Halderstraße, go home, you’re drunk.

Ob beim ein oder anderen Verantwortlichen – fehlendes Gesamtbild dank Bahnhofsbaustelle hin oder her – wohl auch der Zweifel keimt, ob ein Hochboard-Radweg in der Halderstraße wirklich eine gute Idee war/ist? Allein dass er beidseitig befahrbar ausgelegt ist, hätte bei dessen Vorstellung ja schon alle geheimen Falltüren auslösen und die jeweiligen Planer im Höllenschlund verschwinden lassen sollen. Dabei ist das in der Praxis – soweit ich es bislang erlebt habe – noch der irrelevanteste Aspekt, da in die „falsche“ Richtung schlicht kein Radverkehr stattfindet. Dass der Weg hingegen seit seiner baulichen Fertigstellung im September/Oktober höchstens provisorisch, wöchentlich unterschiedlich, jedoch seither nie (!) als Radweg beschildert wurde, spielt schon eher eine Rolle. Es machte die Etablierung als Kurzpark- und Lieferzone umso einfacher. Ob sich das nun noch durch eine Beschilderung, wie sie provisorisch schon angedeutet wurde, ändern lässt – oder ob sie es überhaupt je hätte verhindern können – sei bezweifelt.

Denn mit Verlaub, was hat man denn erwartet? Man stückelt an einen breiten Gehweg einen PKW-breiten Radweg an, entlang einer Reihe von Hotels/Banken, die offensichtlich seit Jahren Kurzzeitparker anziehen und selbst keine Parkplätze oder Lieferzonen bieten. Was erwartete man? Dass sich die diversen Lieferdienste auf die Straße stellen? Wo sie, nachdem die Fahrbahn nun schmaler und die Trassenführung geändert wurde, die Straßenbahn blockieren würden? Oder dass keine Lieferungen mehr kommen würden? Keine Bankkunden? Aber nein, für die hat man ja noch einen kleinen Streifen gelassen. Denn wie man weiß, parken nur immer so viele auf einem Streifen, wie auch darauf passen, und niemals noch einer vorne und zwei hinten darüber hinaus. Nein, nie.

Dieser unselige Radweg ist dazu verdammt, auf immer und ewig ein Parkstreifen für Hotelgäste und Bankkunden, für DHL und Konsorten, für Handwerker aller Art zu sein. Keine verdammte Sau kümmert es, dass das ein Radweg ist (oder mal einer werden soll, wenn sich die Stadt einmal dazu bequemt, ein paar lausige Schilder aufzustellen – dass das Parken auf einem Fußweg genauso illegal ist, ist wahrscheinlich erst recht jedem egal). Weil es zu praktisch ist, dort zu parken. Weil da ja schon ein, zwei parken, also kann ja auch noch ein Dritter dort parken. Weil es ja nicht anders geht, *buhuuu*, wie sollte man denn auch sonst zur Bank kommen.

Wenn also ein Hochboard-Radweg absehbar nur als Parkstreifen dient, wozu dann einen anlegen? Warum nicht, wenn es denn so notwendig scheint, den Platz für einen Kurzparkstreifen bzw. eine Lieferzone nutzen, den Radverkehr auf die Fahrbahn verfrachten und das Tempo auf 30 reduzieren? Bei Tempo 30 und ausreichender Fahrbahnbreite müsste man wahrscheinlich noch nicht einmal Schutzstreifen auf die Fahrbahn pinseln. Der Verkehr aus den Ausfahrten heraus müsste nicht quer über den Radweg stehen, um Sicht auf die Fahrbahn zu erlangen. Ja, möglicherweise erfüllt eine Führung auf der Fahrbahn noch (!) nicht das gefühlte Sicherheitsbedürfnis vieler RadfahrerInnen. Aber tut dies ein vollgeparkter, in beide Richtungen befahrener Radweg?

Augsburger Straße – wird das die Umfahrung?

Wie in diesem AZ-Artikel erwähnt und in der dort abgebildeten Briefmarke des neuen Hauptradwegenetzes zu erahnen, soll in Pfersee der (Durchgangs-)Radverkehr wohl tatsächlich um die Augsburger Straße herumgeleitet werden. Ich hatte mögliche Umfahrungen ja hier schon einmal dargestellt. Im Süden der Augsburger Straße scheint das tatsächlich auf die Färberstraße hinauszulaufen (die praktischerweise direkt an einer Wertachüberquerung startet/mündet), im Norden nicht auf die (sehr enge) Metzstraße, sondern die Leonhard-Hausmann-Straße (siehe Fotostrecke oben). Mein Eindruck ist jedoch nach wie vor derselbe, die Hauptschwierigkeiten sind:

  • Zugang Leonhard-Hausmann-Str: Vom Westfriedhof kommend ist das Abbiegen in die Leonhard-Hausmann-Str. bislang nicht gestattet. Das ließe sich leicht ändern (Schild weg), spannend wäre allerdings, wie das für RadfahrerInnen realisiert wird. Das Einordnen zum Linksabbiegen ist hier aufgrund der Straßenbahn nicht ganz trivial.
  • Platzmangel: Die Alternativen zur Augsburger Straße sind allesamt Nebenstraßen – sie sind eng und zugeparkt. Bei Gegenverkehr sind Mindestabstände praktisch nicht einzuhalten. Morgens und abends ist verstärkt mit ein- und ausparkenden AnwohnerInnen zu rechnen, was Durchgangsverkehr aufgrund der geringen Fahrbahnbreite mindestens ausbremst, schlimmstenfalls gefährdet.
  • Vorfahrt: Natürlich befindet man sich in den Nebenstraßen nie auf einer Vorfahrtstraße. Ganz bewusst wird hier schließlich der Verkehr durch Rechts-vor-Links-Kreuzungen ausgebremst. Meiner Erfahrung nach hat man als Radfahrer aber selbst in diesen zugeparkten Straßen eine viel bessere Übersicht als Autofahrer. Man käme also recht gut durch – es sei denn, man hängt hinter einem Auto fest 😉
  • Winterdienst: Ich habe zwar nur die Metzstraße beaobachtet, aber zumindest die hat diesen Winter kein Raumfahrzeug gesehen. Aufgrund der geringen Straßenbreite werden die großen Raumfahrzeuge in den Nebenstraße gar nicht verkehren können. die kleinen Fahrzeuge schaffen, wie man erleben durfte, den Rest derStadt auch nur eher schlecht als recht. Wie sie noch zwei Nebenstraßen mehr bewältigen sollen …?

Wenn ich es recht gelesen habe, ist selbst, wenn die Routen so kommen sollten, die Ausgestaltung noch völlig offen. Insofern ist jeder Kritikpunkt, den man an den Umfahrungsstraßen finden könnte, theoretisch auch behebbar. Zudem wird die Augsburger Straße ja auch nicht gesperrt, wer sich auf der Hauptstraße wohler fühlt*, wird sie weiter benutzen dürfen – so wie man auch jetzt schon die Nebenstraßen nutzen kann. Die Frage wäre also „lediglich“, wie man diese Nebenstraßen für den Radverkehr aufwerten kann. Einfach nur die Wegweisung daraufhin umzubiegen wäre meines Erachtens kein Gewinn. Man tauscht dann einfach nur Vorfahrtstraße gegen Nebenstraße und Einengung durch die Straßenbahn mit Einengung durch Parkplatz suchende AnwohnerInnen – und ich bin mir nicht sicher, ob letzteres nicht mehr Gefahrenpotenzial beherbergt. Die AnwohnerInnen wiederum sind nichts, was man hinwegzaubern könnte. Die wohnen da, die parken da. Und da die Straßen nicht breiter und die Autos nicht schmaler werden, bin ich überfragt, wo mehr Platz herkommen soll – der meines Erachtens wünschenswert wäre für ein entspanntes, sicheres Radfahren. Eine Einbahnstraßenregelung könnte zum Teil helfen, muss aber auch erst einmal sinnvoll für die AnwohnerInnen umgesetzt werden können. Weiter geht auch die Ausweisung als Fahrradstraße praktisch nicht, weshalb ich skeptisch bin, dass dieses vermeintliche Allheilmittel hier wesentlich weiterhilft.

Ich lasse mich gerne eines besseren belehren, liebe Fahrradstadt 2020. Jetzt zeig mal, was du kannst.

* Ich für meinen Teil habe kein Problem mit der Augsburger Straße, auch wenn ich nachvollziehen kann, warum jemand hier ungern fährt. Ich fahre auf der anderen Seite aber auch gerne in den Nebenstraßen, vor allem da ich dort nicht zu den „schwierigen“ Uhrzeiten unterwegs bin, wenn viel Parkverkehr herrscht. Ich wechsele zwischen den Routen je nach Tageslaune ab, wobei ich eher die Hauptstraße wähle, wenn es schnell gehen soll (was in die Hose geht, wenn ich hinter eine Tram lande).

Ableitungen done wrong

An manchen Stellen wird besonders offensichtlich, wie sehr der Radverkehr etwas ist (oder war), das man notgedrungen irgendwie in und um den Raum führen muss, der noch übrig bleibt, wenn man mit dem Autoverkehr fertig ist. In der Stätzlinger Straße stadteinwärts muss/darf man kurz vor der Brixener Straße auf die Fahrbahn, da der Fuß-/Radweg zu schmal wird. Das Ganze ist noch ganz löblich per Schild und Fahrbahnverengung – um die einbiegenden RadfahrerInnen zu schützen – angekündigt. Aber die Ableitung auf die Fahrbahn selbst ist dann haarsträubend. Man bedient sich einfach der Hofausfahrt des Autohauses. Ach, die ist ein bisschen eng? Ja mei. Oh, der Asphalt ist da sehr holprig? Für RadfahrerInnen wird’s schon reichen.

Und ein bisschen später muss man wieder hoch aufs Hochboard. Und da sucht man sich ausgerechnet haargenau eine Bushaltestelle dafür aus statt vielleicht die Haltestelle nach hinten zu setzen und den Radverkehr davor auf der Fahrbahn vorbeizuleiten und erst danach zur Kreuzung aufs Hochboard?

Wobei ich mit der Stätzlinger Straße ganz grundlegend ein Problem habe, da ich mir nach der offensichtlichen Entlastung seit der AIC25 und der Anschlussstelle Südtiroler Straße eine Beruhigung des Verkehrs und eine radweglose Umgestaltung gewünscht hätte. Stattdessen wurde der Radweg trotz umfangreicher Eingriffe zur Pflanzung der „Ausgleichsbäume“ belassen. Ach ach ach.

Schlaglochrelevanz PKW vs. Rad

Also gut, die Frequenz von Straßenschäden und das Budget zur Behebung derselben weist sehr wahrscheinlich eine Diskrepanz auf, die es nicht ansatzweise möglich macht, jedes Schlagloch umgehend zu schließen. Muss ja auch nicht sein. Allerdings habe ich auch das Gefühl, dass die Schwelle für die Dringlichkeit einer Reparatur noch sehr PKW-lastig ist. Was aber in einem SUV nur einmal kurz *klonk* macht, hebelt mich auf dem Rad schon ordentlich aus, gerade wenn bei Regen die entstehende Pfütze die Tiefe und Ausmaße eines Schlaglochs verbirgt. Und wenn der Fahrradverkehrsanteil irgendwann einmal doppelt so hoch liegen sollte …

Das hier auf der Leitershofer Straße ist so eine unglückliche Flickstelle, die PKW nicht im mindesten tangiert, aber für RadfahrerInnen wirklich unangenehm liegt – ziemlich genau so weit vom Randstein weg, wie man fahren sollte (~80cm, geschätzt). Und wie das mit Flickstellen so ist, gehen sie an diversen Stellen in unterschiedlicher Tiefe wieder auf. Das Ganze drängt eine/n also entweder näher an den Rand oder weiter in die Fahrbahn. Letzteres ist zu bevorzugen, selbst wenn man sich freilich keine Freunde unter Kfz-LenkerInnen macht.

Wie praktisch eigentlich, dass die immer noch vorhandenen Schneereste eine/n derzeit eh weiter in die Fahrbahn drücken.

Klinkertor-Kreuzung

Wer Langenmantelstraße sagt, muss stadtauswärts auch Gesundbrunnenstraße sagen – und dann möglichst auch Klinkertor-Kreuzung. Es wäre nicht einmal vermessen, auch noch die Volkhartstraße zu erwähnen, denn letztlich ist das alles ein Straßenzug und kein ganz unwichtiger dazu. Aber belassen wir es hier einmal bei der Gesundbrunnenstraße, ganz im Sinne der Stadt, sich vorrangig um Lückenschlüsse zu kümmern. Denn wie auf der Langenmantelstraße muss sich der Radverkehr hier ohne Hilfestellung mit dem Autoverkehr arrangieren. Bergab bei Tempo 50. Zwar gibt es einen Radweg den Berg hinunter, durch die Grünanlagen unterhalb der Blauen Kappe. Aber zum einen führt der am Eingangsbereich des Eisstadions vorbei (was also zumindest zu manchen Jahres- und Tageszeiten keine gute Route ist), zum anderen leitet die Straßenmarkierung oben am Klinkertor den Radverkehr explizit auf die Fahrbahn. Wenn sie das aber tut, dann darf ich als RadfahrerIn auch verlangen, danach nicht alleine gelassen zu werden – nicht jedem/jeder Radfahrer/in kann es zugemutet werden, sich auf einer zweispurigen Tempo-50-Straße zu bewegen.

Desweiteren darf ich bitte auch verlangen, dass ich entlang der Vorfahrtstraße, auch wenn sie am Klinkertor einen eigenwilligen Haken schlägt, nicht benachteiligt geleitet werde. Momentan muss man als RadfahrerIn, wie beim Linksabbiegen gerne auferlegt, in zwei Zügen über zwei Ampeln „abbiegen“. Ob das ein kompliziertes Eck ist, mit fünf aufeinander treffenden Straßen und einer Straßenbahn, ist mir dabei ganz eigennützig egal. Es ist einmal mehr eine Frage des Stellenwerts, den das Rad als Verkehrsmittel einnimmt. Wäre es wichtig genug, würde man eine Lösung finden, den Verkehrsfluss möglichst unterbrechungsfrei zu gestalten – das ist genau das, was wir seit Jahrzehnten für den Autoverkehr tun. Natürlich kann immer der Punkt erreicht werden, an dem man mindestens einer Fortbewegungsart Einschränkungen auferlegen muss. Aber ob an dieser Kreuzung schon alles ausprobiert wurde?

Wie wäre es beispielsweise damit, dem der Vorfahrtstraße folgenden Radverkehr eine eigene Spur (grün) mit eigener Grünphase zu spendieren? Genau genommen könnten alle Radfahrüberwege zur gleichen Zeit grün bekommen, während alle anderen warten – Augsburg wäre kein Pionier einer solchen Ampelschaltung. Und wenn es keine bauliche und/oder technische Lösung sein soll, so bleibe immer noch der Weg, das generelle Tempo auf der Fahrbahn auf 30 zu beschränken, da dann ein Miteinander von Rad- und Autoverkehr ohne übermäßiges Gefahrenpotential möglich wäre. Auch das ist lediglich eine Frage des Stellenwerts: Wiegt es schwerer, die Flussgeschwindigkeit für eine Verkehrsart zu maximieren, oder ist es wichtiger, allen Fortbewegungsarten gleich wenig Hindernisse in den Weg zu stellen, auch wenn dies die maximale Flussgeschwindigkeit reduziert?

Radführung auf der Langenmantelstraße

Wie ich erfahren durfte, steht die Langenmantelstraße auf der Aufgabenliste für 2015. Der Autoverkehr fließt hier vierspurig (Tempo 50), in der Straßenmitte verläuft die Straßenbahnlinie. Die ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass der Radverkehr auf einem Teilstück vom Hochboard auf die Fahrbahn geleitet wird. Dort allerdings fehlt jedwede Hilfestellung – keine Radspur, kein Schutzstreifen, stadteinwärts noch nicht einmal ein Schild, das vor RadfahrerInnen warnt (oder ich habe es übersehen).

Dabei ergibt es durchaus Sinn, den Radverkehr hier auf der Fahrbahn zu leiten – eben wegen der Straßenbahnhaltestelle. Und spätestens zu Plärrerzeiten will niemand freiwillig auf dem Hochboard fahren. Insofern ist die Auszeichnung als reiner Fußweg völlig nachvollziehbar. Unglücklich ist jedoch nicht nur, dass man als RadfahrerIn auf der Fahrbahn so alleine gelassen wird, sondern dass man erst auf halbem Wege auf die Fahrbahn geleitet wird. Das ist mindestens stadteinwärts problematisch, da man als „Einbieger“ auf die Fahrbahn (direkt am Fußgängerschild ist ein abgesenkter Randstein) besser eine Verkehrslücke abwartet als darauf hofft, dass der Autoverkehr mit dem/der RadfahrerIn rechnet. Einigermaßen sinnlos ist auch, dass der Radverkehr stadtauswärts (Richtung Wertachbrückenkreuzung) wieder aufs (enge) Hochboard zurückgeleitet wird, wo an der Ampel der Konflikt mit Fußgängern vorprogrammiert ist.

Wo auch immer der Platz für eine Radspur oder (wahrscheinlicher und ausreichend) einen Schutzstreifen kommen mag – vielleicht kann die Fahrspurbreite noch verringert werden? –, wünschenswert wäre, dass eine Radverkehrsführung auf der Fahrbahn entlang der kompletten Langenmantelstraße vorgesehen wird – das sollte die Zahl derer reduzieren, die bei einer Ableitung mittendrin einfach auf dem Fußweg bleiben. Auf jeden Fall aber sollten die Stellen, an denen der/die RadfahrerIn auf die Fahrbahn entlassen wird, baulich so gestaltet werden, dass man als RadlerIn nicht auf die Fahrbahn „einbiegt“, sondern einfach geradeaus weiterfährt, der Radweg also nahtlos in den Schutzstreifen übergeht. Das entschärft den Übergang auf die Fahrbahn vollständig und PKW können den Bereich der Überleitung nicht Schneiden. Stadtauswärts wäre zudem auch die Gesundbrunnenstraße mit einem Schutzstreifen zu versehen – aber das ist nochmal eine ganz eigene Geschichte.

Wieviel darf ein Parkplatz kosten?

Dialog heute morgen in der Krankenhausstraße (direkt vor dem Klinikum Süd) in Haunstetten mit einer (auswärtigen) Autofahrerin:

-Autofahrerin (steigt aus Auto aus): Entschuldigung, darf man hier parken?
-Ich (schaue auf die Beschilderung): Öh, ja.
-Autofahrerin: Ich muss nämlich nachher ins Krankenhaus und die haben überhaupt keine Parkplätze.
-Ich: Gleich hier rechts rein, die haben einen riesigen Parkplatz.
-Autofahrerin: Aber billig ist der nicht.

Jetzt einmal unabhängig davon, was der Parkplatz am Klinikum in Haunstetten tatsächlich kostet und ob er überhaupt etwas kosten sollte. Aber wenn das die gängige Einstellung sein sollte, dann muss man sich über Semmeltasten und Falschparker nicht weiter wundern. Ein „nicht billiger“ Parkplatz ist „überhaupt kein“ Parkplatz. Und ich glaube nicht, dass eine solche Einstellung in erster Linie daher rührt, dass wir besonders knappen und besonders teuren Parkraum haben. Vielmehr haben wir IMHO im Allgemeinen* immer noch zu viel und zu billigen Parkraum, weshalb sich der irrige Anspruch manifestiert, man habe ein _Anrecht_ auf billigen (oder kostenfreien) Parkraum.

Grob über den Daumen gepeilt stehen in diesem Beispiel beinahe 200 Parkplätze zur Verfügung. Plus die sechs fraglichen an der Straße. Da stelle ich mir doch die Frage, ob diese sechs Stellplätze über Wohl und Wehe entscheiden. Ob das Klinikum genügend Parkplätze zur Verfügung stellt? Keine Ahnung, vielleicht sollten sie den Parkplatz vergrößern. Aber warum sollten sie, wo man doch so praktisch an der Straße parken kann. Doch weshalb die offensichtliche Selbstverständlichkeit, den Platz an der Straße für zusätzlichen – und da er kostenfrei ist, vorrangig benutzten – Parkraum zur Verfügung zu stellen? In einer Straße, in der sich ein Linienbus (die Haltestelle befindet sich im Altenheim-Parkplatz), die Krankenwägen und der gesamte Freizeit- und Kindergartenverkehr um den verbliebenen Platz streiten? Jeden Morgen fahre ich hier mit Kinderanhänger, und sicher jeden dritten Tag wird mir an just dieser Engstelle der Vorrang genommen durch entgegenkommende PKW oder Busse (die das Hindernis der Parkreihe auf ihrer Seite haben). Warum in aller Welt muss für sechs lumpige Parkplätze eine Engstelle geschaffen werden?

*dass es auch – zumindest subjektiv – zu wenig Parkraum gibt sei unbestritten, wobei auch hier die Frage gestattet sei, was und wer denn die objektiv ausreichende Menge an Parkraum bestimmt.

Ein Arbeitsweg, viele Gesichter

Ich fürchte, den unbandigen Spaß, den solch ein Ritt zur Arbeit bereitet, den versteht nur, wer selbst auch per Rad unterwegs ist, egal welche Laune das Wetter gerade an den Tag legt. Das sieht von hinterm Lenkrad, aus dem Bürofenster oder aus der Tram heraus immer kälter, nasser und grässlicher aus als es ist. Aber – wenn man erst durch den Schauer durch ist – nicht halb so intensiv großartig.

 

Halteverbot in der Halderstraße – finally.

Haben alle ihren dicken roten Stift zur Hand? Dann kreisen wir jetzt alle zusammen den Tag im Kalender ein und machen ein paar freudige Purzelbäume: Die Halderstraße hat, wenn auch noch provisorisch, eine Halteverbotsbeschilderung spendiert bekommen! Zwar ist sie mir erst ab dem ibis Hotel aufgefallen, vielleicht habe ich sie davor aber auch nur übersehen. Oder man muss die offensichtlich knapp bevorrateten Halteverbotsschilder erst noch nachbestellen. Whatever.

Der Hochablass

Wem das vorangegangene Beispiel zum Verbot des Radfahrens auf Teilstücken ausgeschilderter Radstrecken zu banal war – willkommen am Hochablass. Diese Lechüberquerung ist als reiner Fußweg ausgeschildert – und zugleich Teil von zahlreichen Radwanderwegen (jetzt wird auch klar, warum es Rad_wander_weg heißt) und innerstädtischen Radverbindungen. Die Deklaration als Fußweg und die gängige Missachtung desselbigen durch “uns” Radfahrer ist schon lange ein Streitpunkt.

Ich befahre (bewusste Wortwahl) den Hochablass regelmäßig auf meinem Arbeitsweg. Zu den Zeiten, zu denen ich dort überwiegend fahre – wochentags morgens gegen 9 und abends gegen 7 – ist der Hochblass zumeist menschenleer. Selbst Samstag Nachmittag bei schönstem Wetter ist der Hochablass nicht unablässig unter Fußgängermassen begraben. Es lässt sich, denke ich, mit Fug und Recht behaupten: einen Großteil der Zeit ist der Hochablass frei. Und solange nicht wirklich sehr viele Fußgänger unterwegs sind, sollte die Breite ausreichen, um ein Miteinander von Rad- und Fußverkehr zu bewerkstelligen.

Dass es dennoch seit jeher zu Spannungen kommt (wie auch immer die aussehen), liegt selbstverständlich auch an Radfahrern, die zu wenig Rücksicht walten lassen. Was einem als RadfahrerIn als angemessen langsames Tempo und ausreichend Abstand beim Überholen erscheint, muss der Fußverkehr noch lange nicht so empfinden. Andererseits erscheint auch mancher Fußgänger überproportional besessen darauf, in jedem Radfahrer ein ausuferndes Sicherheitsrisiko zu erkennen. Wahrscheinlich ist, dass eine Minderheit an respektlosen RadfahrerInnen das Image der Mehrheit prägt und dass (auch) aufgrund dessen die Regelung ist wie sie ist. Ein passendes Zitat aus einem älteren AZ-Artikel hierzu: “Die Idioten, die Fußgänger als Slalomstangen benutzen, bekommt man ohnehin nicht durch Verkehrsschilder in den Griff.…”

Es wäre ein interessantes Experiment, den Hochablass einmal für Radfahrer zu öffnen (gab es das schon einmal?). Denn die StVO sieht dafür eigentlich eine passende Beschilderung vor: einen Fußweg mit Zusatzschild “Radfahrer frei”. Ein solcher Weg bleibt nach wie vor ein Fußweg, auf dem FußgängerInnen stets Vorrang genießen. RadfahrerInnen dürfen sich aber mit Schrittgeschwindigkeit fahrend fortbewegen und müssen nicht absteigen. Das hätte meines Erachtens auch platztechnisch Vorteile: Ich verbrauche wesentlich wenig Platz, wenn ich auf dem Fahrrad sitze anstatt es nebenher zu schieben. Dass nicht jeder absolut sicher mit geringer Geschwindigkeit fahren kann – geschenkt. Wer sich unsicher fühlt, darf ja weiterhin absteigen.

Stattdessen werden aber RadfahrerInnen lieber darauf hingewiesen, dass sie hier nicht fahren dürfen – an einem Mittwoch Nachmittag? Die Zeit hätten die Ehrenamtlichen besser darauf verwendet, eine Verkehrszählung durchzuführen – vermutlich hätten sie mehr RadfahrerInnen als FußgängerInnen festgestellt.

Nicht unterschlagen sei an dieser Stelle, dass die AfD erst im Herbst vergangenen Jahres einen Antrag zur Öffnung des Hochablasses für den Radverkehr gestellt hat. Vielleicht findet sich ja im Rahmen der Fahrradstadt 2020 der Mut, das anzugehen? Der Hochablass ist sowohl für Freizeit- als auch zahlreiche Alltagsradler eine wichtige Stelle. Es muss möglich sein, ein vernünftiges Miteinander von Fuß- und Radverkehr herzustellen ohne dabei den RadfahrerInnen einmal mehr aus einem alteingesessenen Denken heraus gleich das Radfahren zu untersagen.

Ergänzung: Wie ich ich mittlerweile lernen durfte, scheitert eine Radfreigabe wahrscheinlich an der Voraussetzung einer Mindesthöhe für die Brüstung, die am Hochablass nicht gegeben ist. RadfahrerInnen tendieren wohl dazu, sonst ins Wasser zu stürzen. Was nichtsdestotrotz den Wunsch nach einer (oder mehreren) Lechquerung(en) nicht schmälert. Wer etwas will, findet Wege. Nur wer etwas nicht will, findet Ausreden. Selbst wenn sie begründet sind.

Freigegebene Einbahnstraßen

Vielleicht sind freigegebene Einbahnstraßen ein bisschen wie die Rechtschreibreform. Wer damit aufwächst, sieht gar kein Problem (ich hoffe, heutige Fahrschüler werden ausreichend in solche Straßen geleitet), manch andere müssen erst ins Blut übergegangene Selbstverständlichkeiten über Bord werfen. Die Selbstverständlichkeit, dass einem in einer Einbahnstraße niemand entgegen kommen kann.

Am (willkürlich gewählten) abgebildeten Beispiel sieht man, dass die Beschilderung für mich als “Falschfahrer” zahlreich vorhanden ist – gleich drei Schilder zeigen mir an, dass ich sehr wohl entgegen der Einbahnstraße fahren darf. Für den Verkehr in “richtiger” Richtung hingegen ist die Beschilderung, obwohl völlig korrekt, weit unauffälliger und für Verkehr, der nicht abbiegt, sondern geradeaus in die Sanderstraße einfährt, sogar sehr leicht zu übersehen. Eine “frontale” Beschilderung, etwa am 30-Zonen-Schild, wäre vielleicht deutlicher – ist aber im Regelwerk nicht vorgesehen.

Die Sanderstraße ist zudem ein Beispiel für eine relativ enge Straße, da eine Straßenseite durchaus komplett zugeparkt sein kann (hier könnte man möglicherweise argumentieren, dass durch ein Parkverbot eine Stelle geschaffen werden müsste, die ein Ausweichen zulässt). Wie in jeder anderen “regulären” Straße gilt auch in freigegebenen Einbahnstraßen: Wer das Hindernis auf seiner/ihrer Seite hat, muss dem Gegenverkehr Vorfahrt gewähren. Radgegenverkehr ist in solchen Straßen also nicht nur irgendwie “gedultet”, ihm muss auch entsprechend Platz gemacht/gelassen werden.

Man kann nur allen RadfahrerInnen raten, sich in solchen Einbahnstraßen auf kein gewährtes Recht zu verlassen. Zu neu ist die Regelung, zu leicht ein Zusatzschild zu übersehen. Andererseits müssen alle Beteiligten einfach nur so handeln, wie es ihnen §1 der StVO sowieso aufträgt.

Stadtwald im Winter

Wer im Winter bei Schnee vom Augsburger Süden Richtung Stadtmitte (oder Hochzoll) muss, dem lege ich den Weg durch den Stadtwald ans Herz. Der ist nämlich überraschend gut präpariert (vielen lieben Dank an den hier zuständigen Winterdienst!), als feste Schneedecke mit etwas Split darauf. Das ist griffig und bleibt, solange kein Tauwetter herrscht, aufgrund des fehlenden Autoverkehrs spurrillenfrei und perfekt befahrbar. Weit besser als der Radweg die alte B17 entlang, der oftmals nur spät und/oder nur teilweise geräumt wird und mit der Zeit (durch halbseidenen Salz-Einsatz und querenden PKW-Verkehr) sulzig und rutschig wird. Bei genügend Schnee sind auch die zahlreichen Schlaglöcher gut zugefüllt und die Strecke so gesehen so komfortabel wie nie 😉

Vorsicht ist erst bei Tauwetter geboten. Dann bildet sich gerne die ein oder andere Eisplatte zwischen freien Stücken oder Sulzschneeabschnitten. Dann – und nur dann – ist der Weg an der alten B17 in der Regel schneller schneefrei und einfacher zu befahren.

Mut zum Hindernis

Die Radspur auf der Hagenmähderstr. (wird kurz vor der Kreuzung mit der Ackermann zur Kriegshaberstr) ist manchmal Gold wert – hier staut sich der Verkehr nicht selten bis zum Kreisverkehr zurück, auf der Radspur fährt es sich bequem daran vorbei. Suboptimal wird es erst im Kreuzungsbereich.

Ein gutes Stück vorher endet die Radspur, der Radler muss sich zwischen Geradeaus- und Abbiegespur mit dem Autoverkehr arrangieren. An sich kein Problem, wenn es hier nicht sehr eng zuginge. Bei PKW führt das zu sehr geringen Überholabständen, LKW kommen erst gar nicht vorbei, ohne die eigene Spur zu verlassen.

Will man die Kreuzung geradeaus überqueren, suggeriert die Ampel, der Radverkehr solle möglicherweise mit den Fußgängern die Straße queren (Fußgänger- und Radsymbol). Wobei sich die Frage stellt, wie man überhaupt auf die Verkehrsinsel kommen sollte. Vielleicht ist die aber auch eher für den abbiegenden Radverkehr aus der Ackermannstr. kommend gedacht. Doch auch dieser fährt auf diesem Wege nach der Überquerung ins Nichts. Denn auf der gegenüberliegenden Straßenseite findet sich nur ein Fußweg wieder (dass man mit etwas Pech auch noch doppelt an den drei Ampeln steht, sei nur nebenbei erwähnt). Als Radler muss man also über die Rechtsabbiegespur aus der Ackermannstr. wieder auf die Kriegshaberstraße zurück – und hat Vorfahrt achten. Wieder warten.

Geradeausfahrer werden in der Regel einfach ganz normal auf der Fahrbahn zusammen mit dem Autoverkehr die Ackermann queren. Die geringe Fahrspurbreite setzt sich aber auf der anderen Seite fort, die Linksabbiegerspur des Gegenverkehrs ist in aller Regel voll besetzt, sodass es überholenden PKW zusätzlich an Platz mangelt. Und ja, viele PKW drängeln sich hier noch im Kreuzungsbereich vorbei – nachvollziehbar, da in den Grünphasen so viele wie möglich über die Ampel kommen möchten.

Als Radler fühlt man sich hier stets als Hindernis. Klar, man ist ja auch eines, aber nur eines wie jedes andere Fahrzeug auch. Leider eben aber eines mit geringerer Akzeptanz – über einen langsamen Traktor/LKW/PKW würde sich der Verkehr dahinter auch ärgern, aber wohl nicht versuchen, nicht daran denken, ihn im Kreuzungsbereich zu überholen.

Wie dem auch sei, der gesamte Kreuzungsbereich könnte sicher auch für alle Teilnehmer moderner gestaltet werden. Der Platz mag eng sein, aber im direkten Kreuzungsbereich ließe sich allein schon durch Reduzierung der Inseln Platz gewinnen. Nachdem die Straßenbahnlinie 5 hier wohl einmal entlang fährt (?), darf man ja hoffentlich mittelfristig auf einen Kreuzungsumbau hoffen.

Radfahrtraining auf der Jakobertorkreuzung

Die Kreuzung am Jakobertor ist wahrscheinlich deshalb keine Lücke in der Ost-West-Achse, weil der Radweg dort schon lange beendet ist und die Kreuzung daher aus der Wertung fällt. Zwei PKW-Spuren, nicht besonders breit – da bleibt für Radler wenig Platz. “Mindestabstand” ist hier ein theoretischer Begriff. Der lässt sich weder zum Randstein noch zu den PKW einhalten. Das Kopfsteinpflaster der Einmündung bringt bei nassen Bedingungen noch den Extra-Kick ins Spiel. Dass zahlreiche Radler den Ausweg über den Fußweg rechts der Absperrung nehmen, ist zwar verständlich, aber trotzdem falsch – auch wenn der Radübergang der Jakoberwallstr. direkt an diesen Fußweg anschließt (wie auch immer man diesen regulär erreichen soll). Dass man als Radler ganz rechts nach links (auf die Lechhauser Str. bzw. den Radweg daran) abbiegt, neben PKW, die auf der rechten Spur auch rechts und geradeaus fahren, entspannt ebenfalls nicht. Oder anders formuliert: Eine ideale Kreuzung, um als RadfahrerIn selbstbewusst nicht am rechten Rand, sondern sehr viel mittiger zu fahren, so dass kein PKW nebenher fahren kann. Das ist kein Behindern, das ist benötigte und berechtigte (!) Sicherheit.

Dennoch sollte die Verkehrsführung hier auch schwächere/schlechtere (oder ortsunkundige) RadfahrerInnen unterstützen. Dass eine Lösung hier nicht einfach wird sei unbestritten. Ohne entweder die Tram oder den PKW-Verkehr zu beschneiden (oder baulich eine Möglichkeit für mehr Platz zu sorgen) wird es nicht gehen. Sollte das, etwa wie am Kö, nicht möglich/gewollt sein, dann muss man Radfahrern – NICHT wie am Kö – eine Ersatzroute bieten können – immerhin ist die Lechhauser Str. nicht nur für PKW Ein- und Ausfallstraße.

Ein Detail in der Pilgerhausstraße

Jetzt wird es langsam unheimlich – schon wieder ein kleines, aber feines nachgebessertes Detail! Auf der West-Ost-Achse gibt es auf der Pilgerhausstraße diese Adrenalin-Hausecke. Kommt da wohl jemand um die Ecke? Nein, jetzt eher nicht mehr! Denn nun ist der Gehweg um die Ecke per Schild und Geländer abgeriegelt. Das bringt sicher nicht gleich einen Award als fortschrittlichste Fahrradstadt Deutschlands, aber der Weg dorthin besteht eben nicht nur aus imposanten Infrastrukturprojekten, sondern manchmal auch aus unzähligen “Hennadapperla”.

Bevor mir die Stadt aber zu übermütig wird, bereite ich das nächste Gemecker vor.

Kreuzungen ohne Überweg – warum gibt es das?

Die Aufgabe: von der Inninger Straße aus die Landsberger geradeaus in die Tattenbachstr. überqueren.

Das klingt so einfach, dass jedem klar ist: It’s a trap! Genau, denn wer hier gedankenversunken und im Vertrauen auf Normalität dem Radweg folgt, fährt … auf jeden Fall nicht in die Tattenbachstr. Denn aus unerfindlichen Gründen besitzt diese Kreuzung nur an drei Seiten Übergänge. Der hier nötige? Fehlt.

Dem Radwegweiser kurz vor der Kreuzung muss man zugute halten, dass der einzuschlagende Weg nicht beschönigt wird. So richtig klar wird er allerdings auch nicht. Schlägt das Schild vor, man solle die Kreuzung im Uhrzeigersinn über die vorhandenen Übergänge überqueren? Oder doch, dass man auf die Geradeaus- bzw. Linksabbiegerspur auf der Fahrbahn wechseln soll? Haben solche grün-weißen Schilder überhaupt irgendeine verkehrsrechtliche Relevanz, sprich: heben sie eine Benutzungspflicht auf? Oder darf ich an Kreuzungen sowieso auf die Fahrbahn und wahlweise dort in die mir genehme Richtung abbiegen statt den Weg über evtl. vorhandene Übergänge zu nehmen?

Und die Frage alle Fragen: Warum gibt es Kreuzungen/Ampelanlagen, an denen nicht an allen Seiten Übergänge, aber gleichzeitig an allen Seiten Fuß- und Radwege vorhanden sind?

Inninger Straße stadteinwärts

Heute einmal absichtlich etwas in schlechtem Wetter und bei Dunkelheit – wir sind schließlich allseasoncommuters. Je schlechter die Witterung, desto gravierender zeigen sich etwaige Mängel in der Verkehrsführung. Wie hier zu Beginn der Inninger Straße in Haunstetten.

Der Radweg führt einen von Inningen kommend erst einmal links der Straße nach Haunstetten, bei der ersten Ampel muss man auf die rechte Seite wechseln, da die bidirektionale Benutzung hier per Schild beendet wird (löblich). Auf der rechten Seite beginnt ein getrennter Rad-/Fußweg, auf dem laut Schild sogar Mofas fahren dürften (mir noch nie untergekommen). So weit, so gut, nur endet der Trennstrich nach nur rund 50 Metern. Ob damit aus rechtlicher Sicht auch der Radweg endet? Ich weiß es nicht, ein klärendes Schild eilt nicht zur Hilfe. Just an dieser Stelle befindet sich eine gepflasterte Ausfahrt, über die man auf die Straße gelangen könnte – bei Sauwetter keine verlockende Möglichkeit, zudem müsste man sehr wahrscheinlich den Verkehr abwarten, der ja gerade mit einem an der Ampel losgefahren ist.

Entschließt man sich, weiter auf dem Weg zu bleiben, wird es jedoch nicht besser. Sondern erst einmal zunehmend enger (und wir erinnern uns: selbst Mofas dürfen hier…), bis einem zwischen Ampelmast und Bordstein wenig mehr als eine Lenkerbreite bleibt. Kurz vor der Postillonstraße ergäbe sich noch einmal per abgesenktem Randstein die Möglichkeit, auf die Straße auszuweichen. Habe ich schon einmal erwähnt, wieviel Spaß in flachem Winkel zu überfahrende abgesenkte Randsteine bereiten? Im Nassen? Nein? Keinen. Der Verkehr auf der Straße hat überdies auch nicht nachgelassen.

Bleibt man also weiter bis zur Postillonstraße auf dem Fußweg, so stehen einem jetzt sehr wahrscheinlich wartende Abbieger im Weg. Falls nicht, so wirft sich einem auf der Gegenseite recht überraschend der Bordstein in den Weg – die Absenkung ist zu weit links und offensichtlich darauf ausgerichtet, Radverkehr von der Straße kommend aufzunehmen.

Kurzum: Das erste Stück Radweg ist … Quatsch. Entweder endet er nach 50 Metern, dann fehlt eine ordentlich gesicherte Ableitung auf die Straße. Und man könnte sich darüber hinaus fragen, weshalb man dann die ersten 50 Meter nicht auch schon auf der Straße bleiben durfte. Oder der Radweg ist nach diesen 50 Metern einfach nur schlecht. Nachdem rechterhand nur ein Feld liegt, sollte es zumindest im Bereich des Möglichen liegen, den notwendigen Grund für die Fortführung als ausgewachsenem Radweg zu finden. Außerdem müsste man dann noch im Bereich der Einmündung Postillonstraße arbeiten. Die ist schon längst mehr als ein Schleichweg, weshalb wartender Abbiegeverkehr fast immer im Weg ist.

PS: Ja, das im letzten Bild ist ein bei Sauwetter und Dunkelheit ohne Licht fahrender Rad-Depp.

PPS: Das an die Postillonstraße anschließende Stück Radweg an der Inninger Straße ist ausnehmend schlecht beleuchtet. Die Straßenbeleuchtung ist hier nur einseitig, die Parkreihe dunkelt den Weg weiter ab.

Tropfen. Heißer Stein. Und so.

Nachdem ich darauf hingewiesen wurde, dass sich auf der Ost-West-Achse im Jakobertor etwas getan hat, möchte ich das hiermit auch entsprechend würdigen: Das ehemalige Pflaster wurde auf dem Weg durch das Jakobertor durch eine frische Asphaltdecke ersetzt – ein erheblicher Gewinn bei feuchten Bedingungen. Auch direkt hinter dem Jakobertor wurde der einstige “Zacken” im Radweg begradigt. Wieviel man sich da für den weggefallenen Parkplatz hat anhören müssen, will ich lieber nicht wissen.

Gut, ein wenig mutet das freilich immer noch an, als würde man in einer maroden Hängebrücke die wenigen verbliebenen Holzdielen gegen neue ersetzen – aber nicht die vielen schon fehlenden. Und die Wahl des Radfahrers im letzten Bild mag ein kleiner Fingerzeig sein, was die Akzeptanz des (weiterhin benutzungspflichtigen) Radwegs angeht. Aber trotzdem ganz ironiefrei: Danke.

Das muss nicht sein

Jaja, Einsatzfahrzeuge, Sonderrechte, blablabla. Aber in einer Kurve parken und damit die Stelle komplett unübersichtlich zu machen und Konflikte herbeizubeschwören ist und bleibt Deppenparken. Wie wäre es mit einer Richtlinie seitens der *husthust*Fahrrad*hust*Stadt, wie sich die eigene Flotte an Baustellenfahrzeugen bitte sehr zu verhalten hat, Baustelle hin, Baustelle her? Wie wäre es damit, bei unumgänglichen Engstellen den Radverkehr auf die Straße zu leiten/umzuleiten, wie das bei einer Einschränkung des PKW-Verkehrs völlig selbstverständlich wäre?

Ampelfrage

Heute mal wieder eine Frage an die Regelexperten – denn Lichtzeichen sind mir oft die größten Rätsel:

Zwei Bilder, eine Kreuzung. Bei beiden Übergängen sind zwei Furten auf die Fahrbahn gemalt, aber einmal zeigt die Ampel Radfahrer und Fußgänger an, einmal nur Fußgänger.

Hat das jetzt verkehrsrechtlich irgendwelche Auswirkungen? Ist eine Ampel ohne Radfahrer-Symbol für Radfahrer tabu oder ist das völlig irrelevant oder wird das eh nur gewürfelt oder stechen Furten Ampeln oder andersrum oder wie überhaupt?