Wieviel darf ein Parkplatz kosten?

Dialog heute morgen in der Krankenhausstraße (direkt vor dem Klinikum Süd) in Haunstetten mit einer (auswärtigen) Autofahrerin:

-Autofahrerin (steigt aus Auto aus): Entschuldigung, darf man hier parken?
-Ich (schaue auf die Beschilderung): Öh, ja.
-Autofahrerin: Ich muss nämlich nachher ins Krankenhaus und die haben überhaupt keine Parkplätze.
-Ich: Gleich hier rechts rein, die haben einen riesigen Parkplatz.
-Autofahrerin: Aber billig ist der nicht.

Jetzt einmal unabhängig davon, was der Parkplatz am Klinikum in Haunstetten tatsächlich kostet und ob er überhaupt etwas kosten sollte. Aber wenn das die gängige Einstellung sein sollte, dann muss man sich über Semmeltasten und Falschparker nicht weiter wundern. Ein „nicht billiger“ Parkplatz ist „überhaupt kein“ Parkplatz. Und ich glaube nicht, dass eine solche Einstellung in erster Linie daher rührt, dass wir besonders knappen und besonders teuren Parkraum haben. Vielmehr haben wir IMHO im Allgemeinen* immer noch zu viel und zu billigen Parkraum, weshalb sich der irrige Anspruch manifestiert, man habe ein _Anrecht_ auf billigen (oder kostenfreien) Parkraum.

Grob über den Daumen gepeilt stehen in diesem Beispiel beinahe 200 Parkplätze zur Verfügung. Plus die sechs fraglichen an der Straße. Da stelle ich mir doch die Frage, ob diese sechs Stellplätze über Wohl und Wehe entscheiden. Ob das Klinikum genügend Parkplätze zur Verfügung stellt? Keine Ahnung, vielleicht sollten sie den Parkplatz vergrößern. Aber warum sollten sie, wo man doch so praktisch an der Straße parken kann. Doch weshalb die offensichtliche Selbstverständlichkeit, den Platz an der Straße für zusätzlichen – und da er kostenfrei ist, vorrangig benutzten – Parkraum zur Verfügung zu stellen? In einer Straße, in der sich ein Linienbus (die Haltestelle befindet sich im Altenheim-Parkplatz), die Krankenwägen und der gesamte Freizeit- und Kindergartenverkehr um den verbliebenen Platz streiten? Jeden Morgen fahre ich hier mit Kinderanhänger, und sicher jeden dritten Tag wird mir an just dieser Engstelle der Vorrang genommen durch entgegenkommende PKW oder Busse (die das Hindernis der Parkreihe auf ihrer Seite haben). Warum in aller Welt muss für sechs lumpige Parkplätze eine Engstelle geschaffen werden?

*dass es auch – zumindest subjektiv – zu wenig Parkraum gibt sei unbestritten, wobei auch hier die Frage gestattet sei, was und wer denn die objektiv ausreichende Menge an Parkraum bestimmt.

Kaiserhofparkpl … äh …kreuzung

Das hier ist nicht in erster Linie ein Problem für Radfahrer. Man muss mir vielmehr erklären, warum man im direkten Umfeld einer derart stark frequentierten Kreuzung überhaupt parken dürfen muss.