LKW parkt auf Radspur

Ist eine funktionierende Lieferzone keine Voraussetzung zum Betrieb eines Einkaufscenters?

Das Helio-Center am Hauptbahnhof war während der langen Umbauphase hier schon mehrfach ein Quell der Freude. Nach Abschluss der Umbauarbeiten sind an sich eine Reihe sinnvoller Anpassungen vorgenommen worden: An der Nordseite stehen wieder genug (naja, „genug“) Radabstellmöglichkeiten zur Verfügung, die Markierung zur Trennung von Rad- und Fußweg wurde entfernt, da der Weg hier bidirektional freigegeben werden muss (Erreichbarkeit des Radparkhauses; noch keine Ideallösung, aber solange kein zusätzlicher Raum durch Wegfall der Tramgleise verfügbar ist, eine nötige Maßnahme), und vor allem: in der Viktoriastraße wurde der Radweg auf die Fahrbahn verlegt, was den Platz wesentlich sinnvoller zwischen PKW-, Rad- und Fußverkehr verteilt. Wäre da nicht – der Lieferverkehr.

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Ist das die Innenstadt, die wir anstreben?

Fußgänger laufen einen Bogen oder quetschen sich durch. Radfahrer murren und fahren gar nicht erst auf den Radweg. Autofahrer … keine Ahnung, sehen einen stehen und stellen sich dazu? Aber wie laufen an solchen Stellen – die Post am Hauptbahnhof in der Halderstraße ist beileibe nicht alleine – eigentlich Politiker, Stadtplaner, Lobbyisten von Gewerbetreibenden vorbei?

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Video-Link: https://youtu.be/lLyGtzoDLpg

Innenstadt, oh Innenstadt.

Vormittags um halb elf zwischen Moritzplatz und Rathausplatz. Keine Frage: Geschäfte wollen beliefert werden. Und das wird, auch wenn man sich zumindest im Einzelfall elegantere Methoden vorstellen könnte, auch stets per Transporter und LKW passieren. Aber noch so spät nach Ladenöffnung? Warum kann das alles nicht früher stattfinden? Weil das Personal dann auch früher anfangen und länger bezahlt werden müsste? Weil Anwohner es vielleicht nicht prickelnd finden, wenn die LKW-Kolonne sie aus dem Schlaf reißt? Aber wie prickelnd finden Anwohner die von den Innenstadthändlern so geliebten Auswärtigen, die von den Innenstadtkampagnen-Wegweisern ins Stadtzentrum gelotst werden und dann auf Anwohner-Parkplätzen stehen? Und wie prickelnd ist das Einkaufserlebnis, wenn man sich vormittags zu Fuß (mit dem Rad sowieso) wie ein Besucher eines Theaterstücks fühlt, der leider viel zu früh eingetroffen ist und nun den Requisiteuren im Weg herum steht?

Kurzum: Wieviel Innenstadtattraktivität ist man bereit, dem Lieferverkehr noch zu opfern?