:(

Wieder ein tödlicher Unfall. Wieder ein rechtsabbiegender LKW. Ich habe leider keine passenden Worte für die Hinterbliebenen außer dass ich Ihnen alle Kraft der Welt wünschen kann, dies zu verarbeiten.

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Plakate gegen Abbiegeunfälle?

Vielleicht dringen ob dieser Idee sowohl mein skeptisches als auch mein gestalterisches Ich ein wenig zu sehr an die Oberfläche, aber: Plakate (insbesondere derart schlechte) an Kreuzungen mit dem Hinweis, beim Abbiegen doch bitte auf Radfahrer zu achten? Angeblich will Regensburg damit „gute Erfahrungen“ gemacht haben, wie auch immer genau das evaluiert worden sein mag.

Wenn ich mir aber einige Kreuzungen vor Augen führe, ist das letzte, was man dort gebrauchen kann, noch mehr Zeug, das herumhängt. In all dem Wust an Wegweisern, Markierungen und verschiedenen Ampeln soll ausgerechnet ein reichlich unübersichtlich gestaltetes Plakat an die Selbstverständlichkeit eines Schulterblicks erinnern? Und lese ich bei Rechtsabbiegerunfällen mit LKW nicht immer, dass der Fahrer einen sowieso nicht hätte sehen können – was impliziert, dass ja sehr wohl geschaut wurde, aber ach … der tote Winkel.

Gut, auch an Selbstverständlichkeiten darf man mal erinnern – vielleicht brauchen wir tatsächlich eine solche Kampagne. Aber kam aus Regensburg nicht auch schon die „Geisterradler gefährden“-Idee? Puh.

150 Meter Alltag

Heute mal auf 150 Metern 0815-Alltag as can be. Es geht um eine Stelle/Strecke, die ich beinahe täglich fahre, und zwar abends auf dem Nachhauseweg (grob zwischen 18 und 19 Uhr – die Aufnahmen sind aus Zeitgründen vormittags gemacht). Alles Beschriebene habe ich zur Genüge erlebt. Mein Weg: Von der Wolframstraße (30-Zone) über die Kreuzung mit der Friedberger Straße in die Siebentischstraße und dann rechts ab in die Hofrat-Röhrer-Straße (ab und an auch geradeaus weiter).

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Video-Link: https://youtu.be/03kclgd4UOw

Fahrbahnradeln – oder doch nicht?

Was die Radverkehrsführung angeht haben wir den großen Streit zwischen auf der Fahrbahn und auf separierten Radwegen. Während das eine wichtige Diskussion ist, blüht draußen auf den Straßen munter die Realität vor sich hin, die sich nicht durch entweder-oder auszeichnet, sondern durch weder-noch. Weder separieren wir sinnvoll, noch integrieren wir konsequent.

Die Friedberger Straße stadtauswärts ist ein Beispiel für letzteres. Entlang der Linie 6 wurde im Zuge des nötigen Umbaus eine Radspur auf die Straße gelegt. Ignorieren wir einmal kurz, dass sie heutigen Vorgaben nicht entspricht und zu schmal ist – sie wird just vor der Kreuzung mit der Münchener Straße aufgegeben, um einen Bogen um eine Bushaltestelle zu machen und direkt an der Kreuzung wieder an die Straße zu führen. Womit für den rechtsabbiegenden KfZ-Verkehr die gesamte Phase des Erkennens und Entscheidens vernichtet wird. Der Radverkehr, der zuvor ständig direkt auf der Fahrbahn geführt wurde, wird auf einmal aus dem Blickfeld geleitet, nur um direkt in der Kreuzung wieder aufzutauchen? Wie soll der Blickkontakt aufgebaut werden? Wie soll abgeschätzt werden, ob man noch vor dem Radfahrer abbiegen kann oder man besser wartet? All dies würde geschehen, wenn 30-50 Meter vor der Kreuzung eine ununterbrochene Sichtbeziehung bestünde. Aber nein, man pflanzt die Bushaltestelle so eng vor die Kreuzung, dass für all diese Entscheidungen noch exakt ein halber Meter Raum bleibt.

Ich kann mir schon denken, was man vermeiden wollte: Dass ein- und ausfahrende (Schul-)Busse die Radspur queren müssen. An sich vielleicht auch gar nicht mal dumm. Zwar ist die Radspur wahrscheinlich früh morgens und mittags kurzzeitig von Fahrgästen bevölkert, doch das wären nur begrenzte Behinderungen im Gegensatz zum potenziellen Konflikt Bus versus Radfahrer. Doch warum setzt man dann die Haltestelle nicht weiter von der Kreuzung entfernt, sodass die Radspur nicht ausgerechnet direkt und in einem von keinem Rückspiegel zu erfassenden Winkel in die Kreuzung mündet? Da müssen doch in der Planung irgendwelche Warnsignale angehen? Es macht mich schier irre, wie man so zielsicher den potenziellen Vorteil einer Fahrbahnführung torpedieren kann.

Als Ergänzung zur Nicht-Beachtung von Radfurten und dem Zurückstecken

Während – zumindest gefühlt und während der kurzen Zeit an dieser Kreuzung – die meisten AutofahrerInnen auf der Radfurt auf querende FußgängerInnen warten, hält dieser hier die Radfurt frei. Oder doch nicht? Tatsächlich steht dieser PKW nämlich nicht still, sondern rollt sehr sehr langsam in Abbiegerichtung, Fußgänger passieren lassend. Nun, liebe „im Zweifelsfall“-Fraktion – ist dies nun ein solcher Zweifelsfall, in dem man „lieber zurücksteckt“?

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Video-Link: https://youtu.be/gcQuWAavRpU

Zur Nicht-Beachtung von Radspuren

Gefühlt missachtet jeder zweite abbiegende PKW eine Radfurt vollständig, wenn bei Beginn des Abbiegens zwar absehbar ist, dass auf Fußgänger gewartet werden muss, aber noch kein Radfahrer direkt auf Höhe Seitenspiegel steht. Die Beachtung der querenden FußgängerInnen scheint viele AutofahrerInnen dann so auszulasten, dass für die davor liegende Radfurt nichts mehr übrig bleibt. Vielleicht wiegt auch einfach das Räumen des Fahrstreifens (wie hier in der Grottenau) so viel mehr als der Vorrang eines eventuell auftauchenden Radfahrers, ich weiß es nicht. Ich frage mich jedoch schon, ob diese Art der Radführung ganz grundlegend überhaupt funktioniert.

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