Stellplätze am Oberhauser Bahnhof

Wenn sich die Stadt dann demnächst – trotz ausstehender Diskussionen, was die Erreichbarkeit angeht, durchaus zurecht – im positiven Licht des neuen Bahnhof-Radparkhauses sonnt, könnten sie sich auch wieder ihren kleineren Bahnhöfen widmen. Denn die noch recht neuen Abstellanlagen am Oberhauser Bahnhof platzen schon lange wieder aus allen Nähten.

Vielleicht sind wir nicht reif für Abstellanlagen

Hatte ich etwa die Zeitgemäßheit der neuen Abstellmöglichkeiten am Plärrer infrage gestellt? Vielleicht überfordert uns das moderne Zeugs auch einfach. Bei „meinem“ Rewe sind seit geraumer Zeit neuere Radständer installiert, die mit einem weiter nach oben ragendem „Bügel“ den klassischen Radständer um eine brauchbare Möglichkeit, den Fahrradrahmen anzuketten, erweitern. Leider variiert die Höhe der Radhalter nicht, sodass nicht alle Plätze ohne weiteres genutzt werden können. Was verschmerzt werden könnte, wäre der Radständer nicht in erster Linie komplett falsch herum installiert! Abgesehen vom unbequemeren Einstellen des Rades zeigt der Absperrbügel nach hinten und wird dadurch vollständig nutzlos.

Noch wirrer: noch vor vier Wochen war die Anlage richtig herum aufgebaut (Bild 2). Die Ständer wurden also nachträglich umgedreht. Warum? Kundenbeschwerden, vollständiges Missverstehen des Konzepts? Wer weiß. Doch wenn man sieht, wie Kunden in dieser Abstellanlage parken (Bild 3), dann bleibt eh nur noch resigniertes Kopfschütteln.

Update: Heute stehen sie wieder richtig rum. Entweder hat mal jemand die Arbeit des Azubis überprüft oder es war noch ein Überbleibsel der Freinacht?

Neue Abstellplätze, ok, aber …

Wenn in der Stadt neue Radabstellplätze geschaffen werden, soll man nicht meckern. Wobei sich mir bei diesen Plätzen am Plärrer doch zwei Fragen aufdrängen:

1. Warum gerade hier? Wer soll hier sein Rad abstellen? Plärrer-Besucher? Ein fester Platz für ein nur zweimal jährlich stattfindendes Fest scheint etwas unwahrscheinlich, zudem wären es dann sehr wenig Stellplätze. Vielleicht für Eisstadion-Besucher? Das liegt aber 100 Meter weit auf der anderen Straßenseite, dafür hätte man die Anlage wohl anders platziert? Abgesehen davon wären es wohl auch eher etwas wenig Stellplätze. Sollen RadfahrerInnen hier vom Rad in die Tram umsteigen? Das klingt ob der kurzen Reststrecke ins Zentrum auch unwahrscheinlich. Sollen Autopendler hier ein Rad deponieren um vom Plärrer-Parkplatz aufs Rad umzusteigen? Dafür sind die Radständer zu banal, was mich zur schwerer wiegenden Frage 2 bringt:

2. Werden heute ernsthaft noch solche Radständer verbaut? Wenn man nicht gerade ein sehr langes Schloss sein Eigen nennt, bieten diese Ständer keine Möglichkeit, den Rahmen anzuketten. Da gäbe es reichlich Alternativen (vom ADFC empfohlene), die ähnlich/gleich vielen Rädern Platz und zugleich bessere Absperrmöglichkeiten bieten. Diesen spartanischen Ständern hingegen würde ich mein Rad höchstens für einen kurzen Einkauf direkt am Laden (den es hier nicht gibt) anvertrauen, nicht aber für einen stundenlangen Ausflug in die Stadt.

Jemand eine Idee/Ahnung/Info, wer diese Stellplätze für wen aufgebaut hat?

Update: Die Tram-Umsteige-Theorie wurde auf Facebook mit dem Argument untermauert, dass der Innenstadt nach dem Plärrer der Klinkerberg im Weg steht. Das ist zwar nicht wirklich ein Berg, könnte für den/die ein oder andere/n aber durchaus ein Hindernis darstellen. Ein Umstieg in die Tram würde mit den neuen Abstellplätzen natürlich leichter fallen. Auch wenn das Frage 2 weiterhin offen lässt.

Ach, REWE.

Komm, lass uns beide einmal scharf nachdenken, ob du hier nicht für deine mit dem Rad reisenden Kunden etwas optimieren könntest. Denn ja, was du hier siehst, ist der einzige Zugang in das Eck, in dem sagenhafte fünf Stellplätze eingekerkert sind (von denen zwei unbenutzbar sind). Nur falls in Zukunft mal die Frage aufkommt, warum du von steigenden Radfahrerzahlen in der Stadt nichts abbekommst.