergestalt bearbeitete “Fahrspuren” in der Maxstraße wohl nie kommen werden (und selbst das dauert und dauert und dauert), aber hey – wünschen darf man sich alles und die Hoffnung stirbt zuletzt.

Winter vs. Milchberg 3:0

Nach jedem Winter ist es dasselbe: überall blühen neue Schlaglöcher, vornehmlich um Kanaldeckel oder Stellen herum, die bereits geflickt wurden. Eine Reparatur aller Stellen ist wahrscheinlich weder zeitlich noch finanziell zu bewerkstelligen und ich mag mir gar nicht vorstellen, wie deprimierend das für die zuständigen Ämter sein muss. Nichtsdestotrotz nimmt der Fahrbahnzustand an einigen wenigen Stellen derart groteske Züge an, dass ich mich schon frage, ob nicht irgendwann die Grenze zur fahrlässigen Gefährdung überschritten wird. Hallo Milchberg.

Der Milchberg ist schon seit Ewigkeiten in einem miserablen Zustand. Gut, dass Fotos einem auf die Sprünge helfen, dass miserabel auch immer noch steigerbar ist. Hier das Bild vom 2. Dezember letzten Jahres:

20 cm müssen auch mal reichen

20 cm müssen auch mal reichen

 

Bergab blieb dort ein asphaltierter Bereich von etwa 20 cm, um nassem Kopfsteinpflaser zu entgehen. Das Problem ist, dass der gesamte Milchberg gepflastert ist/war und anscheinend nur eine minimale Asphaltschicht darüber liegt. Und die verabschiedete sich nun nach dem Winter – ob durch Räumfahrzeuge oder Frostaufsprengung. Ergebnis ist noch mehr offen liegendes Pflaster, mit Quer- und Längsschwellen zum restlichen Asphalt. Starker böiger Wind wie heute ist dann eine echte Herausforderung.

Wer auch immer hier zuständig ist – die Stadwerke (wegen der Gleise vielleicht?) oder die Stadt oder beide oder meinetwegen auch der Weihnachtsmann: Könnten wir das hier bitte einmal von Grund auf erneuert bekommen? Und nein, ich will nicht zu hören bekommen, man müsse abwarten, ob die Gleise noch gebraucht werden könnten, weil vielleicht irgendwann mal irgendwer aus irgendwelchen Gründen eine reguläre Straßenbahnlinie hier entlang führen möchte. Das ist nicht gegen das unterste Minimum an Verkehrssicherheit aufzuwiegen.

Inninger Straße stadteinwärts

Heute einmal absichtlich etwas in schlechtem Wetter und bei Dunkelheit – wir sind schließlich allseasoncommuters. Je schlechter die Witterung, desto gravierender zeigen sich etwaige Mängel in der Verkehrsführung. Wie hier zu Beginn der Inninger Straße in Haunstetten.

Der Radweg führt einen von Inningen kommend erst einmal links der Straße nach Haunstetten, bei der ersten Ampel muss man auf die rechte Seite wechseln, da die bidirektionale Benutzung hier per Schild beendet wird (löblich). Auf der rechten Seite beginnt ein getrennter Rad-/Fußweg, auf dem laut Schild sogar Mofas fahren dürften (mir noch nie untergekommen). So weit, so gut, nur endet der Trennstrich nach nur rund 50 Metern. Ob damit aus rechtlicher Sicht auch der Radweg endet? Ich weiß es nicht, ein klärendes Schild eilt nicht zur Hilfe. Just an dieser Stelle befindet sich eine gepflasterte Ausfahrt, über die man auf die Straße gelangen könnte – bei Sauwetter keine verlockende Möglichkeit, zudem müsste man sehr wahrscheinlich den Verkehr abwarten, der ja gerade mit einem an der Ampel losgefahren ist.

Entschließt man sich, weiter auf dem Weg zu bleiben, wird es jedoch nicht besser. Sondern erst einmal zunehmend enger (und wir erinnern uns: selbst Mofas dürfen hier…), bis einem zwischen Ampelmast und Bordstein wenig mehr als eine Lenkerbreite bleibt. Kurz vor der Postillonstraße ergäbe sich noch einmal per abgesenktem Randstein die Möglichkeit, auf die Straße auszuweichen. Habe ich schon einmal erwähnt, wieviel Spaß in flachem Winkel zu überfahrende abgesenkte Randsteine bereiten? Im Nassen? Nein? Keinen. Der Verkehr auf der Straße hat überdies auch nicht nachgelassen.

Bleibt man also weiter bis zur Postillonstraße auf dem Fußweg, so stehen einem jetzt sehr wahrscheinlich wartende Abbieger im Weg. Falls nicht, so wirft sich einem auf der Gegenseite recht überraschend der Bordstein in den Weg – die Absenkung ist zu weit links und offensichtlich darauf ausgerichtet, Radverkehr von der Straße kommend aufzunehmen.

Kurzum: Das erste Stück Radweg ist … Quatsch. Entweder endet er nach 50 Metern, dann fehlt eine ordentlich gesicherte Ableitung auf die Straße. Und man könnte sich darüber hinaus fragen, weshalb man dann die ersten 50 Meter nicht auch schon auf der Straße bleiben durfte. Oder der Radweg ist nach diesen 50 Metern einfach nur schlecht. Nachdem rechterhand nur ein Feld liegt, sollte es zumindest im Bereich des Möglichen liegen, den notwendigen Grund für die Fortführung als ausgewachsenem Radweg zu finden. Außerdem müsste man dann noch im Bereich der Einmündung Postillonstraße arbeiten. Die ist schon längst mehr als ein Schleichweg, weshalb wartender Abbiegeverkehr fast immer im Weg ist.

PS: Ja, das im letzten Bild ist ein bei Sauwetter und Dunkelheit ohne Licht fahrender Rad-Depp.

PPS: Das an die Postillonstraße anschließende Stück Radweg an der Inninger Straße ist ausnehmend schlecht beleuchtet. Die Straßenbeleuchtung ist hier nur einseitig, die Parkreihe dunkelt den Weg weiter ab.

Tropfen. Heißer Stein. Und so.

Nachdem ich darauf hingewiesen wurde, dass sich auf der Ost-West-Achse im Jakobertor etwas getan hat, möchte ich das hiermit auch entsprechend würdigen: Das ehemalige Pflaster wurde auf dem Weg durch das Jakobertor durch eine frische Asphaltdecke ersetzt – ein erheblicher Gewinn bei feuchten Bedingungen. Auch direkt hinter dem Jakobertor wurde der einstige “Zacken” im Radweg begradigt. Wieviel man sich da für den weggefallenen Parkplatz hat anhören müssen, will ich lieber nicht wissen.

Gut, ein wenig mutet das freilich immer noch an, als würde man in einer maroden Hängebrücke die wenigen verbliebenen Holzdielen gegen neue ersetzen – aber nicht die vielen schon fehlenden. Und die Wahl des Radfahrers im letzten Bild mag ein kleiner Fingerzeig sein, was die Akzeptanz des (weiterhin benutzungspflichtigen) Radwegs angeht. Aber trotzdem ganz ironiefrei: Danke.