Ableitungen done wrong

An manchen Stellen wird besonders offensichtlich, wie sehr der Radverkehr etwas ist (oder war), das man notgedrungen irgendwie in und um den Raum führen muss, der noch übrig bleibt, wenn man mit dem Autoverkehr fertig ist. In der Stätzlinger Straße stadteinwärts muss/darf man kurz vor der Brixener Straße auf die Fahrbahn, da der Fuß-/Radweg zu schmal wird. Das Ganze ist noch ganz löblich per Schild und Fahrbahnverengung – um die einbiegenden RadfahrerInnen zu schützen – angekündigt. Aber die Ableitung auf die Fahrbahn selbst ist dann haarsträubend. Man bedient sich einfach der Hofausfahrt des Autohauses. Ach, die ist ein bisschen eng? Ja mei. Oh, der Asphalt ist da sehr holprig? Für RadfahrerInnen wird’s schon reichen.

Und ein bisschen später muss man wieder hoch aufs Hochboard. Und da sucht man sich ausgerechnet haargenau eine Bushaltestelle dafür aus statt vielleicht die Haltestelle nach hinten zu setzen und den Radverkehr davor auf der Fahrbahn vorbeizuleiten und erst danach zur Kreuzung aufs Hochboard?

Wobei ich mit der Stätzlinger Straße ganz grundlegend ein Problem habe, da ich mir nach der offensichtlichen Entlastung seit der AIC25 und der Anschlussstelle Südtiroler Straße eine Beruhigung des Verkehrs und eine radweglose Umgestaltung gewünscht hätte. Stattdessen wurde der Radweg trotz umfangreicher Eingriffe zur Pflanzung der „Ausgleichsbäume“ belassen. Ach ach ach.

Im Osten nichts Neues

Seit der Fertigstellung der Umfahrung AIC25 mit der Anschlussstelle Südtiroler Str. sollte die Stätzlinger Straße eigentlich deutlich weniger Gewicht für den Autoverkehr haben (man korrigiere mich, falls dem nicht so ist). Als vor einem Monat die Bauarbeiten begannen, hatte ich schon kurz die Hoffnung, die Straße würde den neuen Verhältnissen angepasst. Davon ist laut der projekt augsburg city Seite aber nicht die Rede. Demnach werden in der Stätzlinger Straße als Ausgleich für Baumfällungen am Bahnhof lediglich neue Bäume gepflanzt.

Tempo 30? Verlagerung des Radwegs auf die Fahrbahn? Steht da nicht. Wozu auch weiter denken als man einen SUV werfen kann. Stadtauswärts muss man als Radler die zahlreichen Ausfahrten des Wohngebiets im Auge behalten, stadteinwärts mit Verkehr aus den Gewerbeflächen rechnen – inkl. aller damit einhergehenden Hindernisse auf dem Radweg und der Holperstellen (aka abgesenkte Randsteine). Stattdessen könnte man nach den Einbuchtungen für die Bäume das Tempo auf 30 beschränken und den Radverkehr auf die Fahrbahn verlegen, was dann wesentlich mehr Sicherheit gegenüber aus Einfahrten kommenden PKW bedeutete. Aber so kommt es wohl nicht und die Stätzlinger Straße bleibt wie sie ist. Nur mit mehr Bäumen.