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Video-Link: https://youtu.be/6EWZUjOS1DI

Es wird nie langweilig auf dem Rad ;)

Nachdem mir die diesjährige Räumung im Stadtwald überhaupt nicht zusagt – statt einer Weißräumung eine halbgare Schwarzräumung mit vielen unwägbaren Eisüberresten – führt mich mein Heimweg öfter über die Inninger Straße. Die mag ohne Schnee schon niemand – verkehrsmittelunabhängig. Mit Schnee ist sie hingegen, soweit man sich an die Benutzungspflicht des Radweges hält, dieser Tage … abwechslungsreich 😉

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Video-Link: https://youtu.be/TVxC48d4OAc

Radfahren im Winter, die andere Seite

Das … Seltsame? Tragische? Vielsagende? Das jedenfalls vorweg: Die meisten Stellen, die es am Montag Vormittag – nachdem es den Samstag über toujours geschneit hat, es den ganzen Sonntag aber bei rund 0 Grad trocken blieb – hinsichtlich des Winterdienstes zu bemängeln gab, hätte ich benennen können, ohne überhaupt loszufahren.

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’Ne Schippe Schnee

Was hilft ein freier Radweg, wenn die Auf- oder Ableitung nicht frei ist? Ein PKW rollt über eine solche kleine Menge Schnee einfach hinweg und es ist dabei egal, ob es weicher Matsch oder doch festgefrorenes Eis ist. Einem/r Radfahrer/in hingegen nicht. Dennoch ist Meinungskanon, dass Radwege weniger oft geräumt werden müssen als die Fahrbahn und Jahr für Jahr wiederholt sich das Bild, dass es vor allem die Auf- und Ableitungen sind, die schlampig geräumt werden bzw. durch das öfter wiederholte Fahrbahnräumen zugeschaufelt werden.

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Video-Link: https://youtu.be/UzoQ9s089o8

Was vergessen, Winterdienst?

Gemessen am sonstigen Zustand der Wege, die ich heute gefahren bin, ist in der Friedberger Straße eindeutig etwas schief gelaufen. Sie ist also beileibe nicht repräsentativ für die Qualität des Winterdienstes auf Augsburgs Radwegen per se, sie ist der negative Ausreißer. Aber solange es sein kann, dass man eine solche Ein-/Ausfallstraße scheinbar „vergisst“, solange stimmen die Abläufe noch überhaupt nicht. Ein solcher Zustand für den motorisierten Verkehr wäre – insbesondere zu diesem Zeitpunkt und den eher günstigen Wetterbedingungen – undenkbar. Warum also für den Radverkehr?

Ach was.

Haben auch alle brav ihr überraschtes Gesicht auf?

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Video-Link: https://youtu.be/netIrGBmaLA

Halb geräumt zählt nicht, lieber Winterdienst

Auf gemeinsamen Fuß-/Radwegen, ob sie nun durch eine Linie getrennt sind oder nicht, nur die Hälfte der Fläche zu räumen, ist und bleibt Murks. Insbesondere im Aufstellbereich um Ampeln herum, wo man wohl schlecht von wartenden Fußgängern oder Radfahrern verlangen kann, sich doch in den Schnee zu stellen.

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Video-Link: https://youtu.be/QuWTt6fqEUI

Winterdienst nach etwas niederschlagsfreier Zeit

Mittlerweile, zwei/drei Tage mit Dauerfrost nach dem letzten Schneefall, herrschen eigentlich recht gute Bedingungen auf den Radwegen – immer bezogen auf die Wege, die ich zufällig befahre. Den Zustand von heute wenn wir schon ab Tag 0 erreichen würden, das wäre schon nahe am Gral. Wenn es bis Tag 1 dauern würde – also den ersten Morgen nach einem Schneefall –, dann wäre das immer noch sehr gut. Bislang liegt das Problem meines Erachtens vor allem darin, dass einzelne sehr schlechte Abschnitte die Befahrbarkeit ganzer Strecken stark beeinträchtigen. Wenn etwa eine Aufleitung nicht frei ist, nutzt der ganze geräumte Radweg dahinter nichts. Wenn Abschnitte mit vielen Parkbuchten und Einmündungen nicht von Beginn an häufig nachgeräumt werden, bleiben Matsch und Eis womöglich tagelang erhalten. Denn auffällig ist schon: Stellen, die an Tag 1 noch schlecht waren, sind auch heute noch schlecht.

Augsburger Winterdienst Task Force

Presse Augsburg über die Bemühungen der Stadt Augsburg hinsichtlich eines besseren Winterdienstes:

Um sich vor Ort ein Bild über den Zustand der Radwege zu machen, sind Umweltreferent Reiner Erben und der städtische Fahrradbeauftragte mit einem Team des städtischen Winterdienstes nach dem ersten größeren Schneefall dieses Winters die Hauptverkehrswege abgefahren. […] Wie sich gezeigt hat, waren die Radwege grundsätzlich gut geräumt und befahrbar. Weil es zwar massiv aber nicht dauerhaft geschneit hat, herrschten gute Bedingungen für den Räumeinsatz.

Wann diese Kontrolle stattgefunden hat, ist mir nicht ganz klar. „Nach dem ersten größeren Schneefall“ sollte letzte Woche gewesen sein, nicht nach dem jetzigen Wochenende – ich fand den Zustand letzte Woche allerdings schlechter, und das obwohl es diesmal eben kontinuierlicher geschneit hat. Aber so ist das mit subjektven Eindrücken auf einem nur winzigen Ausschnitt des gesamten (Rad-)Verkehrsnetzes.

Schneehaufen in Kreuzungsbereichen sind mir tatsächlich kaum aufgefallen, die „gut befahrbaren“ Radwege auf dem Hochbord kann ich schwerlich beurteilen (wenngleich ich an den Zustand entlang der Lechhauser Straße erinnern darf): auf meinen Wegen überwiegt tatsächlich die Führung auf der Fahrbahn. Die Radwege entlang von Orts(teil)verbindungen waren tatsächlich alle stets einwandfrei.

Lediglich die von den Straßen abmarkierten Radwege waren schwerer zu befahren. Grund dafür ist, dass vor allem neben Parkbuchten ein- und ausfahrende Fahrzeuge immer wieder Schnee und Matsch auf die Radwege befördern. Zur Verbesserung dieser Situation werden im Rahmen der Möglichkeiten die Radwege wiederholt nachgeräumt.

Leider wiegen die negativen Ausreißer in der subjektiven Wahrnehmung stets schwerer. Desweiteren sind die Führungen auf der Fahrbahn weit verbreitet, einen Weg durch die Innenstadt ohne Radspur dürfte es kaum geben. Sieht man sich die neueren Maßnahmen im Rahmen der Fahrradstadt 2020 an, finden sich darunter auch überwiegend Schutzstreifen (z. B. Zugspitzstr, Jakoberstraße, Deutschenbaurstr, Gabelsberger Str). Während der Schneeeintrag von außen sicher ein Faktor ist, leiden viele der Rad- und Schutzstreifen aber auch an einer unvollständigen Räumung. Auch das mag vielerlei Gründe haben: im Stadtkern, etwa in der Grottenau und der Prinzregentenstraße, verhindern möglicherweise parkende Autos/Lieferwägen eine ordentliche Räumung. Andernorts scheint das Räumgerät nicht in ausreichender Zahl vorhanden – so schiebt das große Fahrzeug den Schnee in die Radspur, doch das kleine Gerät kommt nicht hinterher, um die Radspur freizuschaufeln (Friedberger Straße Höhe Peterhof zum Beispiel, oder in der Hagenmähderstr).

Die Nachräumung wäre die Lösung, die ja auch versprochen wird – „im Rahmen der Möglichkeiten“. Diesen Rahmen zu erweitern liegt aber letztlich voll und ganz in den Händen der Stadtregierung. Dass das in Zeiten klammer Kassen weh tut ist unbestritten. Dass Investitionen für eine unbeständig auftretende Saison doppelt weh tun, kann ich auch nachvollziehen. Ich für meinen Teil komme ja auch schon mit dem Status Quo zurecht – wie Hunderte andere auch. Wie die Stadt ihr Ziel qualifiziert und quantifiziert, ist mir nicht bekannt. „Besser machen“ kann man es schließlich immer. Interessant ist damnach das „gut genug“: Bei welchem Kostenverhältnis ist das erreicht und wie sieht das dann aus?

Nächste Chance

Wenn ich wieder nur von dem Weg ausgehe, den ich heute eben gefahren bin, würde ich vorsichtig behaupten, dass der Winterdienst sich dieses Mal besser geschlagen hat als beim letzten Schneefall. Manche Stellen, die ich letztes Mal bemängelte, sind viel besser freigeräumt (Ulmer Straße, Oberhauser Bahnhof, Grottenau). Wie im Negativen gilt aber auch im Postiven, dass eine Fahrt nur einen winzigen Ausschnitt zeigt.

Zudem überwiegt auf meiner Strecke die Führung auf Schutz- und Radstreifen auf der Fahrbahn. Vor- und Nachteile treten im Winter gut hervor: Zwar ist es ärgerlich, wie der Raum für Radfahrer abschnittsweise aufs Gröbste zweitrangig behandelt wird und von der Benutzung nur abgeraten werden kann, wenn die Streifen nicht sowieso komplett verschüttet sind. Doch liegt der Ausweg (für mich!) auch besonders nah: man fährt einfach weiter links auf der Fahrbahn. Und da der Schnee ganz offensichtlich die neue Fahrbahnbegrenzung bildet, ist die Vorhersehbarkeit und Akzeptanz entsprechend hoch. Im idealen Fall senkt die verengte Fahrbahn die Geschwindigkeit des Verkehrs, was vielleicht sogar angenehmer ist als der Normalfall mit schnellem Verkehr und relativ engem Schutzstreifen.

Allzu positiv möchte ich aber vernachlässigte Schutz- und Radstreifen wirklich nicht zeichnen. Zum einen entsteht ja eben keine konsequente Verkehrsführung. Mal ist ein Radstreifen befahrbar, mal nicht. Besonders in Kurven treffe ich immer wieder auf unpassierbare Streifen, die offensichtlich entstehen, weil der Räumdienst die Kurven schlicht nicht sauber ausfährt. Dies wiederum nötigt Radfahrer zu punktuellen Ausflügen auf die Fahrbahn, einem ständigen Hin und Her – das kann nie eine gute Lösung sein. Zum anderen ist das Fahren auf der Fahrbahn für einen nicht zu vernachlässigenden Teil der Radfahrer einfach keine Option. Sie brauchen Abstand zum PKW-Verkehr, umso mehr, je schlechter – selbst wenn nur potenziell – die Straßenbedingungen sind. Diese Gruppe weicht dann eher auf die Fußwege aus, was zwar weder sicherer noch sinnvoller ist, aber unbestreitbar passiert. Die überwiegende Masse steigt jedoch gar nicht erst aufs Rad. Das mag gut für deren eigene Sicherheit sein, aber ist halt auch nicht das Ziel einer Fahrradstadt.

Winterdienst, einen Tag später

Sensibilisierte Mitarbeiter, eine Task Force – und ein weiterer Tag ohne Schneefall. Zwar wieder kälter, aber mit Sonne, die Straßen trocknen streckenweise sogar schon ab. Sicher ist heute auf den Radwegen also alles besser als gestern?

Hmmmm.

Dazu bin ich heute nochmals (fast) dieselbe Strecke gefahren wie gestern. Abgesehen von der Aufleitung in der Langenmantelstraße (die durch PKW-Verkehr über den Bordstein freier geschaufelt schien) und einem aus dem Weg geräumten Schneehaufen am Vogeltor konnte ich leider keinen Unterschied ausmachen. Wohlgemerkt gilt das nur für diese eine Strecke. Vielleicht ist andernorts sehr viel passiert. Aber auf dieser Strecke, welche immerhin die zentrale Ost-West-Verkehrsachse beinhaltet, ist es erschreckend, dass de facto nichts nachgebessert wurde. Denn das verleitet mich zu der Annahme, dass niemand unterwegs ist, der das Räumungsergebnis kontrollieren und ggf. Nachbesserungen anordnen würde. Falls das der Fall sein sollte (oder eine Kontrolle der Meinung ist, dass das alles so passt), dann ist die „Task Force“ leider nicht das Papier wert, auf dem sie steht.

In diesem Winter will es die Stadt besser machen

Es geht natürlich um den Winterdienst in Augsburg und es ist natürlich – Spoiler – wie mit allen guten Vorsätzen.

Die Bilder sind allesamt von Montag Vormittag (siehe Bildunterschriften für Details). Den ersten (weniger groß als angekündigt ausgefallenen) Schneefall von letzter Woche habe ich ausgelassen, was nun liegt, ist das Ergebnis des kontinuierlich mäßigen Schneefalls von Samstag Nacht bis Sonntag Nachmittag, was irgendwo zwischen 5 und 10 cm gewesen sein dürften. Seither wäre eine Menge Zeit gewesen, auch die Radwege in einen guten Zustand zu versetzen.

Was man bei der Bewertung des Winterdienst stets berücksichtigen muss, ist das Koordinatensystem, in dem man sich bewegt, sprich: was erwartet man denn überhaupt? Was ist schlecht, was ist gut und was ist zumindest gut genug? Seltsam, dass man darüber überhaupt sprechen muss, denn stellt sich diese beim PKW-Verkehr überhaupt? Klar, auch hier gibt es Einschränkungen. In vielen Wohngebieten etwa ist der Winterdienst schlicht überhaupt nie unterwegs. Vielleicht kommen die Maschinen dort in den zugeparkten engen Straßen gar nicht erst durch. Vor allem aber liegt der Fokus (natürlich) auf den Hauptstraßen. Das ganze Straßennetz ist schlicht nicht freizuschaufeln. Kleinere Straßen sind dann eben erst später dran.

So ähnlich stellt sich das der unbedarfte Mensch mit der Priorisierung vielleicht auch mit Radwegen vor. Ja, die soll man auch räumen, aber halt vielleicht ein bisschen später. Und natürlich auch nicht alle. Naja, und vielleicht auch nicht so oft. Snd ja so wenige Radfahrer unterwegs.

Diese Vorstellung geht jedoch in vielen Fällen nicht auf. Warum etwa sollen Radwege eigentlich weniger oft geräumt werden als Straßen? Weil Räder mit teilverschneiten Wegen besser zurecht kommen als Autos? Das ist doch ganz offensichtlich grober Unfug. Wie auch beim generellen Zustand der Straßen (Schlaglöcher) bräuchten Radfahrer sogar stets die besseren Bedingungen. Jedwede Schlechterbehandlung von Radwegen reduziert sich somit immer nur auf das Argument: Weil es weniger Radfahrer gibt, sind sie weniger wichtig, und weil man die Ressourcen sehr gezielt setzen muss, fallen die Unwichtigen hinten runter. Und wenn man dieses Argument noch mit sehr sehr viel Wohlwollen als pragmatisch notwendigen Kompromiss ansehen könnte, so ist er doch im Grundsatz diskriminierend.

Und die Argumentation steht sich selbst im Weg. Denn ohne bessere Zustände auf den Radwegen wird sich auch die Anzahl der Radfahrer nicht signifikant erhöhen. Sie ist Ausdruck der Kapitulation vor dem vermeintlich Unabänderlichen: im Winter kann man nicht Radfahren. Also muss man auch keine Wege räumen. Henne, Ei, immer hübsch im Kreis herum.

Aber wie gesagt: Eine Priorisierung ist nicht per se verkehrt, man kann die herrschenden Sachzwänge ja auch nicht vollständig ignorieren. Umso mehr muss man jedoch die Bedürfnisse des schlechter behandelten Radverkehrs kennen und verstehen, um die Nachteile in Grenzen zu halten. Und möglicherweise mangelt es genau daran.

Denn sollte es nicht offensichtlich sein, dass für den Radverkehr freie Auf- und Ableitungen essenziell sind? Radverkehrsführungen sind eben, wie sie sind: mal auf der Fahrbahn, mal auf dem Hochbord. Und große Räumfahrzeuge schieben diese zwangsläufig zu. Ein kleineres Fahrzeug müsste diese wieder freischaufeln. Doch die kleineren sind seltener unterwegs (und/oder nicht in ausreichender Zahl vorhanden), weshalb hier schon prinzipbedingt keine zufriedenstellende Lösung erreicht werden kann – zumindest wenn man blind nach Schema F vorgeht und wenigstens auf Hauptverkehrsachsen solche Stellen nicht ganz gezielt behandelt.

Auch kommt Schnee nicht nur von oben. Er wird auch, wenn er erst einmal liegt, von Parkbuchten und Einmündungen auf die Hauptstraßen getragen. Uns Radfahrer trifft das, weil unsere Wege eben am Fahrbahnrand verlaufen. Und so sind viele ansonsten freie Radwegen um Kreuzungen und Einmündungen herum mit Schnee(matsch) versaut. Ziehen die Temperaturen an – wie etwa für die kommende Nacht mit zweistelligen Minusgraden prognostiziert – dann wird aus dem Matsch knallhartes Eis. Einmal mehr ein Grund, Radwege und -spuren eher öfter zu räumen als weniger. Dass Autos in Straßen einbiegen und aus Parkbuchten heraus fahren lässt sich nunmal schwer verhindern, diesen Schneeeintrag wird es also immer geben. Doch stattdessen wird er komplett ignoriert.

Und es ist diese Achtlosigkeit, die so nervt. Dass Wege und Straßen im Wohngebiet kaum geräumt werden – Schwamm drüber. Dafür ist der Winter der Winter und Einschränkungen muss man hinnehmen. Aber was einem auf Hauptverkehrswegen heute so begegnet scheint nicht nur Ausdruck fehlender finanzieller Mittel zu sein. Es wirkt vielmehr an den Bedürfnissen des (schwächeren) Radverkehrs vorbei. Entweder unbewusst, weil man es nicht besser weiß, oder in Kauf genommen, weil man den Mehraufwand einfach nicht bezahlen möchte.

In einer „Fahrradstadt“ muss man schon fragen: Wann ist denn der Zeitpunkt gekommen, den Winterradverkehr ernst genug zu nehmen, dass man den notwendigen Aufwand für anständige Fahrbahnverhältnisse treibt? Wann wird ein ordentlich geräumtes Radwegenetz zu einer nicht zu diskutierenden Leistung? Oder ist Fahrradstadt ein jahreszeitlicher Begriff?

Winter mal so, mal so.

Der Winter war hier in Augsburg eher ein dreimaliger Tagesausflügler, aber hatte im Kleinen doch wieder alles zu bieten, was dem/der Radfahrer/in so begegnen kann. Da sind die stillen Wege an der verschneiten Wertach entlang, die unberührten Waldwege und das einsame Spurenfahren in kleinen Nebenstraßen. Und in der Stadtmitte? Bei meinen eher späten Radfahrten ins Büro waren praktisch alle Wege schon geräumt, das recht warme Wetter ließ den Schnee sowieso kaum liegen. Doch es waren wieder einmal die Übergänge von Hochbord-Radwegen zuRadstreifen auf der Farbahn (oder anders herum), die schlecht geräumt bzw. komplett zugeschoben waren. Kein Zweifel, für den Räumdienst sind dies die kniffligsten Stellen. Aber es sind eben auch für RadfahrerInnen die kritischsten Stellen (Wechsel vom separierten Radweg auf eine mit dem schnelleren PKW-Verkehr integrierten Radspur) und was hilft es, wenn der Radweg und die Radspur frei sind, aber der Weg von einem zum anderen nicht? Wie heißt es so schön? Das schwächste Kettenglied entscheidet über die Stärke der gesamten Kette. Ich für meinen Teil habe meine Wege in der Stadt kurz gehalten und die Wege am Fluss und im Wald gesucht. Anstrengender, und doch erholsamer.

Muss ich mich jetzt ein klein wenig verarscht fühlen?

Keine Frage: Der Fahrer des Räumfahrzeugs (mit Gelblicht, was man im Foto nicht sieht) ist wahrscheinlich hier einfach nicht zuständig. Aber sollte in dem einen oder anderen Ressort der Stadt je die Frage aufkommen, weshalb sich manch RadfahrerIn bisweilen schlicht verarscht vorkommen, dieses Bild dürfte es beantworten.

Davon abgesehen ist der momentane Winter eine Schmalspurversion sondersgleichen. Da sei, rund zwei Tage nach dem letzten Schneefall, die Frage gestattet, weshalb in der Karlstraße – zentrumsnaher geht es nicht – ein solcher Zustand überhaupt möglich ist. Dass hier natürlich die Nutzung der Fahrbahn erlaubt ist, darf kein Lösungsansatz sein. Für die überwiegende Mehrheit der RadfahrerInnen ist dies keine wünschenswerte Möglichkeit, insbesondere nicht zu Stoßzeiten mit viel PKW-Verkehr. Wenn noch nicht einmal an derart harmlosen Wintertagen ein so zentraler Verkehrsweg – und sei es auf einem noch so kurzen Abschnitt – komplett freigehalten werden kann, wie soll das aussehen, wenn es einmal mehr als einen Tag lang schneit?

Bitte warten …

In den vergangenen Jahren haben Augsburger Radler dem Winterdienst in Umfragen ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Die Stadt hatte versprochen nachzubessern. Doch es wird wohl dauern, bis sich grundsätzlich etwas ändert.

So schreibt es die Augsburger Allgemeine heute. Oder vor einem Jahr, oder vor zwei Jahren. Oder drei? Ein mangelhafter Winderdienst ist wahrscheinlich nicht nur in Augsburg ein ewig grüßendes Murmeltier.

Bereits im Februar verkündete die Stadt, das Radeln im Winter mit einem neuen Konzept komfortabler machen.

Und heute ist man – kein Stück weiter. Es werde wohl eher noch bis zum nächsten Winter dauern, bis man „ein Konzept“ fertig habe. Alles ist immer kompliziert. Für Radwege brauche man schmalere Räumfahrzeuge. Radspuren auf der Fahrbahn sind offenbar komplett unräumbar, weil wo sollte man den Schnee von den Fahrspuren sonst hinräumen. Und dann nutzen RadfahrerInnen auch noch Straßen von insgesamt geringerer Räumpriorität – dieselben Nebenstraßen, auf die uns manch neunmalkluger Politiker im Nicht-Winter gerne verdrängen würde, damit man die Hauptverkehrsstraßen weiter bequem für den motorisierten Verkehr reservieren kann. Wären wir RadfahrerInnen nicht die Hauptleidtragenden durch gefrierenden Schneematsch auf Radspuren, Ableitungen und Nebenstraßen, wir könnten glatt zufrieden zusehen, wie der Stadt eine vollständig inkonsequente Radverkehrsführung auf die Füße fällt.

300.000 bis 400.000 Euro werden demnach benötigt, um wenigstens den Stand wiederherzustellen, der vor der Reduzierung herrschte.

Und bei Gott, wir reden hier nicht von solchen Zuständen:

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Video-Link: https://twitter.com/copenhagenize/status/668200082551005185

Wir reden davon, einen Stand an grundsätzlichem Respekt vor dem Radverkehr zu erreichen, wie er vor vier Jahren in Augsburg herrschte. 2011. Also etwa um den Dreh, als man begann, vom Projekt „Fahrradstadt 2020“ zu träumen. Nun scheint es nicht möglich, wenigstens diesen vormaligen Zustand wiederherzustellen. Wer nun damit kommt, dass Politik eben ein mühsames Geschäft sei, mit langwierigen Entscheidungswegen und gespickt mit Kompromissen, der soll mir bitte gepflegt den Buckel herunterrutschen. Oder wahlweise nicht von der Fahrradstadt fabulieren. Wer sich nicht dazu durchringen kann, im Zuge der Fahrradstadt 2020 auch Prioritäten entsprechend neu zu setzen, wird niemals etwas erreichen können. Wer nur ständig Lippenbekenntnisse abgibt und sich hinter Verhandlungen und künftigen Konzepten versteckt, der braucht sich nicht wundern, wenn an dessen Ernsthaftigkeit gezweifelt wird. Bei einem Haushalts-Gesamtvolumen von knapp 900 Millionen Euro finden sich also keine 400.000 Euro um Radfahrern die Wertschätzung der Verkehrssicherung im Winter zuteil werden zu lassen?

Erben schließt nicht aus, auf den Etat des Projekts „Fahrradstadt 2020“ zurückzugreifen. […] Zudem ist unklar, ob die für 2016 vorgesehenen 2,5 Millionen Euro überhaupt bereitgestellt werden. Aufgrund der angespannten Haushaltssituation wird es darüber noch Diskussionen geben […]

Aus welchem Topf das Geld kommt, ist mir, mit Verlaub, scheißegal. Verarschen, liebe Stadt, kann ich mich alleine.

Apropos Potenzial: der Westpark

Der Westpark ist ein Kunstbegriff, unter dem die neu geschaffenen Grünflächen der ehemaligen Reese- und Sheridankasernen zusammengefasst sind. Dadurch entsteht die einzigartige Möglichkeit, von der Ulmer Straße im Norden bis zur Leitershofer Straße im Süden (fast) ampelfrei durch Pfersee zu fahren. Der Wasenmeisterweg erweitert diese etwa 4km lange Strecke auf rund 6km bis hinunter zur Wellenburger Str. in Göggingen, was dann durchaus vergleichbar mit der Strecke durch den Stadtwald in Haunstetten ist.

Während der Reese-Park noch eine große (hässliche) Baustelle ist, ist der Fuß-/Radweg bereits fertig (mit kleinen, die prinzipielle Benutzbarkeit nicht beeinflussenden Ausnahmen). Vielleicht war diese Fertigstellung in diesem AZ-Artikel gemeint, jedoch wurde darin explizit die Verbindung zwischen Sheridan- und Reese-Park erwähnt – was tatsächlich die einzige Stelle ist, an der man sich mit PKW-Verkehr herumschlagen muss und wo derzeit noch kein Weg existiert. Denn zwischen diesen beiden Arealen liegt der Westfriedhof „im Weg“. Obwohl anscheinend auch die Rad-Freigabe auf dem Friedhofsgelände diskutiert/erprobt wird, ein Durchgang existiert nicht und die Route ist wohl auch eher östlich des Friedhofs angedacht. Das Problem hierbei ist, dass das Linksabbiegen aus der Leitershofer in die Deutschenbaurstraße nicht erlaubt ist. Baulich ist ansonsten nichts weiter für den Lückenschluss notwendig, aber diese Kreuzung sinnvoll für den Radverkehr umzugestalten ist Aufgabe genug. An diese Kreuzung muss die Stadt aber sowieso ran, sollte sie die vorgeschlagene Umfahrung der Augsburger Straße von der Verkehrsplanung übernehmen wollen.

Weshalb die Strecke als „Freizeitverbindung“ deklariert wird, bleibt das Geheimnis der Netzplaner, kann dem/der RadfahrerIn letztlich aber auch egal sein – ebenso, dass der Sheridan-Park als Radfahrer-frei-Gehweg ausgeschildert ist (der Weg im Reese-Park ist noch nicht beschildert). Im Gegensatz zur Stadtwaldstrecke sind diese Gehwege im Sheridan- und Reese-Park sogar beleuchtet. Dass zumindest im vergangenen Winter der Weg im Sheridan-Park überhaupt nicht geräumt wurde – was in einer mehrere Zentimeter dicken Eisschicht resultierte – überdenkt die Stadt hoffentlich. Zu hilfreich ist diese Strecke für Berufspendler auch und gerade im Herbst/Winter.

Das Sahnehäubchen – nicht nur für RadfahrerInnen – wäre eine Überquerung der Bürgermeister-Ackermann-Str. per Grünbrücke (wie im Süden mit der B17 und nahe der Stadtmitte mit der Inverness-Allee der Fall). Das würde RadfahrerInnen Verkehr und eine Ampel ersparen, würde aber in erster Linie das Einkaufszentrum auf der Südseite der Ackermannstr. mit dem Reese-Park auf der Nordseite verbinden – eben ohne eine vierspurige Stadtautobahn zu überqueren, durch die zukünftig ja auch noch eine Straßenbahntrasse geführt wird. Es wäre, wenn auch wahrscheinlich recht kostspielig, ein Zeichen für eine Stadtteilentwicklung und Mobilität abseits des MIV. Aber selbst ohne Grünbrücke, dafür mit einem radfreundlichen Umbau der Kreuzung Stadtberger/Deutschenbaur wäre im Augsburger Westen eine weitere sehr einzigartige Radachse geboren.

Winterdienst – heute gilt’s.

Gestern nacht noch Neuschnee und ab morgen, wenn man dem Wetterbericht glauben darf, mindestens eine Woche Dauerfrost zwischen -10 und -3 °C. Mit anderen Worten: Was heute Abend noch an Schnee und Matsch liegt, liegt dort noch länger. Und zwar nicht als weiche Pampe wie heute, sondern als festes Eis. Was heute ein Schneeberg ist, den man durchfahren kann, ist morgen eine Wand. Was heute platt gefahrener Matsch ist, ist morgen blankes Eis. Aufgeweichter Schneematsch ist morgen ein mit Spurrillen verminter, holpriger Eistrail.

Ich danke allen Mitarbeitern des Winterdienstes, die heute Überstunden einlegen, um Auf- und Abfahrten von Radwegen freizuschaufeln (da bin ich sicher nicht alleine), die irgendwann noch in den Seitenstraßen vorbeikommen um auf die geschlossene Schnee-/Eisdecke zumindest Splitt zu streuen und die so viele (Rad-)Wege wie möglich heute noch matschfrei bekommen. Mal sehen, wieviel Wille die Fahrradstadt 2020 heute an den Tag legen kann.

Der Winterdienst und Nebenstraßen

Vergangenen Herbst schrieb ich auf der Suche nach Umgehungen der Augsburger Straße in Pfersee:

Und ob der Winterdienst in den engen Straßen überhaupt je durchkommt? Auf alle Fälle später (und weniger oft) als auf der Hauptroute. Zwar wäre das dann eine Sache, die man tatsächlich “ausbauen” könnte, doch warum ausgerechnet der jetzt schon unterfinanzierte Winterdienst zwei zusätzliche Nebenstrecken prioritär bearbeiten sollen könnte, bedarf eines überaus gesunden Optimismus.

Nachdem es in der Nacht auf Dienstag, den 27.1., bei Temperaturen um die Null Grad ein paar Zentimeter geschneit hat, kam ich auf meinem Arbeitsweg vormittags gegen 10 Uhr in der oben abgebildeten Metzstr. vorbei. Und es sah aus, wie man es erwarten konnte. Weder kann der Winterdienst überall räumen, noch sind solche Straßen wahrscheinlich mit den meisten Räumfahrzeugen überhaupt befahrbar. Und alle, die in einer ähnlich beschaffenen Straße wohnen, wissen, was aus dem weichen Schneematsch nach einer weiteren Nacht mit leichten Minusgraden geworden ist. Bei mir vor der Haustüre fand sich auf alle Fälle in den Fahrspuren eine Eisschicht und zwischen den Spuren eine recht feste Eismatschkraterlandschaft.

Und nochmal hallo, Winterdienst

Das hier ist nicht irgendeine Nebenstraße, das ist auf der Friedberger Straße (stadtauswärts, Höhe Peterhof). Das ist nicht 3 Minuten nach einem überraschenden Wintereinbruch, das ist NEUN F*CKING TAGE nach dem letzten Schneefall, mit Regen und Plusgraden dazwischen. Das hier ist keine Beeinträchtigung, hier ist überhaupt keine Radspur mehr zu sehen. Das ist keine gemütliche 30-Zone, wo man einfach auf die Straße ausweicht. Das ist eine Ein- und Ausfallstraße, Tempo 50, viel befahren.

Wir müssen reden, Fahrradstadt2020.

Hallo nochmal, Winterdienst

Warum ich von Fahrradstraßen nicht sonderlich begeistert bin? Weil es für mich den Eindruck macht, dass sie auf der Prioritätenliste hinsichtlich Instandhaltung und – in diesem Fall – Winterdienst ganz nach unten rutschen. Dieses Bild ist am Montag Abend entstanden. Zu dieser Zeit waren sämtliche Straßen (dieser Größe) voll und ganz schneefrei.

Hallo Winterdienst

Seit dem letzten Schneefall ist ungefähr eine Woche ins Land gegangen, zwei Regentag haben zudem beinahe alle Schneemassen von alleine beseitigt. Alles frei also in der Stadt? Überwiegend ja, mit Ausnahmen (auf nur einer Fahrt ins Büro, willkürlich gewählte Strecke):

Im Sheridan-Park etwa – zugegebenerweise etwas ab vom Schuss und “nur” ein für Radfahrer freigegebener Fußweg – war allem Anschein seit Beginn des Winters kein Winterdienst unterwegs. Hier bedeckt den Weg nicht nur eine mehrere Zentimeter dicke Eisschicht, es ist noch nicht einmal Splitt gestreut.

Überall, wo sich der Schnee türmte, sind noch Reste vorhanden. Und da die Radspuren gerne als Schneeabladeplatz gebraucht werden, sind so manche Spuren noch beeinträchtigt. Dass das aber auch mitten im Zentrum in der Halderstraße noch so sein muss – insbesondere an einer Stelle, an der der Schnee auch in die Grünfläche hätte geschoben werden können – ist etwas traurig.

Ebenso traurig ist, dass der kombinierte Fuß-/Radweg am Theodor-Heuss-Platz auch seit einiger Zeit übersehen wurde. Hier darf man sich auf einer Eisschicht (mit etwas Splitt darauf) im Rad-ruhig-und-gerade-halten üben, da ein Ausweichen auf die Fahrbahn hier keine wirkliche Option ist.

Stadtwald im Winter

Wer im Winter bei Schnee vom Augsburger Süden Richtung Stadtmitte (oder Hochzoll) muss, dem lege ich den Weg durch den Stadtwald ans Herz. Der ist nämlich überraschend gut präpariert (vielen lieben Dank an den hier zuständigen Winterdienst!), als feste Schneedecke mit etwas Split darauf. Das ist griffig und bleibt, solange kein Tauwetter herrscht, aufgrund des fehlenden Autoverkehrs spurrillenfrei und perfekt befahrbar. Weit besser als der Radweg die alte B17 entlang, der oftmals nur spät und/oder nur teilweise geräumt wird und mit der Zeit (durch halbseidenen Salz-Einsatz und querenden PKW-Verkehr) sulzig und rutschig wird. Bei genügend Schnee sind auch die zahlreichen Schlaglöcher gut zugefüllt und die Strecke so gesehen so komfortabel wie nie 😉

Vorsicht ist erst bei Tauwetter geboten. Dann bildet sich gerne die ein oder andere Eisplatte zwischen freien Stücken oder Sulzschneeabschnitten. Dann – und nur dann – ist der Weg an der alten B17 in der Regel schneller schneefrei und einfacher zu befahren.